Was wird aus der deutschen Ostseeküste?

Strandkörbe hinter den Dünen an der Ostsee beim Schönberger Strand // Foto: R. Kerpa

Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich einen Beitrag darüber gebracht, was uns an der Ostsee so fasziniert. Anfang der Woche habe ich einen Fernsehbeitrag gesehen, der mich irgendwie nicht los lässt. In der Reportage ging es um die Ostsee und die Frage, ob sie ein verkauftes Paradies sei. Ist unsere geliebte Ostseeküste nun in Gefahr?

Konkurrenz an der deutschen Ostseeküste?

Freudig überrascht war ich zu sehen, dass ein Urlaub an der deutschen Ostseeküste mittlerweile beliebter ist, als nach Spanien oder Italien zu fahren. Traurig macht es mich aber, dass Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sich als Konkurrenten sehen, anstatt gemeinsam für die Ostsee zu werben. Dass das ohne Probleme funktioniert, sieht man doch auch an unserem Blog MeerART. 😉

Restaurants an der Strandpromenade von Scharbeutz // Foto: MeerART

Was mich allerdings schockiert hat ist, dass Investoren dieses Paradies immer mehr verändern wollen. Gegen Modernisierung hat wohl kaum einer was, aber muss es auch hier wieder zu Lasten von Mensch und Natur gehen? Sind wir nicht gerade so fasziniert von der Ostsee, weil sie an vielen Stellen noch so beschaulich ist?

Baustelle des Primus Strand Resorts in Heiligenhafen // Foto: MeerART

Wird die Ostsee ein Paradies nur für Reiche?

Mir machen diese neuen Meldungen irgendwie Angst, denn oft sind die Vorhaben aus meiner Sicht einfach nicht langfristig genug gedacht. Was soll aus der Ostseeküste werden, ein Paradies für Reiche wie auf Sylt oder Massentourismus wie am Ballermann? Wo ist der Nachhaltigkeitsgedanke? Warum Vorhandenes nicht optimieren?

Das Ostseeheilbad Grömitz // Foto: MeerART

Müssen immer wieder dieselben Fehler gemacht werden? Es geht immer nur um das schnelle Geld und wie man sich am besten für sich – damit meine ich Investoren und Politiker – die Taschen voll machen kann. Prestigeobjekte für Reiche kommen einem da sehr gelegen.

Sport- und Segelboote an ihren Liegeplätzen in der Marina von Laboe // Foto: MeerART

Was man in dem Beitrag sehr gut sehen konnte ist, wie nur zu gern mit den Baugrundstücken gemauschelt wird. Noch gehören viele Strandgrundstücke dem Bund, doch wenn das Land darauf Anspruch erhebt werden diese zum Nulltarif überschrieben. Voraussetzung ist, dass damit ein Nutzen für die Allgemeinheit geschaffen wird. Schon klar….. !!!

Impressionen von der idyllischen Halbinsel Holnis // Foto: MeerART

Privat – Ottonormalverbraucher muss draußen bleiben

Was hat die Allgemeinheit davon, wenn große Teile nicht öffentlich zugänglich sind? Nur zu oft entstehen neue Marinas, die nur von Eignern betreten werden dürfen. Ottonormalverbraucher muss draußen bleiben. Ich werde den Beigeschmack nicht los, dass auch die Ostsee auf lange Sicht ein Paradies „nur“ für Reiche sein wird. Wie lange wird es noch dauern, bis die Luxusanwesen auch den Strand besitzen und diesen der Öffentlichkeit verweigern?

Herbstimpressionen aus dem Ostseebad Scharbeutz // Foto: MeerARTHerbstimpressionen aus dem Ostseebad Scharbeutz // Foto: MeerART

Bei allen Investitionsfragen geht es immer um Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage nach einem Urlaub an der deutschen Ostseeküste ist derzeit unheimlich hoch. Damit wollen viele natürlich Geld verdienen. Gerade in strukturschwachen Ländern spielt der Tourismus als Wirtschaftszweig eine große Rolle. Das ist auch mehr als nachvollziehbar. Doch um jeden Preis?

