Heiligenhafen – zwischen Traum und Wirklichkeit

Wenn aus „nur gucken, aber nicht anfassen“, plötzlich „anfassen erlaubt“ wird

Frühlingsimpressionen aus Heiligenhafen/Graswarder auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Eine Sache ist wohl bei fast allen Menschen tief verwurzelt, die Tatsache, dass Dinge, die unerreichbar scheinen ganz besonders erstrebenswert sind. Doch was ist, wenn sie plötzlich erreicht werden können, verlieren sie dann an Reiz?

Frühlingsimpressionen aus Heiligenhafen/Graswarder auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Bisher hatten wir an der Ostsee immer eine Landzunge mit einer ganz besonderen Magie. Häuser, die, wie auf einer Perlenkette aufgezogen, am Strand stehen und für jede Menge Wunschträume verantwortlich sind. Die Rede ist von den Häusern am Strand von Graswarder in Heiligenhafen.

Frühlingsimpressionen aus Heiligenhafen/Graswarder auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Die Häuser sind in Privatbesitz und bis auf ein, zwei auch nicht für Urlauber buchbar. Sollte mal eines zum Verkauf stehen, ja auch das gab es schon, dann ist es für Ottonormalverbraucher natürlich unerschwinglich. Und trotzdem oder gerade deshalb, wünschten sich viele – uns eingeschlossen – so ein Haus zu besitzen.

Frühlingsimpressionen aus Heiligenhafen/Graswarder auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Mein Lieblingsobjekt war ja immer das blaue Haus. Inzwischen könnte ich mich auch gut und gern mit einem der weißen oder sogar dem orangefarbenen Haus arrangieren. Welches es auch immer wäre, eines stände für uns außer Frage, von wegen Ferienresidenz, wir würden dort wohl dauerhaft wohnen.

Baustelle mit Hotels und Ferienwohnungen in Heiligenhafen auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Neue Ferienhäuser im Hafen von Heiligenhafen

Bisher standen die Häuser immer mutterseelenallein am Strand. Seit einiger Zeit rücken ihnen aber kleine Kopien auf den Hals. Heiligenhafen rüstet auf, und zwar kräftig.

Baustelle mit Hotels und Ferienwohnungen in Heiligenhafen auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Direkt am Hafen entstehen lauter neue Ferienhäuser im ähnlichen Stil. Weiße, blaue, gelbe, kleine Einzel- oder Doppelferienhäuschen. Durch die großen Fensterfronten wirken sie recht modern. Auch sonst finde ich sie eigentlich ganz imposant. Der Stil gefällt mir.

Baustelle mit Hotels und Ferienwohnungen in Heiligenhafen auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Auch die Art, wie die Gärten angelegt werden, gefällt uns gut. Hier und da ein paar Kiefern und ansonsten Dünengräser. Das passt wenigstens zur Landschaft. Seit unserem letzten Besuch ist die Baustelle schon ganz schön vorangeschritten. Einige Häuser sind sogar schon bezogen, andere noch im Bau.

Baustelle mit Hotels und Ferienwohnungen in Heiligenhafen auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Bisher habe ich das eigentlich immer noch als ganz harmonisch empfunden, trotz der neuen Bebauung. Was uns allerdings total schockiert hat, sind die neuen Hotels gleich nebenan. Das Beach Motel aus St. Peter-Ording baut hier zwei neue Hotels: die Bretterbude und das Beach Motel Heiligenhafen.

Baustelle mit Hotels und Ferienwohnungen in Heiligenhafen auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Das Beach Motel ist uns aus St. Peter-Ording bekannt und gefällt uns richtig gut. Frisch, jung und modern. Doch die neuen Objekte hier in Heiligenhafen haben uns aufgrund ihrer Größe und Lage richtig erschreckt. Das Beach Motel Heiligenhafen gleicht schon fast einem kleinen Dorf.

Baustelle mit Hotels und Ferienwohnungen in Heiligenhafen auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Das totale Kontrastprogramm zu den kleinen, aber feinen Ferienhäusern. Dem beschaulichen Graswarder wird nun ein hippes Konzept übergestülpt. Nicht falsch verstehen, ich mag das Konzept vom Beach Motel, jedoch zweifel ich, ob das hier die richtige Lage ist. Hätte es nicht besser zu Steinwarder gepasst, wo eh schon alles größer und pompöser ist?

