Die Geltinger Birk und ihre tierischen Helfer

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk

Die Geltinger Birk hat uns schon seit vielen Jahren in den Bann gezogen. Die wundervolle Landschaft und die vielen Tiere geben dir ein kleines bisschen das Gefühl von Afrika. Nachfolgend verraten wir dir warum dieser Flecken Erde kurz vor der dänischen Grenze für uns zu den schönsten Naturschutzgebieten in Schleswig-Holstein gehört.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Lange hatten wir uns schon vorgenommen endlich mal wieder in die Birk zu fahren, denn seit unserem letzten Aufenthalt ist nicht nur jede Menge Zeit vergangen, sondern es hat sich auch einiges verändert. Seit ein paar Jahren weiden hier nicht nur Wildpferde und Robustrinder, sondern auch Ziegen und Schafe, die ebenfalls als tierische Landschaftspfleger eingesetzt werden.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Diesmal gehen wir jedoch nicht alleine auf Entdeckungsreise, sondern mit Jeanette – unserer Dänisch-Tandempartnerin. Ihr hatten wir schon öfters von der Geltinger Birk vorgeschwärmt und da sie selber so ein Naturfan ist, wurde aus unserem Ausflug auch gleich eine deutsch-dänische Exkursion mit extra Lernfaktor für beide.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Wenn der Herbst Einzug hält

Trocken, aber grau in grau mit einem Hauch von Blau am Himmel. So zeigte sich das Wetter als wir uns auf unseren Rundgang um die Geltinger Birk begaben. Das trübte unsere Laune aber nicht im geringsten. Wir hatten richtig Lust auf Wandern und machten uns sogleich auf den Weg. Da wir unser Auto in Falshöft abgestellt hatten, starteten wir unseren Rundgang am Strand. In der Luft lag der Duft von Herbst gepaart mit salziger Seeluft, was uns alle erstmal tief durchatmen ließ.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Was ich am Strand immer ganz drollig finde ist, dass man zwar gemeinsam des Weges startet, sich aber jeder schnell selbst auf seinen ganz eigenen macht. Hier ein Stein und da eine Muschel entdeckend, verteilten wir uns anfänglich kreuz und quer. Jeder ließ sich auf seine ganz eigene Weise treiben. Immer wenn sich die Wege kreuzten, wurden deutsche und dänische Vokabeln bezüglich der Strandfunde ausgetauscht. So macht das Lernen einer fremden Sprache richtig Spaß. Erst als wir den Strand verlassen mussten, denn irgendwann endet dieser in einem Vogelschutzgebiet, begaben wir uns wieder gemeinsam auf den Wanderweg durch die Geltinger Birk.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Eine Savanne zum Verlieben schön

Zur rechten Seite blieb uns der Blick auf die Ostsee erhalten, während sich auf der linken Seite eine beinahe nicht enden wollende Weidelandschaft ausbreitete. Dank des Herbstes war diese in sämtliche Farbschattierungen getaucht, die einmal mehr an eine Savannenlandschaft irgendwo in Afrika erinnerte. Lediglich der Zaun erinnert daran, dass wir uns in Deutschland befinden.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Oft blieben wir stehen, um einfach nur den Blick zu genießen. Hier und da schnellte mal ein Fingerzeig hervor, um wieder auf etwas aufmerksam zu machen, was einem von uns ins Auge fiel, um mitgeteilt zu werden.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

In diesem Fall waren es zahlreiche Wildvögel, die sich an einer nahegelegenen Wasserstelle versammelt hatten und die ansonsten sehr ruhige Stimmung in ein Wirrwarr aus Geschnatter tauchten, wenn sich neue Gefährten aus der Luft niederließen. Zum perfekten Savannenbild fehlten jetzt nur noch Zebras, Löwen oder Elefanten. Die gibt es hier natürlich nicht, dafür aber Wildpferde, Robustrinder und seit ein paar Jahren auch Ziegen und Schafe.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Die Tiere sind richtige Landschaftshelfer und sorgen mit ihrem Verbiss dafür, dass die Landschaft offen bleibt und nicht verwildert. So haben viele seltene Pflanzen und Tiere hier einen ganz besonderen Lebensraum gefunden.