Impressionen aus dem Ostseebad Rerik in Mecklenburg-Vorpommern // Foto: MeerART

Ach ja, waren es nicht auch Investoren und falsche Bebauungspläne, die dafür gesorgt haben, dass Ortschaften wie Rerik oder auf der Insel Poel ihre Ferienhäuser nun nicht mehr an Feriengäste vermieten dürfen und viele dadurch ihre Existenz verloren haben?

Impressionen von einem Wintertag auf der Halbinsel Priwall im Osten Schleswig-Holsteins // Foto: MeerART

Mein Mann und ich sind eher von der verträumteren Sorte und sehr auf die Landschaft und ihr Vorzüge fixiert. Doch durch all den Zuspruch von unseren Lesern sind wir damit nicht allein. Fast jeder pflichtet uns bei, dass gerade die Natur so wichtig ist, sowie die Ruhe und das Abschalten vom Alltag. Jetzt soll genau das an vielen Stellen kaputt gemacht werden. Grömitz ist für mich so ein Horrorbeispiel. Haben wir von diesen hohen und hässlichen Betonbauten nicht schon genug an der Schleswig-Holsteinischen Küste?

Impressionen aus dem schönen Hohwacht an der Ostsee // Foto: MeerART

Oder was ist mit dem beschaulichen Hohwacht? Jeder Urlauber, der sich in das kleine Fischerdorf verliebt hat, fährt gerade weil es so malerisch ist dorthin. Genießt vor allem, dass die Strände nicht so überlaufen sind. Warum bitteschön soll das geändert werden? Einzelhäuser werden nun abgerissen, damit auf den Grundstücken eine optimale Bebauung stattfinden kann. Das beschauliche Ortsbild wird zerstört, damit noch mehr Reibach gemacht werden kann.

Impressionen aus dem schönen Hohwacht an der Ostsee // Foto: MeerART

Wird überhaupt darüber nachgedacht, dass sich vielleicht die bisherigen Urlauber und Stammgäste verabschieden könnten, weil es ihnen zu laut und zu voll würde? Es sogar sein kann, dass man auf diese verzichten müsste und für viel Geld erst wieder neue geworben werden müssten?

Strandabschnitt auf dem Fischland Darss bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Natur contra Bauflächen

Mecklenburg-Vorpommern punktet bisher immer noch damit viel Natur zu haben und keine Flächen, die überbaut wurden. Gerade deshalb fahren die Urlauber doch dorthin. Ausschließlich wegen der Natur! Immer mehr Flächen sollen nun auch hier bebaut werden, sogar in Landschaftsschutzgebieten. Zwar nicht mit Hochhäusern und Hotelburgen, aber mit ganzen Feriendörfern. Wo sollen die Menschenmassen dann hin, die Strände werden ja nicht größer?

Frühlingserwachen an der Ostsee im Ostseebad Boltenhagen // Foto: MeerART

Ich bin der Meinung, dass viele Urlauber genug haben von überfüllten Sandstränden, vom Krawall in den Urlaubsregionen und ihnen der Sinn nach wirklicher Erholung steht. Auch deshalb fährt der Urlauber von heute lieber an die Ostsee als nach Italien oder Spanien.

Wie denkt ihr darüber? Eure Meinung interessiert mich.

22 Kommentare zu „Was wird aus der deutschen Ostseeküste?“

  1. Rüdiger Schering

    Die Ostsee darf kein großer Starnberger See werden,denn an den kommt man kaum noch ran!!Überall steht Privat usw! In den kleinen Badeorten an der Ostsee wie Howacht u.ä.muß die Beschaulichkeit erhalten bleiben, denn viele fahren aus diesem Grund dahin!!!!