Baustelle mit Hotels und Ferienwohnungen in Heiligenhafen auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Was wird nun aus Graswarder?

Verliert es dadurch seinen Reiz? Wird das bisher so unnahbare nun gewöhnlich? Wir schreiten noch einmal zurück zu den altbewährten Traumdomizilen. Auch hier hat sich von der Landseite einiges verändert.

Frühlingsimpressionen aus Heiligenhafen/Graswarder auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Gefühlt rückt die Baustelle durch eine Naturschutzmaßnahme bis an die alten Häuser von Graswarder heran. Die Heckenrosen entlang des Weges wurden entfernt und zum Teil schon durch Dünengräser ersetzt.

Frühlingsimpressionen aus Heiligenhafen/Graswarder auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Das scheinen auch die Hausbesitzer zum Anlass genommen zu haben, um ihre Vorgärten ebenfalls vom Gestrüpp zu befreien. Bisher konnte man vom Wegesrand nie so gut auf die Häuser schauen. 😉

Frühlingsimpressionen aus Heiligenhafen/Graswarder auf der Halbinsel Wagrien an der Ostsee // Foto: MeerART

Wir sind echt gespannt, wie sich Heiligenhafen und vor allem Graswarder, entwickeln werden, wenn alle Baustellen fertiggestellt und die Touristen die Hotels und Ferienwohnungen entern.

Aber nicht nur das Bild von Graswarder hat sich verändert, auch in Steinwarder gibt es einige Neuerungen. Dazu mehr im nächsten Beitrag.

22 Gedanken zu „Heiligenhafen – zwischen Traum und Wirklichkeit

  1. Liebe Claudia,
    vielen Dank für Deinen sehr interessanten Bericht. Ich kenne Heiligenhafen vor dieser Baumaßnahme und bin ein wenig traurig und vor allem sehr nachdenklich.
    Denn was zur Zeit überall (!) in Deutschland an Stränden und Häfen der Nord- und Ostsee an Ferien-Großobjekten entsteht, finde ich bedenklich aus vielen Gründen und ich könnte entsprechend viel schreiben.
    😉
    Aber ich bin Dir und Ralph sehr dankbar, dass Ihr immer unterwegs seid und auf diese Veränderungen aufmerksam macht. Ob jemand auch wach wird und die Notbremse zieht bei all den Bauprojekten…
    Viele liebe Grüße und genießt die Sonne heute
    Martina

    1. Liebe Martina,

      sehr gerne.
      Mir geht es ähnlich. Du weißt, wir haben schon viel über die Vor- und Nachteile debattiert. Der Bauboom kann einem zum Teil auch ganz schöne Angst einjagen. Viel zu oft wird nur an das schnelle Geld und nicht langfristig gedacht.
      Während ich sonst auf derartige Bauprojekte immer total erschrocken reagiere, bin ich diesmal echt geteilter Meinung. Heiligenhafen selber kann diesen Zuwachs wohl verkraften, aber über die Standortverteilung bin ich sehr erschrocken. Wenn im Hafen nur die kleinen Reetdachhäuschen gebaut worden wären, dann hätte es – meiner Meinung nach – sogar einen schönen Übergang von den alten, verträumten Häusern am Strand zu der Modernität einer wachsenden Stadt gepasst. Das aber auch die Bretterbude und das Beach Motel dort (in der Größe) gebaut werden durften, finde ich ein No Go. Das beziehe ich aber rein auf den Standort. Beide Hotelkonzepte finde ich gut, denn sie sind jung und modern. Auch an so eine Zielgruppe sollte gedacht sein. Perfekt wäre es gewesen, man hätte sie in Steinwarder gebaut. Erstens gibt es dort schon große Komplexe, die alle eine Verjüngungskur vertragen und zweitens, wäre es der Natur nicht zu sehr an die Pelle gegangen.
      Außerdem finde ich es auch einen Widerspruch für den Urlauber. Die kleinen Reetdachhäuser sind doch eher für Ruhesuchende gedacht. Ob die Lust haben dort Urlaub zu machen, wenn nebenan Skater und Co. die Gegend unsicher machen. Ich weiß ja nicht.

