Manchmal braucht es gar keinen großen Ausflug. Manchmal reicht es, einfach mal wieder loszufahren. Vor einem Jahr hatten wir das Fischerdorf Gothmund an der Trave eher zufällig entdeckt und waren sofort fasziniert von diesem kleinen, ursprünglichen Ort. Deshalb wollten wir einfach mal wieder hin.

Wenn du mehr über die Geschichte und die Besonderheiten des Fischerdorfs erfahren möchtest, findest du alles dazu in unserem Beitrag Das Fischerdorf Gothmund.

Unser Plan war diesmal keine große Erkundungstour. Kein bestimmtes Ziel. Einfach ein bisschen raus, ein wenig spazieren und schauen, was uns Gothmund bei unserem zweiten Besuch zeigen würde.
Hauptsache mal raus
Der Sommer hatte es uns in diesem Jahr nicht gerade leicht gemacht. Ein, zwei Tage war es heiß und danach regnete es wieder tagelang. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für Foto- und Erkundungstouren – weder für schönes Licht noch für die eigene Gefühlslage. Nachdem wir nun schon wochenlang nicht richtig losgekommen waren, war es uns an diesem Tag irgendwann ganz egal, wie der Himmel aussah. Hauptsache mal raus. Also fuhren wir wieder nach Gothmund.

Und plötzlich kam die Sonne
Als wir am Fischerdorf ankamen, war es fast wie ein kleines Wunder: Der Himmel riss auf und die Sonne kam tatsächlich zum Vorschein. Welch seltener Gast in diesem Sommer. 😉
Unsere Freude war natürlich entsprechend groß. Denn so konnten wir nicht nur einen kleinen Spaziergang am Hafen machen, sondern auch gleich wieder ein paar schöne Erinnerungsbilder von diesem besonderen Ort mitnehmen.

Und während wir so zwischen den alten Reetdachhäusern unterwegs waren, stellten wir einmal mehr fest: Gothmund ist ein Ort, den man am besten im Schneckentempo entdeckt.

Im Schneckentempo durch Gothmund
Was uns beim ersten Besuch schon aufgefallen war, faszinierte uns diesmal noch mehr. Die Häuser stehen dicht beieinander, kleine Gärten schmiegen sich an die alten Katen und immer wieder entdeckt man irgendwo ein Detail, das man beim ersten Blick glatt übersehen hätte.

Für uns als Besucher ist es natürlich traumhaft, durch diese kleinen Wege zu schlendern und einen Blick auf die liebevoll gestalteten Gärten zu erhaschen.
Gleichzeitig haben wir uns diesmal auch gefragt, wie es wohl für die Menschen sein muss, die hier leben. Denn viel Privatsphäre bleibt entlang des Fischerwegs nicht unbedingt. Wer hier wohnt, lebt schließlich mitten in einer historischen Fischersiedlung, die Besucher seit vielen Jahren anzieht.

Das ist eine interessante Mischung: Für uns ist Gothmund ein wunderschöner Ort zum Entdecken. Für die Menschen hier ist es ihr Zuhause. Und deshalb gilt natürlich auch hier: Schauen und staunen ist erlaubt, aber die privaten Bereiche bleiben privat.
Es gibt so viel zu entdecken
Wir gingen also ganz langsam durch die engen Wege und ließen den Blick schweifen. Dabei musste ich ein kleines Geständnis machen: Ich gehöre durchaus zu den Menschen, die gerne in andere Gärten schauen. 😉 Nicht aus Neugier auf die Menschen, sondern weil ich Gärten so sehr liebe und ich mir gerne Inspirationen hole.

Mal ist es ein besonders schön bepflanzter Garten, mal eine alte Tür oder ein kleines Schild. Oft sind es gerade die unscheinbaren Dinge, die einem erst auffallen, wenn man sich Zeit nimmt.
So entdeckten wir beispielsweise ein kleines Herz als Schlüsselanhänger an einer alten, verwitterten Tür. Nichts Spektakuläres. Und gerade deshalb so schön. Denn genau solche Kleinigkeiten erzählen etwas über einen Ort.