    1. Lieber Rüdiger,

      vielen Dank für deine Meinung. Wir finden auch, dass das auf gar keinen Fall passieren darf. Es gibt jetzt schon genug Stellen, die nicht mehr erreichbar sind, da sie sich in privater Hand befinden. Gerade Orte wie die Nord- und Ostsee dürfen einfach nicht privatisiert werden. Das sind Erholungsflächen, die jedem zugänglich sein sollten. Und was die Beschaulichkeit angeht, bin ich ganz deiner Meinung. Es gibt, wie ich finde, für jeden Geschmack etwas, egal ob Ruhe suchend oder mit Lust auf mehr Aktion. Modernisierungen sind auch ok und oft von Nöten, aber es darf auf gar keinen Fall alles verbaut werden.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Liebe Claudia,
    gerade dieses Thema ist für mich besonders interessant und deshalb schaue ich mir erst einmal den Film an, bevor ich mich noch ausführlicher äußere… 😉
    Generell ob Ostsee oder Nordsee (und da gerade die Inseln) – im Prinzip jede Urlaubsregion egal wo – ist es ein ganz schwieriger Spagat zwischen dem Ausbau des Tourismus und der touristischen Infrastruktur einer Region und den Bedürfnissen aller die daran hängen: Natur, Kultur (ja, auch die gehört dazu), Einheimische und Urlauber. Das ist eine große Aufgabe und eine, die (eigentlich) über viele Jahre und Jahrzehnte geplant und realisiert werden sollte. Sanft und nachhaltig. Mit Bedacht.
    Ich sehe mir den Bericht an und dann geht’s hier weiter… Wir zwei könnten bestimmt etwas bewegen, oder? Und zwar im guten Sinne.
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Liebe Martina,

      das sehe ich genauso, deshalb war ich auch so erschrocken, dass beide Bundesländer es nicht mal schaffen gemeinsam an einem Konzept zu arbeiten von dem beide Regionen etwas haben. Jeder scheint sein eigenes Süppchen zu kochen und das finde ich persönlich gar nicht gut. Ich bin auf alle Fälle für Modernisierungen, die sind nicht nur normal und mit der Zeit gehend, sondern oft auch von Nöten, aber bitte mit Bedacht. Keine kurzsichtigen Entscheidungen.

      Oh das glaube ich auch – wir würden das in einem guten Sinne rocken. 😉

      Bin gespannt auf deine Meinung nach dem Beitrag.

      Liebe Grüße,
      Claudia

      1. Liebe Claudia,
        habe den Film gesehen: Skandalös und unglaublich! Aber leider die Realität. Wir sind uns hier sicherlich alle einig, dass bei so einer Handlungsweise der politischen Vertreter, aber auch Investoren, Eigentümer (oh ja, auch die!) von Bestandsgrundstücken vorprogrammiert ist, wie es enden wird.
        Und es ist eine Spirale nach unten: Die Masse kommt (Riesenhotels, Ferienbunker), die Identität einer Region inklusive Natur und auch Kultur verschwindet. Dann merken es Besucher, sie bleiben dann irgendwann aus und das Ganze geht von vorne los – nur anders und mit zerstörten Ressourcen.
        Ich könnte stundenlang schreiben und diskutieren. Das Problem fängt meiner Ansicht nach ganz oben an. Deutschland hat keinen Tourismusminister! Das Ressort Tourismus ist angesiedelt im Ministerium für Wirtschaft…
        Die Länder können selbst mehr oder weniger entscheiden. Jeder muss seine Region vermarkten (oh weh, was für ein Tourismusmarketing zum Teil). Deshalb auch die sehr unzureichende Kooperation zwischen und innerhalb der Bundesländer.
        Was kann jeder Einzelne tun? Wie auch beim Einkauf von Lebensmitteln und überhaupt allem: Sorgsam wählen, vermeiden, hinterfragen, Petitionen unterschreiben (z. B. Borner-Holm), Verantwortung übernehmen. Oder auch einen Blog schreiben und Aufmerksamkeit erregen.. 😉 und dazu dann hier Stellung nehmen.
        Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende
        von einer besorgten und nachdenklichen
        Martina

      2. Liebe Martina,

        dann weißt du jetzt warum ich so erschrocken bin. Wenn das unsere Realität ist, dann ist das einfach unglaublich. Unglaublich deshalb, weil man „da oben“ anscheinend eine dicke Brille auf hat und nicht sehen will, was mit diesen kurzfristig gedachten Entscheidungen langfristig passiert. Das prominentestes Beispiel ist immer noch Sylt. Komisch, dass andere Länder wie Holland zum Beispiel sich das angeguckt haben und daraus gelernt haben und nun versuchen nicht die gleiche Fehler zu machen. Warum klappt das hier nicht? Kann ja eigentlich nur eine Antwort dafür geben – kein Interesse!