      Aber es ist wie es ist, wir können es nicht ändern. Letztendlich ist es der Urlauber, der entscheidet, ob und was angenommen wird.

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

  2. Oh jeh…wir haben die Bauarbeiten letztes Jahr verfolgt. Ich hoffe nicht, dass die Ruhe und Idylle auf Graswarder leidet. Die Häuschen gefallen mir ganz gut, allerdings gebe ich euch Recht, dass so ein riesen Hotel dort nichts zu suchen hat. 🙁

    1. Moin liebe Britt.

      Das sind eben genau unsere Befürchtungen. Wäre es dort nur bei den kleinen Häusern geblieben, dann – denke ich – wäre alles viel schöner gewesen. Die beiden Hotels – wie gezagt vom Konzept nicht schlecht – aber absolut nicht passend an dieser Stelle. Für mich der total Widerspruch zu den kleinen Häusern. Wer so ein kleines Häuschen mietet, will doch eher Ruhe haben und nicht Halli-Galli.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  3. Als gebürtige Heiligenhafnerin bin ich eigentlich nur traurig und entsetzt, wie ein so idyllisches Fischerstädtchen mit kleinem Hafen und einer wunderschönen „Landzunge“ Strand sich verändert….wenn ich dort nicht Freunde und Familie hätte, wäre es sicher kein Reiseziel mehr; alles verbaut, vom Ort aus kein Blick mehr auf das Meer,der Strand verbaut, Hotels bis in die Dünen, wer auf dem klotzig-protzig-sinnlos Steg heiratet, findet seine Namen zwischen Herren- und Behindertentoilette…romantisch…baden in der Ostsee? Von der tollen Brücke kaum möglich, zumindest nicht für jedermann. Aber vlt sonnt der heutige Tourist sich lieber auf einer der Holzliegen, an denen andere dann vorbeischlendern, um….ja, um was zu tun oder zu sehen???

    1. Moin Moin!

      Das glaube ich dir sogar. Als Anwohner sind derartige Bauprojekte und Veränderungen erst recht ein Schreck. Mich schockt daran am meisten, dass es auf einmal – vorausgesetzt die Kasse klingelt – dann doch klappt, dass in Naturschutzgebieten gebaut werden darf. Wofür hat man die dann? Klar müssen auch Veränderungen her. Viele Orte besonders an der Nord- und Ostsee leben vom Tourismus und lange genug hat SH geschlafen und zu wenig bis gar nichts getan. Uns erschrecken dabei aber immer wieder die Großbauprojekte, die oft nur auf schnelles Geld aus sind. Irgendwie scheint von den Bonzen keiner zu merken, dass die Urlauber, die zu uns an die Küste kommen, die Ruhe lieben und keinen Ballermann wollen wie in Spanien. Viele Urlauber, die regelmäßig genau deshalb gekommen sind, werden vergrault. Ob das richtig ist.Langfristig und nachhaltig gedachte Veränderungen wären viel sinnvoller. Aber uns fragt ja keiner. 😉

      Liebe Grüße,
      Claudia

  4. Wir sind über das neue Projekt „gestolpert“ und haben uns dort informiert und Exponate mitgenommen. Eine tolle Anlage, die sehr exklusiv wirkt und als Immobilie zur Weitervermietung für einige Jahre gedacht ist. Mich hat aber auch das Hotel sehr gestört ! Ein Klotz !! Allerdings pellt sich Heiligenhafen grad sehr. Der Bauträger hat auch in der Stadt noch ein großes Objekt. Toll geplant. Wir haben uns jedoch anders entschieden 🙂

