Aabenraa – eine Stadt im Halloween Fieber

Die idyllische Hafenstadt Aabenraa in Syddanmark auf der Halbinsel Jüdland // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Als eine der Weihnachtsstädte Dänemarks kennen wir das hübsche Hafenstädtchen Aabenraa bereits. Bei unserem heutigen Besuch zeigt es sich von seiner gruseligen Seite. Die Stadt ist bereits im Halloween-Fieber.

Aabenraa oder Åbenrå (deutsch Apenrade, südjütisch Affenråe), ist eine kleine Hafenstadt, die an einem Meeresarm der Ostsee, der Apenrader Förde, liegt. Der Seehafen (Aabenraa Havn) hat eine lange Tradition als Seefahrerstadt und Werftstandort. Aabenraa wurde 1335 zur Stadt erhoben. Wobei, ganz sicher scheint das aber nicht zu sein. Es gibt Annahmen, dass dies bereits 1284 unter dem Namen Opneraa der Fall gewesen sein könnte. Dieser Name stammt von dem verschwundenen Dorf Opnør. Als Handelsstadt stand Aabenraa lange im Schatten von Flensburg und Haderslev.

Die idyllische Hafenstadt Aabenraa in Syddanmark auf der Halbinsel Jüdland // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Der kleine Stadtstrand

Die öffentlichen Parkplätze im Hafenbereich sind kostenlos, so dass wir unser Auto dort abstellten und von da aus auf Erkundungstour gingen. Neben dem Yachthafen, der vor allem Freizeitkapitänen einen Hafen bietet, gibt es auch einen kleinen Strand mit Blick auf die Apenrader Förde.

Die idyllische Hafenstadt Aabenraa in Syddanmark auf der Halbinsel Jüdland // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Der Blick ist allerdings nicht ganz so romantisch, da die Flächen noch industriell genutzt werden. Dennoch ist ein Blick auf die Förde unbezahlbar, und so besitzen viele Dänen ein Haus oder eine Wohnung mit Blick auf das Wasser.

Hübsche alte Häuser wohin man blickt

Der damalige Wohlstand spiegelt sich nicht nur in den schönen Stadthäusern aus der Zeit zwischen 1730 und 1800 wider, sondern auch in den großen Kapitänshäusern auf der Halbinsel Løjt Land. Zwischen 1830 und 1878 war die Stadt vom Schiffbau geprägt. Mit dem Aufkommen der Dampfschiffe endete der maritime Boom.

Die idyllische Hafenstadt Aabenraa in Syddanmark auf der Halbinsel Jüdland // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Heute lädt das Förde Städtchen zum Shoppen und Verweilen ein. Es gibt Kunst und Kultur und kulinarische Erlebnisse. Darüber hinaus kann man an vielen Orten in die Geschichte eintauchen. Kein Wunder, denn die Dänen leben und bewahren ihre Geschichte. So kann man hier unter anderem wieder viel über die deutsch-dänischen Konflikte erfahren.

Besonders gut gefiel uns der Mix aus Alt und Neu. Zwischen dem Hafen und der Stadt gibt es alte Häuser, die wunderschön restauriert wurden, aber auch neue Kontor- und Reedereigebäude, die im alten Stil wieder aufgebaut wurden und sehr imposant aussehen. Darüber hinaus sind noch viele moderne Bauten geplant, die das Bild von Aabenraa noch stark verändern werden.

Die idyllische Hafenstadt Aabenraa in Syddanmark auf der Halbinsel Jüdland // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Eine zauberhafte Altstadt

Besonders sehenswert ist die Altstadt mit ihren Seitenstraßen wie Slotsgade (Schlossstraße), Nygade (Neue Straße), Store Pottergade (Große Töpferstraße) und Vægterpladsen (Wächterplatz), sowie die Bürger- und Handwerkerhäuser, vor allem aus dem 18. Jahrhundert. Typisch ist die eingeschossige Bauweise mit Dreiecksgiebel zur Straße und verglastem Standerker, in dem man früher den Handwerkern bei der Arbeit zuschauen konnte.

Die idyllische Hafenstadt Aabenraa in Syddanmark auf der Halbinsel Jüdland // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Daneben gibt es repräsentativere, zweigeschossige Langhäuser mit Gauben. Einige der verputzten Häuser haben kunstvoll verzierte Portale mit Datierungen und Namen der früheren Bewohner oder tragen deutsche oder lateinische Inschriften. Sehenswert sind auch die Nikolaikirche aus dem 13. Jahrhundert oder das Schloss Brundlund, das heute ein Kunstmuseum beherbergt, sowie die Wassermühle am Schloss, das Wahrzeichen der Stadt. Im Museum erfährt man mehr über die Geschichte der Stadt der Seefahrt.

Halloween in Aabenraa

Ich muss gestehen, dass ich mit dem Halloween-Fieber, das aus den USA nach Europa schwappt, nicht allzu viel anfangen kann. In der Altstadt scheint man das anders zu sehen. Nicht nur die einzelnen Straßen wurden herrlich gruselig geschmückt, sondern in jedem Schaufenster der Läden befanden sich schaurig-schöne Halloweendekorationen.

Die idyllische Hafenstadt Aabenraa in Syddanmark auf der Halbinsel Jüdland // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Und für die Touristen boten sich zahlreiche Fotomotive. Was ein wenig traurig war ist, dass wir wohl alle mächtig unter den letzten drei Jahren zu leiden haben. Corona, Wirtschaftskrise und Inflation scheint sich auch in der Hafenstadt widerzuspiegeln. Zumindest stehen viele der Läden leer und warten auf neue Belebung.

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