        Es gibt noch viele weitere Beispiele in alle möglichen Richtungen, die mich sehr traurig machen, denn wir lieben dieses Land. Wir alle müssen leben und wir alle wollen voran kommen, dass ist keine Frage, aber bitte nicht um jeden Preis und mit der Einstellung „nach mir die Sintflut“. Das ist einfach nur dumm. In unserem Land und in der Natur steckt so viel Potential, wo bitteschön sind die richtigen Leute dafür, die genau das richtig umsetzen?

        Du hast Recht, jeder einzelnen kann etwas tun und ich finde wir sind auch schon auf einem ganz guten Weg. Deine Art Feriendomizile vorzustellen ist einfach toll. Die Vorteile deiner „Lieblingsbleiben“ sollen möglichst viele kennen und schätzen lernen. 😉 Und wir werden nicht aufhören mit unserem Blog MeerART beide Seiten zu zeigen und anzuregen.

        Herzliche Grüße,
        Claudia

  3. Liebe Claudia,
    es ist nicht kein Interesse der Politiker, sondern Interesse – nur eben leider am Geld und dem Wirtschaftswachstum, die Natur ist zweitrangig (und dabei ist das der größte Schatz!).
    In Dänemark läuft es auch anders, dort gibt es keinen Ausverkauf der Küsten. Wusstest Du, dass dort nur Dänen Sommerhausgrundstücke kaufen dürfen?

    Einer meiner liebsten Sprüche ist von Karlheinz Böhm:
    „Wichtig ist, dass man etwas tut. Und die Welt nicht so akzeptiert, wie sie ist.“

    Wenn jeder nur ein kleines Stück dazu beiträgt, dann ergibt es in der Menge ein ganz schön großes Ganzes – denke ich. Ja, Du, ich und viele andere haben schon ein Ministück beigetragen und tun es weiter.
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Liebe Martina,

      das meine ich ja damit… 😉

      Ganz genau kenne ich mich in Dänemark nicht aus, aber das mit den Grundstücken wusste ich.
      Als wir auf Texel waren, haben wir auch erfahren, dass die sich Sylt als abschreckendes Beispiel nehmen und deshalb die Betten auf der Insel beschränkt haben. D.h. dort kann sich nur vergrößert werden, wenn jemand anderes auf- oder abgibt, aber neue hinzu, das gibt es nicht mehr. Daher hat auch keine Hotelkette irgendein Interesse an der Insel. Auch haben sie den Schatz der Natur erkannt und tun alles mögliche um diese zu erhalten. (Natürlich müssen auch dort einige Bewohner erst überzeugt werden, 😉 denn gerade in landwirtschaftlich geprägten Länder ist es für die Anwohner nicht immer ganz verständlich, warum nun plötzlich auf Gewohntes verzichtet werden muss) Aber, ich finde sie sind auf einem guten Weg. Denn jeder ist gefragt und jeder wird mit an die Hand genommen und das spürt man.
      Genau diese Vorgehensweise oder zumindest im Ansatz würde ich mir für unser Land auch wünschen.

      Herzliche Grüße,
      Claudia

  4. Claudia, danke noch einmal für den Tipp. Ich habe die Sendung gesehen und natürlich tausend Mal innerlich aufgestöhnt. Furchtbar.

    Holland und Dänemark kriegen das wirklich sehr viel besser als wir – allerdings haben sie auch sehr viel weniger Einwohner (und dabei eine längere Küste). Deutschland ist ja leider total überbevölkert. Und die meisten ziehts ans Meer. Umso wichtiger wäre natürlich, dass jemand das mit sanfter Hand lenkt.

    Die Fotos zu Deinem Artikel sind gut gewählt. Wie ich sehe, seid Ihr auch keine Fans der Neubau-Siedlung in Heiligenhafen (obwohl sie ja noch einigermaßen geht; verglichen mit anderen.)