    1. Liebe Imke,
      gegen die kleinen Häuser habe ich auch so gar nichts, die passen sogar noch richtig gut. Ich finde allerdings die beiden Hotels an der Stelle fehl platziert. Wären die nach Steinwarder gekommen, dann hätte ich – zumindest sehe ich das so – viel besser gepasst und die Ecke sogar noch aufgewertet.
      Tja… Wunschdenken.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  5. Purer Wahnsinn ist das. Sie machen den Charakter vom Hafen kaputt.Wir sind gerne dort spazieren gegangen um die tollen Häuser und den Hafen zu bewundern. Wir waren jetzt mal schockiert und traurig über den Bauwahn in Heiligenhafen.Das tut doch nicht nötig und es zieht uns nicht mehr dahin „frown“-Emoticon

  6. Hallo Ihr zwei. Ich kann mich nur für den tollen Beitrag bedanken. Ihr habt wieder sehr viel Info’s gegeben. Zum Thema Bebauung und Geldgier wurde ja schon alles gesagt. Ich kann mich nur anschließen, das es schade um die Ex-Idylle ist. Liebe Grüße an Euch aus Nürnberg 😉

    1. Lieber Axel,

      sehr gerne. Du weißt, wir haben sehr viel Spaß an solchen Beiträgen und hoffen, dass ab uns zu mal kleine Äuglein geöffnet werden. 😉

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Claudia

  7. Liebe Claudia, liebe andere Kommentatoren,
    ok, hier wurde zuletzt im April 2016 reingeschrieben. Jetzt ist August, was an der Sache nix ändert. Mein Mann und ich waren 13 Jahre lang mit unserem Segelboot in Heiligenhafen.
    Wir haben die Idylle dort sehr genossen. Besonders den Graswarder, mit seinem natürlichen Flair liebten wir. Das ist nun alles vorbei. Diese Neubauten sind scheußlich!!!!! Die Häßliche Seebrücke verschandelt den Ausblick. Anständig angeln geht ja von diesem Monstrum aus auch nicht. Baden bei der Brücke oder von der Brücke aus? Nee!!!
    Alles eng und nicht wirklich schön bebaut. Kein Meerblick mehr, keine Entspannung. Alles ist auf oberflächlichen Massentourismus ausgelegt – und dabei nicht mal preiswert!
    Die Idylle ist weg und wir sind es auch!!! Wir haben Heilgenhafen verlassen.
    Viele Grüße
    Bettina

    1. Liebe Bettina,

      ja die Veränderungen sind wirklich oft nicht schön. Schon gar nicht wenn auf Masse statt Klasse geachtet wird. Wir sind ja der Meinung, dass in dem Hafen die kleinen Häuschen gereicht hätten. Die ganzen großen Hotels passen da einfach nicht hin. So fällt es für Ruhesuchende immer schwerer sich Plätze zu suchen. Die Ostsee verkommt an vielen Stellen zum Ballermann, was wirklich sehr schade ist. Wie gut, dass es ganz im Norden noch viele Stellen gibt wo es nicht so ist.

      Trotzdem vielen Dank für deine Zeilen.
      Vielleicht gefallen dir andere Orte, die wir vorgestellt haben. Würde uns freuen.

      Herzliche Grüße,
      Claudia

  8. Du willst Urlaub machen, wo du alles findest, was niemand braucht? Wo die Natur verbaut und betoniert wird? Wo Häuser, Läden und Hotels fast am Strand stehen, der gar kein Strand mehr ist, wo Sand aus Dänemark gebraucht wird, um dir etwas Sandstrand zu bieten, wo eine überdimensionale Holzbrücke mit ungemütlichen Sitz- und Liegemöglichkeiten die natürliche Umgebung verdrängt hat, wo zwischen den Toiletten die Eheschließungen verzeichnet werden, ……dann kann ich Heiligenhafen empfehlen. Heute nach einiger Zeit mal wieder da gewesen – wer lässt so etwas zu???!!!!

