Alle guten Dinge sind vier

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Ein winterlicher Ausflug auf die Sandbank von Westerhever

Von wegen alle guten Dinge sind drei. Manchmal braucht es eben auch einen vierten Anlauf bis es mit dem Winterwunderland in Nordfriesland klappt.

Beinahe hätte ich nicht mehr daran geglaubt, denn seitdem wir in Nordfriesland leben – immerhin befinden wir uns bereits im vierten Jahr – hat es an meinem Geburtstag nicht mehr geklappt mit einem Winterwunderland. Ganz im Gegenteil. Meistens hat es so fies geregnet, dass wir kaum Lust hatten, an unserer liebgewonnenen Tradition – unsere Geburtstage am Strand zu verbringen – festzuhalten.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Seitdem ich denken kann, war es Ende Januar immer kalt. Selbst wenn kein Schnee lag, aber auf Frost war zumindest Verlass. Doch dieses Jahr hatte ich endlich wieder Glück – zumindest teilweise – und wir konnten einen wunderbaren Traumtag auf der Westerhever Sandbank verbringen.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Plan B

Wenn ich teilweise sage, dann ist das wirklich Jammern auf hohem Niveau. Und auch nur, weil es aufgrund der derzeitigen Lage (Corona) nicht wie gewünscht möglich war, etwas Neues kennenzulernen. In der Tat haben wir noch so viele Wunschziele auf unserer Entdeckeragenda und von daher hätte ich große Lust gehabt, mal wieder etwas Neues zu entdecken. Am liebsten eine Insel oder Hallig.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Im Gegensatz zum ersten Lockdwon ist es uns zwar erlaubt derartige Ausflüge zu machen, aber leider gibt es wegen der Pandemie nur Sonderfahrpläne mit total blöden An- und Abfahrtszeiten, insbesondere für Sonntage. Warum hat Frau auch ausgerechnet auf einem Sonntag Geburtstag?! Sünde – wie kann man nur 😉 Also blieb uns nichts anderes übrig, als auf dem Festland zu bleiben. Ich sag ja, Jammern auch hohem Niveau. (lach)

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Doch einen Wunsch hatte ich dennoch, denn nach wochen-, nein monatelangen Spaziergängen am Deich war mir mal wieder nach endloser Weite. Eine Weite, in der die Erde den Horizont küsst, ganz gleich in welche Richtung man auch schaut. Und genau das lässt sich auf der Westerhever Sandbank erleben – sofern die Gezeiten passen. Auf die sollte man tunlichst achten, denn sonst kann es zu einem bösen Erwachen kommen. Also bitte denkt daran, falls ihr euch ebenfalls auf den Weg machen wollt, dann behaltet die Gezeiten im Blick. Gerade in Westerhever ist es tückisch, denn das Wasser kommt nicht nur direkt vom Meer, sondern über einen Priel und der schneidet euch dann den Weg ab. Auch die Rettungsbarke ist im Winter bis auf das Grundgerüst zurückgebaut.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Zu meiner Freude hatten wir Glück. Die Gezeiten passten, also fackelten wir nicht lange und fuhren spontan los.

Eine Fahrt durch verschneite Straßen

Bereits zwei Tage vor meinem Geburtstag hatte es immer mal wieder angefangen zu schneien und so waren die Straßen Nordfrieslands mit einer zuckerweißen Schicht überzogen. Was für die eigentliche Fahrt auf glatten Straßen nicht immer so ganz angenehm ist und erst recht nicht abseits der Hauptverkehrsstraßen, aber dafür entschädigte die zauberhafte Landschaft.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Außerdem musste ich ja nicht fahren, sondern konnte als Beifahrer die Fahrt durch die verschneite Landschaft genießen. In der Sonne glitzerte der Schnee wie kleine Diamanten. Weißer Schnee, blauer Himmel und Sonnenschein, das sind die perfekten Zutaten für ein Winterwunderland. Auch das liebe ich an dem Landleben, denn hier bleibt der Schnee lange schön weiß und ist, nicht wie in der Stadt, gleich matschig und dreckig.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Mit der Idee einen Ausflug nach Westerhever zu machen, waren wir nicht ganz allein. Auf dem Parkplatz standen schon ein paar Autos und es sollten noch viel mehr werden. Allerdings mit der Idee zur Sandbank hinauszulaufen, waren wir bei den Wetterbedingungen dann doch alleine. Alle Ausflügler pendelten gen Leuchtturm und wir auf zur Sandbank. So lieben wir das. Ganz allein auf weiter Flur.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Weite, Wind und Wellen

Es war windstill, die Sonne schien und die Luft war so wunderbar klar. Obwohl wir Minusgrade hatten, war es gar nicht mal so kalt. Einfach herrlich. Während wir mit unseren Gummistiefeln durchs halbgefrorene Watt stiefelten, musste ich an ein befreundetes Pärchen denken, die neulich zum ersten Mal auf die Sandbank hinausgelaufen sind. Na ja, fast. Hinausgelaufen war nur sie, denn er hatte nicht das ganz passende Schuhwerk an.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