    Am schlimmsten fand ich übrigens die Geschichte mit der Strandkorb-Vermieterin aus Scharbeutz. (Die muss ich unbedingt mal anschnacken, wenn ich das nächste Mal da bin). Obwohl: Laboe war auch der Hammer. Und Born. Und Hochwacht. Und alles.

    Trotzdem: Schönes Wochenende
    Stefanie

    1. Liebe Stefanie,

      gerne geschehen. So etwas interessiert uns ja auch. 😉

      Bezüglich Holland und Dänemark gebe ich dir zum Teil Recht. Die haben in der Tat mehr Strände, und längere Küsten aber auch da fahren ja viele Urlauber hin und nicht wenig und trotzdem verzichten sie auf diese Massenbebauung. Ich glaube, dass beide Länder aufgrund ihrer Lage viel näher mit dem Meer verbunden sind als Deutschland und sie viel schneller erkannt haben, wie wichtig das Meer ist und entsprechend handeln. Aber das kann ich natürlich auch nur mutmaßen, denn so tief stecke ich da ja auch nicht drinnen. In unserem Beitrag handelt es sich ja viel mehr um unsere Gefühlslage.

      Die Neubau-Siedlung in Heiligenhafen finde ich grundsätzlich nicht schlecht, gerade weil es keine Hotelburgen sind. Ich finde die Ortswahl am Graswarder allerdings sehr bedenklich und ich glaube, dass sich das irgendwann rächen wird. Das gleiche gilt auch für Born etc. Alles was mit Krampf direkt an die Küste gebaut wird ist fraglich. Man bedenke nur den wachsenden Meeresspiegel. Wirkt also irgendwie wie ein Widerspruch.

      Ein sanfte Hand, die lenkt, die wäre es. Mir fällt nur leider keine ein. 🙁

      Also bleibt uns nur, weiter auf so etwas aufmerksam zu machen.

      Euch auch ein zauberhaftes Wochenende mit viel Sonne.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  5. Martina Johann

    Tja ich habe die Sendung auch gesehen schrecklich ich kann das auch alles nicht verstehen das Politiker so etwas unterstützen und alles zu Bauen wollen oder es zu lassen es ist schrecklich wir waren ja jetzt dort nirgendwo findet Mann seine Ruhe nur Menschen aber was mir auch aufgefallen ist die Strandkörbe sind reihenweise leer auch in Schabeutz dort waren Freunde von uns es ist für Familien zu teuer und Mann darf ja auch zwischen den Strandkörben für Kinder keine Muschel mehr aufstellen da wird man nach rechts und links verwiesen und dann für die Yacht Besitzer werden Wassertaxis angeboten damit sie trockenen Fußes an Land kommen ich hab die Welt nicht mehr verstanden für Familien soll es doch eine schöne Zeit sein ich fand es so schön auf Fehmarn dank eures Tipps dort war es am erholsamsten weil es ruhig war und etwas für die Seele der schöne Anblick hoffentlich wird es so erhalten wie es ist und dort werden keine Burgen gebaut unsere Politiker geben sich selbst ein Armutzeugnis wenn sie nicht Umdenken und unsere Natur erhalten und wenn Sie Geld haben um es auszugeben dann sollen sie in dieser Umgebung Lübecker Bucht etwas für Radwege investieren die sind eine Katastrophe wenn mein Wortlaut nicht ganz so ordentlich ist ich habe starke Tabletten genommen ich bitte es zu endschuldidigen Lg.Martina

    1. Liebe Martina,

      die Preise sind in der Tat überall erschreckend gestiegen, dass ist vor allem für Familien nicht immer leicht zu wuppen. Dass es in der Hochsaison so voll ist, liegt natürlich auch an den Sommerferien und ist leider überall so. Daher mögen wir selber die Nebensaison natürlich am liebsten.

      Es freut mich sehr, dass euch die Tipps geholfen haben und ihr so wenigstens ein paar schöne und ruhige Tag verbringen konntet. Dafür eignet sich Fehmarn wirklich gut. Leider soll auch hier weiter gebaut werden, aber ich hoffe sehr, dass es nur den Südstrand und Marienleuchte betrifft. Alles andere wäre schade und würde der Insel nicht gut tun.