      1. Da ist eine – im Moment ausgestorbene – zugepflasterte Zweitstadt entstanden, die angeblich das Landschaftsbild nicht stört und die Baumwipfelhöhe nicht übersteigt. Fakt aber ist, dass die natürliche Umgebung verschandelt bzw zerfurcht wurde und dass es kaum Bäume gibt (deren Wipfel sind allerdings deutlich überschritten). Das ganze Gesamtwerk ist überproprtioniert und lässt schon von Weitem erkennen, dass es ein Projekt für wenige ist, deren Interessen Immobilien und andere Investitionsgeschäfte – also nur Geld und Gewinn für den persönlichen Bedarf – sind. Nichts mit Mehrwert für Land und Leute. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, wer dort gerne seine Freizeit verbringen soll….Jedenfalls nicht öfter als einmal! Aber sicher gibt es schön Pläne für weitere Investitionen; vlt einen Freizeitpark und ein Schwimmbad? Denn das, was von dem ursprünglich Schönen übrig ist, ist wenig und wenig einladend. Wer will schon um so einen Koloss von Brücke herum baden, spielen, sich Sonnen,……

  9. Hallo Claudia, ich war jetzt zum zweiten Mal in Heiligenhafen. Eigentlich super!?!?!? Beim ersten Besuch!!!!!!!! Die riesigen Bauwerke die am Stand entstanden sind, der wunderschöne befestigte Weg zur besagten Brücke, die tolle Beleuchtung!?!?!? Überfall will Geld verdient werden, sei es in Cuxhaven, oder in Schönhagen. Es macht mich ziemlich sauer, das jeder Zentimeter betoniert und auf Deuwelkommraus zugebaut und die Natur zerstört wird, nur um das verflixte Geld zu machen. Wer, bitte schön nimmt heut zutage überhaupt noch RÜCKSICHT auf die Tierwelt, die NATUR, die Zukunft unserer Kinder und letztendlich auf uns selbst??????? WIR ZERSTÖREN UNS SELBST!!!!!!! Ich würde mir wünschen, das irgendwo ein vernünftiger KOPF sitzt (kann auch irgendwo in einem Stadtrat sein), der endlich mal vor solche DINGE einen Stock steckt. Es macht keinen Spaß mehr irgendwo ans Wasser zu fahren und dort Geld zu lassen. Ich würde mich freuen, wenn ich Gleichgesinnte fände und man diese Machenschaften unterbindet.
    Von hier liebe Grüße Monnika

    1. Moin liebe Monika,

      deine Wut kann ich verstehen. Manchmal ist es echt nicht nachvollziehbar, wie mit unserer Natur umgegangen wird. Erst recht nicht, wenn Naturschutzgebiete plötzlich keine mehr sind und zu Bauland umgewandelt werden.

      Das ganze Thema ist schwierig und zweischneidig. Gerade in Regionen, wie hier an der Küste, wo die Menschen heutzutage fast ausschließlich nur noch vom Tourismus leben. Modernisierungen müssen da schon sein, allerdings wünschte ich sie mir oftmals mit mehr Bedacht und langfristig gedacht. Keiner hat etwas davon, wenn nur an den schnellen Profit gedacht wird.

      Mit der Natur zu gehen ist auf alle Fälle besser, als gegen sie zu arbeiten. Auch wenn der Spruch schon abgedroschen ist, aber wir haben nur die eine Natur. Sie braucht uns nicht, wir sie schon. Und viele, die an die Küsten fahren wollen die Natur.

      Leider, und das muss ich auch sagen, fangen viele Probleme schon im Kleinen an. Was mich immer maßlos ärgert ist, dass Touristen an die Strände, ins Wattenmeer oder wo immer sonst die Natur schön ist, kommen und dann dort ihren ganzen mitgebrachten Müll liegen lassen. Alleine neulich auf dem Weg zum Westerhever Leuchtturm hätte ich mal die ganzen Taschentücher zählen sollen, die am Wegesrand lagen. Was soll das, frage ich mich immer?! Solange wir Menschen diese „Nach mir die Sinnflut-Mentalität“ nicht ablegen, wird sich wohl niemals etwas ändern.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  10. Liebe Claudia,

    ich bin per Zufall hier gelandet bzw ganz so ein Zufall ist es doch wieder nicht. Schon vor vielen (18?) Jahren habe ich mich beim Strandspaziergang in das weiß-blaue Reetdachhäusle am Graswerder verliebt – und gestern kam es wiedermal im „Tatort“ vor – es ist ja über die Jahre zu einer Art Fernsehimmobilienberühmtheit geworden. Da fragte ich mich, wie es dort wohl heute aussieht, und bin nach etwas Internetrecherche hier gelandet (schöne Seite! 🙂 )

    Aber welch traurige Nachrichten und Entwicklungen muss ich hier lesen.. Mensch, damals dachte ich noch „Ja,ja, die reichen Leut‘, die sich sowas leisten können..“ – heute denke ich, wären doch bloß alle erhaltenswürdigen alten und authentisch regional gewachsenen Liegenschaften in liebevollem Privatbesitz, damit der schönen Gegend kein Unheil durch geldgierige Großkonzerne geschieht.