Zwischen Rosen und Gartenzwergen
Immer wieder stieg uns der Duft der Rosen in die Nase. Bienen und Hummeln summten sich durch die Blüten und die Schmetterlinge erinnerten uns daran, dass wir uns tatsächlich mitten im Sommer befanden. Und dann gab es natürlich auch die andere Seite der Gartenkunst. 😉
Kunterbunte, von der Sonne längst ausgeblichene Gartenzwerge und allerlei Tierfiguren standen neben mehr oder weniger überzeugenden Gartenteichen. Nun ja. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und schließlich muss man ja nicht hingucken.
Aber auch das gehört für uns zu einem echten Wohnort dazu. Gothmund wirkt gerade deshalb so liebenswert, weil hier nicht alles für Besucher inszeniert wurde. Es darf einfach sein, wie es ist.
Ein Blick auf die „Lisa von Lübeck“
Als wir zwischen den Häusern hindurchblickten, entdeckten wir plötzlich die „Lisa von Lübeck“. Das historische Hanseschiff ist eine Rekonstruktion einer Kogge und erinnert an die Schiffe, die während der Hansezeit auf Nord- und Ostsee unterwegs waren. Für uns war es ein schöner Moment, das Schiff aus dieser ungewöhnlichen Perspektive zwischen den alten Gothmunder Häusern und dem Schilf zu entdecken.

Gothmund und die Hanse – zwei Dinge, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht zusammengehören. Und doch ist die Trave seit Jahrhunderten eng mit der Geschichte Lübecks und seiner Schifffahrt verbunden.
Der Hafen hinter dem Schilf
Am liebsten wären wir natürlich noch näher an den kleinen Hafen herangekommen. Doch der Schilfgürtel versperrte uns an diesem Tag ein Stück weit den direkten Blick. Also blieb uns nur, zwischen den Halmen hindurch und darüber hinwegzuschauen. Und vielleicht war genau das auch ganz schön.
Wie kleine Perlen reihten sich die Fischerboote an die alten Holzstege. Das Wasser lag ruhig und die Sonne brachte plötzlich Farbe in die Szene. Nach dem grauen Sommerwetter der vergangenen Wochen fühlte sich dieser kleine Moment fast wie ein Geschenk an.

Und wieder einmal wurde uns bewusst, dass man gar nicht weit fahren muss, um etwas Besonderes zu erleben.
Ein kleines Paradies an der Trave
Unser kleiner Ausflug nach Gothmund hatte sich wieder einmal mehr als gelohnt. Nicht, weil wir an diesem Tag besonders viel gesehen hätten, sondern gerade weil wir nichts sehen mussten. Wir konnten langsam durch die Gassen schlendern, in die Gärten schauen, die kleinen Details entdecken, den Duft der Rosen genießen und zwischendurch einfach den Blick über die Trave schweifen lassen.
Gothmund ist für uns eines dieser kleinen, versteckten Paradiese in Schleswig-Holstein. Ein Ort, an dem man wunderbar eine Weile vergessen kann, wie schnell der Rest der Welt gerade unterwegs ist. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum wir immer wieder gern hierherkommen.