      Fahrradweg wären in der Tat keine schlechte Investition. Davon hat man immer etwas, sogar im Alltag.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  6. Die Pressemitteilung von der NABU Gruppe Heiligenhafen möchte ich einfach mal mit anhängen, weil das Thema so aktuell ist und zeigt wie nur zu gern die Natur für die Profitgier zerstört wird. In diesem Fall hätte man nur etwas länger warten müssen, bis die Vögel weiterziehen, aber selbst das ist nicht möglich.

    Uferschwalbenkolonie auf dem Steinwarder mutwillig zerstört

    Die kleine Uferschwalbenkolonie auf dem Baugebiet des Beach Motels ist Geschichte. Am 9.7. wurde sie von Baufahrzeugen einer auf Fehmarn ansässigen Entsorgungsfirma zerstört. An diesem Tag herrschte Sturm mit Böen bis zu 9 Windstärken. Die Schwalben, die gerade flügge waren oder kurz davor, hatten keine Chance, sich aus eigener Kraft in Sicherheit zu bringen, als der Schaufellader den Sandberg und damit die bis zu 1 Meter langen Bruthöhlen wegschob.
    Am Morgen hatten aufmerksame und besorgte Bürger den 1. Vorsitzenden des Nabu, Herrn Dürkop, angerufen und ihn darüber informiert, dass Baufahrzeuge den Sandberg mitsamt der Uferschwalbenkolonie abtragen würden. Herr Dürkop erstattete Anzeige, da es sich hier um ein handfestes Umweltdelikt handelt. Nach §44 Abs.1 -3 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten, geschützte Arten bei der Aufzucht zu stören, sie zu vertreiben oder sie gar zu töten.
    Die Brutzeit der Uferschwalben erstreckt sich von Ende April bis August. Diese Kolonie bestand seit Mai dieses Jahres. Es gab ca. 50 Brutröhren. Die erste Brut war bereits flügge, doch kehren die Jungvögel immer wieder in ihre Röhren zurück. Die Eier der zweiten Brut wurden bebrütet. Es gibt also zeitliche Überschneidungen beim Brutgeschäft dieser Vögel. Nachweislich waren am 9.7. noch alle Röhren beflogen.

    Dass diese geschützte Vogelart dort brütete, war allgemein bekannt, die HP hatte sogar ausführlich darüber berichtet. Auf facebook Heiligenhafen wurde die Gründung der Kolonie ausgiebig kommentiert. Man wusste, dass die Bautätigkeit an dieser Stelle während der Brutzeit ruhen musste. Das geschah auch, sodass alle Beobachter hoffen konnten, dass diese Uferschwalbenkolonie bis zum August unangetastet bleiben würde. Uferschwalben – übrigens unsere kleinste Schwalbenart – nehmen seit Jahren im Bestand ab. Nun wurde der Bruterfolg dieser kleinen Kolonie auf Zeit durch gesetzeswidriges Handeln dezimiert, wenn nicht gar völlig vernichtet.

    Die Behauptung der Fehmaraner Firma , sie hätte grünes Licht vom Kreis für diese Aktion erhalten, wurde von der UNB (Untere Naturschutzbehörde des Kreises Ostholstein ) aufs Schärfste zurückgewiesen, so Herr Dürkop. Die UNB hätte sich als Umweltbehörde nicht nur strafbar gemacht, sondern auch ihren Überzeugungen zuwider gehandelt. Wer eine angebliche Genehmigung erteilt haben soll, ist bisher nicht bekannt. Es handelt sich vermutlich um eine Schutzbehauptung. Die Polizei ermittelt.

    Christiane Stephan,
    Pressesprecherin des NABU Heiligenhafen

  7. Martina Johann

    Ich bin sprachlos über so etwas das darf doch nicht war sein wie können Menschen so etwas nur tun ich kenne den Hintergrund nicht aber so etwas darf einfach nicht passieren war es dem Hotel im Weg ?