Eine ganz besondere Begegnung

Seit vielen Jahren wird an den Küsten gegen die invasive Vermehrung der Kartoffelrose gekämpft, denn die wuchert so stark, dass sie vielen heimischen Pflanzenarten keine Chance lässt. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Kartoffelrose wächst nicht nur sehr stark, sondern vermehrt sich auch rasend schnell. Ganz besonders, wenn man versucht sie abzuschneiden. Um zu überleben bildet die Pflanze viele Nottriebe. Das passiert jedoch nicht, wenn die Pflanze langsam abstirbt und das wiederum gelingt, wenn Tiere, wie die norwegische Schafrasse (Norsk Spaelsau) von Angela Dornis, an den Pflanzen knabbert.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Wir hatten gerade das Glück, der Schäferin bei der Arbeit zuzusehen. Jemand hatte wohl ein verletztes Tier gemeldet und die Schäferin war gekommen, um nach dem Rechten zu sehen. Dieser behutsame und gefühlvolle Umgang mit den Tieren hat uns sehr beeindruckt. Ganz langsam bewegte sie sich durch ihre Herde, bis sie das Tier fand und es gleich vor Ort versorgte. Die Tiere waren währenddessen völlig entspannt. Ihr Hütehund nutzte die kurze Pause für ein Bad in der Ostsee. Die Schafe können genau wie die Wildpferde oder die Robustrinder das ganze Jahr über draußen bleiben.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Am Strandwall sieht man genau, wo die Tiere ihre Arbeit verrichtet und der Kartoffelrose den Kampf angesagt haben. An einigen Stellen sieht man besonders gut, wie heimische Pflanzen sich wieder ihren Weg bahnen.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Aber nicht nur die Kartoffelrose bereitet den Landschaftsschutzhelfern Sorge, sondern auch die Birke, die sich ebenfalls sehr schnell in dem Gebiet ausbreitet und der Natur sehr viel Wasser entzieht. Darum sorgen etwas weiter im Inneren der Birk die Ziegen von Frank Rahdes dafür, dass sich die Birke nicht allzu stark ausbreitet.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Im Gegensatz zu den norwegischen Schafen, die an das raue Küstenklima bestens angepasst sind, müssen seine Tiere allerdings im Winter in den Stall. Derzeit sind in der Geltinger Birk insgesamt 100 Ziegen im Einsatz. Sie beweiden rund 40 Hektar. Der Vorteil dieser Art der Landschaftspflege ist, dass die Ziegen in die Ecken kommen, in die der Mensch mit seinen Gerätschaften nicht mehr hinfahren kann.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Kleine Schmunzler am Wegesrand

Als wir die Spitze der Geltinger Birk erreichten, entdeckten wir auch die ersten Rinder, die genüsslich auf der Weide grasten. Wildpferde waren jedoch nicht in Sicht. Auch nicht, als wir den Konik-Pfad entlang gingen. Was ein wenig traurig war, denn ich hatte für Jeanette gehofft, dass wir welche sehen werden, aber das zeigt eben auch wie weitläufig das Gebiet ist.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Neu für uns war auch der Weg bei den Ferienhäusern. Als wir hier das letzte Mal entlang gingen, gab es den noch nicht, sondern nur den Weg direkt an der Küste, der nun anscheinend nur noch von den Feriengästen selbst benutzt werden darf. Dafür haben wir dieses Häuschen dann auch mal aus dieser Perspektive bewundern dürfen.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Das war natürlich sehr nett, um die eigene Neugierde zu befriedigen, aber als Urlauber käme ich mir mit dieser Lösung dann doch ein wenig wie auf dem Präsentierteller vor. Und neugierige Blick dürfte es reichlich geben, ganz besonders in der Hauptsaison. Denn was alleine heute an Besuchern auf den Beinen war, fand ich für die Nebensaison und an so einem trüben Herbsttag dann doch enorm.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Am Kiosk bei der Mühle gönnten sich Jeanette und Ralph einen Hot Dog, der bei unserer dänischen Freundin für ein wenig Verwunderung bzw. Schmunzeln sorgte. Die deutsche Variante eines Hot Dogs hatte anscheinend nicht viel mit dem dänischen Original gemein. Geschmeckt hat es aber trotzdem.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Gestärkt machten wir uns auf, um auch noch die letzte Etappe von unserem Rundgang zu meistern. Am Ende der Runde sind wir 15 Kilometer gelaufen, die wir in vollen Zügen genossen haben. Ein wenig kaputt und müde machten wir uns auf den Heimweg.

Herbstspaziergang im idyllischen Naturschutzgebiet Geltinger Birk // Foto: MeerART

Wir waren uns aber alle einig, dass die Geltinger Birk ein wahres Naturparadies ist. Selbst wenn die Sonne nicht scheint und auch keine Wildpferde in Sicht sind.

2 Kommentare zu „Die Geltinger Birk und ihre tierischen Helfer“

  1. Ich liebe den Herbst. Mal ist er bunt, mal von etwas gedämpfteren Tönen durchzogen. Ich finde, man kann dann die Natur noch einmal von einer ganz anderen Seite betrachten, hat Gelegenheit tief durchzuatmen.

    Eure Bilder machen in jedem Falle Lust das Naturschutzgebiet Geltinger Birk zu erkunden. Besonders die Mühle dort mitten in der wundervollen Natur hat es mir angetan.

    Liebe Grüße, Clara

    1. Moin liebe Clara,

      der Herbst hat in der Tat viele schöne Facetten. Auch an Tagen wie diesen, wo es trüb ist, macht das Draußen sein Spaß.
      Die Geltinger Birk ist ein Träumchen und hat unser Herz schon lange erobert. Die Mühle Charlotte ist in der Tat zauberhaft.

      Liebe Grüße,
      Claudia

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