An der Rettungsbarke vorbei liefen wir bis zur Wasserkante. Winzig kleine Wellen schwappten gegen das Ufer und brachten neben Treibsel auch kleine Schaumkrönchen mit. Eigentlich das perfekte Wetter, um Bernstein zu finden, was uns ehrlich gesagt bisher noch nie geglückt ist. Nicht mal heute an meinem Geburtstag. Dafür habe ich aber ein paar andere schöne Mitbringsel gefunden, die Zuhause noch auf ihr neues Arrangement warten.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Gemütlich ließen wir uns treiben und genossen es hier zu sein. Was mich an der Küstenlandschaft im Wattenmeer so fasziniert ist, dass es manchmal nur reicht ein paar Schritte zu gehen, um dann wieder einen ganz anderen Blickwinkel auf die Landschaft zu haben. Als würden alle Fixpunkte am Horizont ebenfalls auf Wanderschaft gehen. An Tagen wie diesen fällt es schwer sich zu lösen, aber es kam der Zeitpunkt, da mussten wir uns auf den Rückweg machen. Zumindest, wenn wir trockenen Fußes das Ufer wieder erreichen wollten. Sicher ist sicher. Die Vorstellung bei Minusgraden im Watt zu stecken und nasse Füße zu bekommen, weil die Flut kommt, ist ganz sicher kein schöner Gedanke.

Alle guten Dinge sind vier // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Tage wie dieser sind ein Geschenk und ich bin aus tiefstem Herzen dankbar dafür.

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6 Kommentare zu „Alle guten Dinge sind vier“

  1. WOW so was von schön. Ich genieße diese Fotos und stelle mir vor ich steh direkt davor.

    *Lach ja jammern auf hohem Niveu – ich wäre sogar bereit für Regenwetter ans Meer zu fahren. Hauptsache ich könnte wieder. Leider ist es für einen Tagesauszflug zu weit. Viel zu weit.

    Hier aber auch Ausflugspunkte sind generell überfüllt.

    Danke für die tollen Fotos und Berichte.

    LG
    Ursula

    1. Moin liebe Ursula,

      danke dir. Das glaube ich dir gerne. Alles was man auf einmal nicht mehr darf, lernt man noch mehr zu schätzen. Hoffen wir mal, dass es bald wieder möglich ist, dann wird sich hoffentlich auch einiges entzerren.

      Ganz liebe Grüße von der Küste,
      Claudia

  2. Liebe Claudia,
    wunderschöne Bilder und schöne Beschreibung.
    Die Westerhever Sandbank kenne ich auch, aber noch nie mit Schnee erlebt.
    Der ist sicher weg, wenn ich es endlich schaffe, mal wieder in den Norden zu fahren.

    Liebe Grüße an Euch zwei
    von Karin

    1. Moin liebe Karin,

      der Schnee ist jetzt schon weg. 😉 (Lach…)
      Da man den Schnee an der Küste nicht mehr allzu oft erleben kann, ist das schon etwas ganz besonderes, selbst für uns, die hier oben leben.

      Wir senden dir ganz liebe Grüße von der Küste,
      Claudia und Ralph

  3. Moin ihr Lieben
    Wunderschöne Bilder, wie immer….Vom Text her auf drei Posts doch sehr lang gezogen und immer das Gleiche. Ständig diese Begriffe wie AUSZEIT NEHMEN, AKKUS AUFLADEN, RUNTERKOMMEN… von was??? Eure Texte ähneln sich total und fangen langsam an mich zu langweilen.
    Tut mir leid dass ich das so ehrlich sagen muss. Ich war immer unterstützender Fan von euch. Wenn man hier oben lebt, relativiert sich vieles. Für Touris ist euer Blog toll.
    Liebe Grüsse Sabina

    1. Moin liebe Sabina,

      danke für deinen Kommentar und deine ehrliche Meinung. Es ist schade, dass dich die Beiträge langweilen. Deine Meinung jedoch respektieren wir.

      Wir sind mit MeerART jetzt im achten Jahr und über die Zeit hat sich mit unserem Leben, auch immer mal wieder der Inhalt der Beiträge verändert. Nicht immer hat diese Veränderung jeden gefallen und das muss es auch nicht. Wir haben Leser verloren und neue Leser hinzugewonnen. Einige lesen uns seit dem ersten Jahr. Es ist eine dynamische Entwicklung und dabei sind es durchaus nicht immer die Touristen, die über einen längeren Zeitraum zum Stammleser werden.

      In den letzten zwei Jahren gab es bei uns einschneidende Veränderungen und die wirken sich natürlich auch auf MeerART und die Berichte aus. Einige wird dies sicherlich auch dazu bewegen, uns nicht mehr zu lesen oder zu abonnieren. Das steht jedem frei.

      Liebe Grüße und einen schönen Start in die Woche
      Ralph

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