Unser Fazit
Gothmund muss man nicht in einer Stunde „abhaken“. Im Gegenteil. Je langsamer man unterwegs ist, desto mehr gibt es zu entdecken. Ein kleines Herz an einer alten Tür. Eine Rose, über der eine Hummel brummt. Ein Fischerboot zwischen Schilf und Holzstegen. Ein Reetdach, auf dem das Licht liegt.
Es sind die kleinen Dinge, die diesen Ort so besonders machen. Und manchmal ist genau das die beste Art, einen Mittag zu verbringen. Einfach mal raus.
Häufige Fragen zu einem Besuch in Gothmund
Kann man Gothmund einfach besuchen?
Ja. Das Fischerdorf Gothmund ist jederzeit frei zugänglich. Da es sich um eine bewohnte historische Siedlung handelt, sollte man sich selbstverständlich auf den öffentlichen Wegen bewegen und die Privatsphäre der Bewohner respektieren.
Was kann man bei einem Spaziergang durch Gothmund entdecken?
Vor allem die historischen Reetdachhäuser, kleine Gärten, alte Türen und liebevolle Details sowie den Blick auf die Trave und die Fischerboote. Gothmund ist weniger ein Ort zum klassischen „Sightseeing“ als zum langsamen Schauen und Entdecken.
Lohnt sich Gothmund auch für einen kurzen Ausflug?
Auf jeden Fall. Gothmund lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang verbinden und eignet sich auch als Zwischenstation bei einer Tour entlang der Trave in Richtung Travemünde. Auch mit dem Bus ist das Fischerdorf gut erreichbar.










6 Kommentare zu „Mittags am Hafen von Gothmund“
Moin ihr Lieben,
was für eine bezaubernde „Mittagspause“ 🙂 und dann noch mit *Lisa*!!!
…das steht auch ganz oben auf meiner Liste.
LG zu Euch
Christa
Moin Christa,
danke. Manchmal kann das Leben schon echt schön sein. 😉
Das mit Lisa war eine echte Überraschung.
Wir wünschen dir viel Freude bei deiner Entdeckungstour.
Liebe Grüße zurück,
Claudia
Liebe Claudia,
das ist ja wieder mal ein ganz süßes Dorf, dass Ihr zwei entdeckt habt! So schön! Ganz toll, dass Ihr so viel unterwegs seid und wir das Ergebnis sehen und mit Euch genießen können. Ach, gerne wäre ich live dabei.
Deutschlandreise auf besonders schöne Art und Weise. Danke mal wieder für eine kurze Auszeit während der Arbeit und ein wenig träumen. 🙂
Ein schönes Wochenende wünsche ich Euch.
Liebe Grüße in den Norden
Martina
Liebe Martina,
vielen lieben Dank für deine netten Worte.
Gerne würden wir dich mitnehmen auf die Streifzüge durch unsere Heimat. Es gibt so viel zu entdecken, man muss es in der Tat nur sehen, erleben, fühlen. 😉
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch bei euch so viele schöne Orte gibt, die einen verzaubern können.
By the way – Träumen ist was sehr schönes und sollte nie verlernt werden.
Ganz, ganz liebe Grüße zu dir,
Claudia
Liebe Claudia,
ich glaube, ich habe schon mal einen Beitrag von Euch über Gothmund gesehen und dachte da schon: „Da möchte ich mal hin“.
Diesen schönen malerischen Ort möchte ich auch in diesem Jahr noch kennen lernen. Vielleicht ist Euer Beitrag hier ja der Anlass dazu. Wenn wir rausfinden, wie man da hinkommt, sind wir evtl. am Sonntag da. 🙂
Liebe Grüße und Euch ein schönes Wochenende.
Karin
Liebe Karin,
ja das kann sein, wir haben bereits zwei über Gothmund gemacht und manchmal poste ich auf fb auch nur Bilder daraus. Dorthin zu finden ist ein wenig knifflig, aber es lohnt sich auf alle Fälle. Am besten über die A1 und Dänischburg abfahren, danach weiter auf der B75. Wenn ihr ein Navi habt, dann findet ihr es recht schnell. Hoffentlich habt ihr dann nicht so viel mit Stau zu tun. Die Autobahnen sind momentan ja der Hammer. Vielleicht macht ihr danach noch einen Abstecher zum Dummersdorfer Ufer, denn auch das lohnt sich und ist quasi um die Ecke. 🙂
Viel Spaß.
Herzliche Grüße,
Claudia