Rezept-Tipp: Giersch-Pesto á la MeerART

Rezept-Tipp: Giersch-Pesto á la MeerART // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Na, gehörst du auch zu den Gartenliebhabern, bei denen nur beim Gedanken an Giersch pure Verzweiflung ausbricht? Ist dein Garten auch immer und immer wieder mit Giersch übersät? Dann zeigen wir dir jetzt, wie du aus einer Not eine Tugend machen kannst.

Vielleicht kurz zur Erklärung:

In unserem vorherigen Garten hatten wir zwar auch mit Giersch zu tun, aber diesen konnten wir immer relativ gut im Zaum halten. Anders sieht es mit unserem neuen Garten in Langenhorn aus. Wir haben ganze Gierschteppiche, die sich so ganz und gar nicht bekämpfen lassen. Denn die sind über die Jahre mit all den anderen Zier- und Nutzpflanzen total verwachsen. Um ihn loszuwerden, müssten wir schon den ganzen Garten mit all seinen Pflanzen komplett vernichten. Das kommt natürlich überhaupt nicht in Frage. Genauso wenig wie irgendwelche Unkrautvernichtungsmittel.

Vom gehassten Unkraut aus dem Garten zum leckeren Rezept-Tipp // Foto: MeerART

Also haben wir uns ein wenig mit dieser Pflanze beschäftigt und gelernt, dass der Giersch nicht nur ein wahrer Überlebenskünstler ist, sondern auch ein absolutes Superfood. Giersch enthält nämlich viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Er ist nicht nur dem mineralstoffreichen Grünkohl überlegen, da er bis zu dreizehnmal mehr Mineralstoffe besitzt, sondern auch der Vitamin-C-Gehalt ist viermal höher als in Zitronen. Wow, dachte ich mir und so etwas Tolles haben wir im eigenen Garten. Also fing ich an zu überlegen, was wir Feines damit zaubern können.

Zutaten für vier Personen:

200-300g frischen Giersch aus dem Garten
100 g getrocknete Tomaten
10 frische Knoblauchzehen
2 TL Fleur de Sel (100% natives Meersalz)
100-150 g Parmesan
3 EL Sesamkörner
50 g Pinienkerne
ca. 75-100 ml natives Olivenöl
frisch gemahlener Pfeffer

Zubereitung:

Den Giersch waschen, gut trocken schleudern und putzen. Anschließend den gewaschenen Giersch klein hacken und in eine Schüssel geben. Einen kleinen Topf mit etwas Wasser zum Kochen bringen, die getrockneten Tomaten hineingeben und die Temperatur herunterdrehen. Die Tomaten im heißen Wasser 2-3 Minuten ziehen lassen, dann abgießen. Die Tomaten zur Seite stellen und abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit den Knoblauch schälen und anschließend klein hacken und mit zu dem Giersch geben. Die Sesamkörner kurz in einer Pfanne leicht anrösten, währenddessen die Pinienkerne in einen Mörser geben und grob zerkleinern. Die abgekühlten Tomaten ebenfalls in kleine Stücke schneiden, den Parmesan reiben und alle Zutaten mit in die Schüssel zum Giersch geben und gut miteinander vermengen. Salz, Olivenöl und Pfeffer mit zu der Masse geben. Anschließend alles nochmals gut durchmengen und abschmecken.

Unser Tipp: Man sollte das Pesto ruhig ein paar Stunden in der geschlossenen Schüssel im Kühlschrank ziehen lassen. Das Pesto schmeckt lecker mit Spaghetti oder einem ofenfrischen Baguette. Viel Spaß beim Nachkochen und lasst es euch schmecken …

Verfasser: Claudia und Ralph Kerpa

Für alle, die noch mehr über Giersch erfahren möchten eine kleine Pflanzenkunde…

Die besondere Inhaltsstoffe von Giersch sind: ätherische Öle, Bor, Cumarine, Eisen, Flavonglykoside, Harze, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Saponine, Titan, Vitamin A, Vitamin C

Seine Eigenschaften sind: antibakteriell, antifungizid, entsäuernd, entzündungs­­hemmend, harntreibend, kräftigend

Giersch hilft bei: Blasenentzündungen, Erkältungen, Frühjahrsmüdigkeit, Gicht, Hämorrhoiden, Hexenschuss, Husten, Insektenstiche, Ischias, Krampfadern, Rheuma, Verbrennungen, Verstopfung, Würmer, Zahnschmerzen

Übrigens: Früher wurde Giersch in Klostergärten sogar absichtlich angebaut, um als Heilpflanze, besonders gegen Gicht, verwendet zu werden.