    1. Liebe Martina,

      ja war es. Dort muss gebaut werden und man konnte und wollte wohl die Zeit nicht abwarten, bis die Tiere wieder gen Süden fliegen. Traurig aber wahr.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  8. Im Fernsehbeitrag wurde das Projekt am Priwall gar nicht erwähnt. Die Bebauung, die dort stattfinden soll ist der absolute Hammer. Ganz zu Schweigen davon, dass man auch keine Ausschreibungen vorgenommen hat, sondern dem meistbietenden den Grund und Boden quasi vor die Füße geworfen hat. Wenn man sich die Baupläne anguckt, na dann Gute Nacht. Die Lübecker Bucht verkommt zu einem Urlaubs-Ghetto. Die Bürgerinitiative behutsame Priwallentwicklung kämpft für eine verbesserte Planung.

  9. Hallo Ihr Beiden,
    da habt Ihr ja ein heisses Thema angefasst…….
    Aber in diesem System regiert das Geld und Filz und Kungelei und solange das so ist wird sich nichts daran ändern.
    Kann man schon bei Karl Marx nachlesen….
    Es geht um Profitmaximierung und da interessiert nur das Geld und keine Blume oder ein Holm oder ein verschlafenes altes Dorf mit Reetdachhäusern…..
    Ist leider so und wir werden es nicht ändern können………
    Einen schönen Abend
    Harald

    1. Moin Harald,

      da hast du leider Recht. Ich kann nur nicht immer weg sehen. Manchmal hab ich das Gefühl es aussprechen zu müssen und wie man sieht geht es vielen nahe. Ändern wird sich dadurch sicher nichts, noch nicht. Trotzdem glaube ich daran, dass der Eine oder Andere doch mal nachdenkt und dann ist ja schon ein Stück gewonnen. Manchmal hilft auch aufstehen und sich zu wehren, was dem Deutschen Volk ja noch eher schwer fällt, aber das eine oder andere Mal ist es schon geglückt. 🙂

      Ganz liebe Grüße auf die Insel,
      Claudia

  10. Wir kommen gerade aus Zingst zurück und waren zum ersten Mal an der Ostsee (vor einigen Jahren mal für ein paar Tag ein Grömitz, was wir schon damals scheußlich fanden…). Was für eine wunderbare Gegend und was für hübsche Orte wie z.B. Prerow oder Ahrenshoop.
    Speziell in Zingst kann man aber schon erkennen, was der Bauwahn für Folgen hat. Die einzelenen Ferienhäuser werden so dicht nebeneinander gebaut, dass Gärten drumherum gar nicht mehr möglich sind. Im Ortskern sollen alte Reetdachhäuser zugunsten „moderner und zweckmäßiger“ Bebauung abgerissen werden. Alle verfügbaren Baulücken werden momentan gefüllt. Da kann es einem echt Angst und Bange werden. Man fragt sich schon, warum allen Politikern und sonstigen Verantwortlichen der Weitblick fehlt, um ein mehr ganzheitlich geprägtes Entwicklungskonzept zu beschließen.
    Ich sehe ja ein, dass viele Menschen im Nordosten vom Tourismus abhängig sind. Dass sie sich aber mit der momentanen Entwicklung einen Gefallen tun, wage ich zu bezweifeln!

    1. Lieber Rolf,

      vielen Dank für deinen Kommentar, mit dem du unsere Befürchtungen mehr als bestätigst. Es findet ein regelrechter Ausverkauf statt, der langfristig sicherlich nicht zum Erfolg beitragen wird. Viele Urlauber werden über kurz oder lang abspringen und woanders versuchen, die Idylle und Ruhe zu finden, die es hier dann nicht mehr geben wird. Dass ist sehr schade mit anzusehen, denn wir lieben diese Gegenden sehr.

      Doch wenn ich mir Projekte anschaue wie das jetzt z.B. am Priwall angedacht ist, da wird einem regelrecht schlecht. Ein kleiner Hafen, viel Wald und Natur sollen geopfert werden für Feriendomizile, die einem Ghetto gleichen.

      Da es in den meisten Köpfen nur ums Geld geht, wird es wohl noch mehr solcher irrsinnigen Planungen geben. LEIDER!

      Sonnige Meeresgrüße,
      Claudia

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