Die Schlei – Segelrevier und Naherholungsgebiet

Der malerische Ort Sieseby direkt an der Schlei // Foto: MeerART

Von der Küste bis ins Binnenland reicht Deutschlands längster Ostseefjord, die Schlei. Sie ist 43 Kilometer lang und während einer Eiszeit vor 120.000 bis 10.000 Jahren entstanden.

In der Tourismusbranche wird gerne von einem Fjord gesprochen, doch anders als häufig behauptet, ist die Schlei kein Fjord, sondern allenfalls eine Förde, weil sie nicht durch einen seewärts fließenden Gletscher entstanden ist und ihr damit die typischen steilen Felsufer fehlen. Richtiger ist daher wohl die Bezeichnung Meeresarm. Dieser trennt die schleswigschen Landesteile Angeln im Norden und die Halbinsel Schwansen im Süden.

Der malerische Ort Sieseby direkt an der Schlei // Foto: MeerART

Zwischen Maasholm am Übergang zur offenen See und Schleswig liegen zahlreiche verträumte Dörfer, wie das malerische Dörfchen Sieseby oder Deutschlands kleinste Stadt Arnis. Viele Uferabschnitte sind jedoch unbebaut. Dort reichen die sanft hügeligen Landschaften mit Wiesen und Feldern direkt bis ans Wasser.

Arnis – die idyllische Stadt auf einer Halbinsel an dem Ostseefjord Schlei // Foto: MeerART

Als Handelsweg im Ostseeraum hatte die Schlei auch für die Wikinger eine große Bedeutung. Damals ließen sie sich in der Siedlung Haithabu an der Schlei nieder.

Arnis – die idyllische Stadt auf einer Halbinsel an dem Ostseefjord Schlei // Foto: MeerART

Heute zählt sie mit zu den schönsten Paddelrevieren in Schleswig-Holstein. Kajaks und Kanus gibt es bereits ab 20 Euro pro Tag. Das Revier ist sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet.

Arnis – die idyllische Stadt auf einer Halbinsel an dem Ostseefjord Schlei // Foto: MeerART

Vom Wasser aus lassen sich die vielen unbebauten Uferabschnitte am besten betrachten, denn für Besucher sind die Wege vom Land oft nicht zugänglich. Besonders zu empfehlen ist eine Tour von Winnemark in Richtung Sieseby.

Der malerische Ort Sieseby direkt an der Schlei // Foto: MeerART

Auch mit dem Fahrrad lässt sich die Schlei prima erkunden. Es gibt 15 ausgeschilderte Touren, die auf kleinen Wegen durch die Region führen. Feste Brücken über die Schlei gibt es nicht. Wer ans andere Ufer will, muss die Fähre nehmen oder schwimmen. 😉 Vielleicht auch einen Versuch wert, denn besonders tief ist sie nicht.

Zugang zur Schlei in Sieseby // Foto: MeerART

Trockenen Fußes kommt man bei Missunde, in der Nähe von Schleswig, mit einer Kettenfähre über die Schlei.  In Arnis gibt es eine weitere Möglichkeit per Fähre nach Sundsacker.

Arnis – die idyllische Stadt auf einer Halbinsel an dem Ostseefjord Schlei // Foto: MeerART

Alle, die Angst haben einen Fuß auf eine Fähre zu setzen, müssen bis Kappeln durchhalten. Dort gibt es eine weitere Verbindung zwischen Nord- und Südufer mit der Klappbrücke. Die 210 Meter lange Stahlkonstruktion ist schon von weitem sichtbar und verbindet das Stadtzentrum mit dem gegenüberliegenden Ufer. Damit Schiffe die Brücke passieren können, wird sie einmal stündlich – jeweils 15 Minuten vor jeder vollen Stunde – geöffnet.

Impressionen aus der Hafenstadt Kappeln an der Schlei und Ostsee // Foto: MeerART

Von Kappeln aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zur schmalen Öffnung der Schlei zur Ostsee. Hier liegt auch die unbewohnte Lotseninsel Schleimünde mit einem kleinen Nothafen für Yachten und der berühmten Kneipe „Giftbude“. Ein schwarz-weißer Leuchtturm auf einer Mole weist der Schifffahrt den Weg.

Impressionen aus der Hafenstadt Kappeln an der Schlei und Ostsee // Foto: MeerART

Die Schlei-Region ist kein Gebiet, das man an einem Tag erkunden kann. Hier sollte man sich  Zeit nehmen – LANGSAMZEIT -, um die vielen verschiedenen Eindrücke zu erleben und zu genießen.

Der malerische Ort Sieseby direkt an der Schlei // Foto: MeerART

Es lohnt sich auf jeden Fall.

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2 Kommentare zu „Die Schlei – Segelrevier und Naherholungsgebiet“

  1. Liebe Claudia,

    gerade habe ich die schönen Fotos angesehen und festgestellt, dass es da für uns auch noch viel zu entdecken gibt. In Arnis und Missunde waren wir vor einigen Jahren und sind auch in Kappeln schon spazieren gegangen, haben im Restaurant mit den drei großen Schornsteinen („A A L“) schön Mittag gegessen. Danach sind wir weiter nach Maasholm gefahren.
    Aber das nördliche Schleiufer möchte ich auch noch eingehender erkunden. Von der Lotseninsel habe ich zum ersten Mail in Eurem Blog über Maasholm gelesen. Ist die für Besucher zugänglich?
    Euer Bericht ist nicht nur sehr informativ, sondern auch noch lehrreich. Ich habe gelernt, warum die Schlei kein Fjord sein kann.

    Ich wünsche Euch ein wunderschönes Wochenende – bis demnächst! „See you later!“

    Liebe Grüße
    Karin

    1. Liebe Karin,

      das freut mich total, gerade auch, wenn wir ein wenig Wissen weitergeben können. Der Leuchtturm ist inzwischen auch saniert und nicht mehr schwarz-weiß sondern grün-weis gestrichen. Zum Teil ist die Lotseninsel für Besucher offen, aber nur bis zum Vogelschutzgebiet. Wenn man zum Leuchtturm will geht das nur von Kappeln aus mit dem Dampfer.
      Die Schlei ist wirklich eine Reise wert, ganz egal wo man sich aufhält, es ist überall schön.

      Dir auch noch ein ereignisreiches Wochenende.

      Liebe Grüße,
      Claudia

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