6 Gedanken zu „Rezept-Tipp: Giersch-Pesto á la MeerART

  1. Liebe Claudia,
    das hört sich lecker an! Auf der Recherche rund um das Thema Huus, sind wir auf Euch gestoßen und finden jetzt auch noch ein Gierschrezept der Superlative … – hört sich jedenfalls sehr sehr lecker an! Wir werden es ausprobieren, denn auch wir leben im Gierschparadies. Schön, dass Ihr jetzt sogar einen Laden eröffnet habt. Vielleicht schaffen wir es ja mal Euch zu besuchen. Ralphs Fotos sind wie immer klasse! Viel Erfolg weiterhin und die besten Grüße aus Hamburg vom Diekhuus in Voßmoor. Christiane und Dennis

    1. Moin Christiane,

      lach weg… du hier bei uns auf dem Bog?!

      Ja, wir konnten uns endlich den Traum vom Atelier erfüllen. Überhaupt geht es uns sau gut hier oben. Man kann sagen, wir sind endlich Angekommen im Leben. 🙂

      Das mit dem Giersch können wir nur empfehlen. Wir haben inzwischen schon verschiedenen Sachen ausprobiert und das Zeug ist wirklich lecker. Und wer einen Gierschteppich im Garten hat, kann sich doppelt freuen.

      Kommt gerne vorbei, wenn es euch mal in den hohen Norden verschlägt.

      Liebe Grüße von der Westküste in die alte Heimat.
      Claudia

  2. …Moin, zum Giersch gibt es ein schönes Gedicht von Jan Wagner…
    Aus seinem letzten Lyrikband Regentonnenvariationen… das Gedicht kann man direkt googeln…

    Wir können Euch gelben Mohn geben… der kommt auch gegen Giersch an.
    Der blüht ab jetzt bis zum ersten Frost. Dann habt Ihr Giersch mit gelben Tupfen…

    Schön, dass es Euch gibt… Markus

    1. Moin lieber Markus,

      wie süß von euch, das habt ihr liebe geschrieben. (Leicht rote Wangen hab) 😉

      Gelber Mohn klingt eigentlich ganz hübsch. Sollte ich mir beim nächsten Mal bei euch angucken. Ansonsten probieren wir fleißig neue Rezepte mit Giersch aus. Einige sind schon zusammen gekommen… Gierschlasagne, Gierschpizza…

      Liebe Grüße,
      Claudia

  3. Moin Claudia

    Der Name sagt mir was, aber ich habe weder Giersch im Garten noch kenne ich diese Pflanze….*grübel*
    Wohl eher ein Vertreter der nördlichen Seite von SH??
    Mit was würdest du das geschmacklich vergleichen? ( Nur damit ich mal eine Vorstellung bekomme)…..

    Liebe Grüsse
    Sabina

    1. Moin liebe Sabina,

      der wächst garantiert nicht nur in SH. Der Giersch hat schon so manch einen Gärtner zur Verzweiflung gebracht. 😉 Würden wir ihn nun nicht als Wunder der Natur ansehen und ihn einfach verzehren, dann würde ich in diesem Garten wohl auch verzweifeln. 😉
      Du kannst ihn eigentlich ganz gut mit Spinat vergleichen, sowohl geschmacklich, als auch bei der Zubereitungsart. Wichtig ist nur die jungen Blätter zu verarbeiten und nicht die Stengel. Sonst wird es zu bitter.

      Liebe Grüße,
      Claudia

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Ich habe verstanden und stimme zu.