    Was hat denn Otto-Normal-Urlauber davon, in einem massentauglichen Betonklotz zu hocken wenn der schöne Ausblick und die hübsche regionalgetreue Bebauung danach verdorben sind? Da spazier ich doch 1000x lieber mit sehnsüchtigen Blicken am wenig überlaufenen Strand an „meinem“ Traumhäuschen vorbei, wissend, dass manche Träume eben nie wahr werden – aber dafür auch nichts Wertvolles kaputt machen. Wer das Schöne wahrhaft liebt, der muss auch gönnen können.

    Ich weiß, von meinen Träumen kann sich kein vom Tourismus lebender Heiligenhafener was kaufen, leider. Aber man sollte nie aufhören für einen gesunden Mittelweg zu kämpfen, und ich wünsche dir, liebe Claudia, möglichst viele Gesinnungsgenossen. (Wenn es noch nicht zu spät ist, vielleicht an eine große Zeitung wenden? Oder ans Fernsehen? Dass die nicht nur den Vorteil abschöpfen sondern auch mal was dafür tun, dass ihre Serienkulissen erhalten bleiben?)

    LG, Margarethe

    1. Moin liebe Margarethe,

      vielen Dank für deine Zeilen. Freut mit, dass nun auch der Tatort dafür sorgt, (zumindest wenn es um die tollen Landschaften in SH geht) dass sich Leser zu uns verirren. 😉 MeerART mache ich mit meinem Mann zusammen und wir lieben es, unsere Heimat vorzustellen.

      Wenn du tatsächlich vor 18 Jahren das letzte Mal da warst, dann wirst du Heiligenhafen wohl kaum noch wieder erkennen. Hier hat sich in den letzten Jahren so viel verändert. Selbst wir würden wohl staunen, denn die fertigen Hotels haben wir uns noch gar nicht wieder angeguckt. Wir waren damals so erschrocken über diese flächendeckende Bebauung. Und wie ich schon mehrfach schrieb, die kleinen Reetdachhäuser hätten es auch getan, aber nun gut. Die Entscheidungen treffen andere.

      In einem Punkt gebe ich dir Recht. Man muss nicht immer alles selber besitzen. Gönnen können oder einfach nur den Blick genießen, wie hier am Graswarder, reicht oft aus. Was wäre das Leben sonst ohne Träume. Was den Privatbesitz angeht, da bin ich immer vorsichtig. Die Privatsphäre einen jedes Hausbesitzers sollte schon gewahrt bleiben – wir würden es schließlich auch nicht mögen, wenn plötzlich fremde über unsere Terrasse laufen, – aber es sollte immer noch so sein, dass auch andere in den Genuss kommen. So wie hier in Graswarder.
      Schlimm finde ich es, wenn alles in Privatbesitz geht, eingezäunt wird und dann keiner mehr an den Strand oder Hafen kommt. Das finde ich furchtbar. Wie ein unkompliziertes Miteinander geht, das sieht man immer wieder in Dänemark. Wir in Deutschland haben schon so viele Stellen, die privatisiert wurden und wo man als Ottonormalverbraucher keine Chance mehr hat in den Genuss zu kommen. Die Natur sollte allen zugänglich sein, außer es ist ein ausgewiesenes Schutzgebiet, dann natürlich nicht.

      Wir als Blog und Liebhaber von schönen Landschaften haben da wenig Einfluss. Außer, es immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, dass wir alle ein wenig achtsamer sein sollten.

      Ich sende dir ganz liebe, sonnige und frostig kalte Grüße von der Westküste,
      Claudia

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