Die Liebe zum Hamburger Hafen

Blick auf den Hamburger Hafen // Foto: MeerART

Da wir in unserem Blog ja nicht nur Beiträge über die Nord- und Ostsee bringen, sondern auch über den Hamburger Hafen, darf dieser mit einer Liebeserklärung natürlich nicht fehlen. Obwohl ich gestehen muss, dass es mir nach all den baulichen Veränderungen etwas schwer fällt. Außerdem müsste Ralph diesen Beitrag verfassen, denn sein Herz schlägt hier viel höher als meines. Trotzdem versuche ich es mal in Worte zu fassen.

Heimatgefühl

Auch wenn wir nicht direkt am Hafen wohnen, sogar noch außerhalb von Hamburg, hat das Erblicken des Hafens schon immer etwas mit heimkommen zu tun gehabt. Dabei spielt es keine Rolle ob man lange oder kurz von zu Hause weg war. Auch das Gefühl, jederzeit mit wenig Aufwand hinzukommen, ist im Laufe der Jahre ein ganz wichtiges geworden. Dabei haben wir weder etwas mit Schifffahrt oder sonst wie zu tun gehabt und trotzdem ist diese Liebe zum Hafen da.

Ein Schlepper mit einem Arbeitsponton und einem Bagger vor den Docks von Blohm+Voss im Hamburger Hafen // Foto: MeerART

Das Tor zur Welt

Auch wenn es mittlerweile etwas abgedroschen klingt, aber Hamburg ist nun mal das Tor zur Welt. Von jeher kommen Schiffe aus der ganzen Welt hierher oder fahren wieder hinaus. Dadurch wirkt die ganze Welt zum Greifen nahe und mit ihr auch die Schicksale und Geschichten. Auch heute noch ist es ein schönes Gefühl auf den Landungsbrücken zu laufen und sich dem Gewusel der Menschenmengen hinzugeben. Meist ist es eine Mischung aus Hafenarbeitern, Touristen, Einheimischen und Partygängern. Wenn die Pontons knarren, die Möwen mit den Anheurern von Barkassenfahrten um die Wette schreien oder die Straßenkünstler musizieren, dazu noch die unterschiedlichen Sprachen, das alles macht den Hamburger Hafen mit aus.

Blick von der Poggenmühlen Brücke auf das Wasserschloss in der Hamburger Speicherstadt // Foto: R. Kerpa

Die Geschichte des Hamburger Hafen

Ganz besonders reizvoll ist die Geschichte des Hamburger Hafens. Es ist spannend sich alte Fotos anzuschauen, um zu sehen wie es früher war. Als die Lasten noch von Menschenhand geschleppt wurden und es keine automatisierten Containerterminals gab. Genau das ist es auch, was mir persönlich so leid tut. Der Fortschritt ist für die Wirtschaft nun mal nicht aufzuhalten, aber die Nostalgie und die wundervollen Fotomotive gehen immer mehr flöten. Schon der Abriss der Speicherstadt für neue moderne Büro- und Wohngebäude tut mir in der Seele weh. Wenigstens ist ein Teil geblieben, der jetzt auch von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Die "CSCL INDIAN OCEAN" ( IMO 9695157) am Terminal "EUROGATE" im Hamburger Hafen // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Nachts im Hafen

Ganz besonders spannend ist es eigentlich nachts und das nicht nur aus fotografischer Sicht. Wenn sonst die Welt zu schlafen scheint, ist sie im Hamburger Hafen unermüdlich am Werkeln. Die Containerriesen werden nach wie vor im Akkord gelöscht, die vielen unterschiedlichen Lichter leuchten mit den Sternen am Himmel um die Wette, hier und da tauchen nun auch Tiere aus den Büschen auf, die man im Hafen überhaupt nicht vermuten würde und sogar der Rauch, der aus den Schornsteinen aufsteigt, sieht nachts irgendwie anders aus. Es liegt ein wenig Magie in der Luft.

Containerterminal "EUROGATE" im Hamburger Hafen // Foto: MeerART

Der Wandel

Zugegeben, auch wenn es mir aus nostalgischer Sicht sehr schwer fällt den Wandel zu lieben, kann man die Faszination, die da mit einhergeht, auch nicht verachten. Wenn man sich die Containerriesen so anguckt, die in den Hafen einlaufen und dort teilweise völlig automatisiert gelöscht werden, dann ist das schon ganz schön beeindruckend. Mich erstaunt auch jedes Mal wieder, dass die Damen und Herren in der Nautischen Zentrale den Schiffsverkehr bereits Stunden im voraus im Überblick haben und deshalb auch so gut wie nie etwas im Hafen passiert.

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Der Hamburger Hafen von MeerART auf Vimeo

6 Kommentare zu „Die Liebe zum Hamburger Hafen“

  1. Liebe Claudia,
    danke schön für Deine dritte wunderbare Liebeserklärung – dieses Mal an den Hamburger Hafen. Der Bilder von Ralph sind fantastisch! Unglaublich, was seine Augen alles sehen und wie schön, dass er uns durch seine Bilder daran teilhaben lässt.
    Und wie er „die Seele“ selbst von seelenlosen (sind sie das wirklich?) Schiffen hervorlockt mit der Kamera.
    Seufz, ich könnte immer nur verreisen, wenn ich Deine schönen Berichte lese. Mich fasziniert der Hamburger Hafen sehr, rund um die Uhr ist etwas los, er scheint nie zu schlafen.
    Ich muss unbedingt mal wieder nach Hamburg…. 😉
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Liebe Martina,
      vielen herzlichen Dank, für deine so lieben Kommentare. Wir freuen uns jedes Mal sehr darüber. Ich staune auch manchmal, was letztendlich an Bildern herauskommt. Obwohl ich immer dabei bin, überrascht mich Ralph nur zu oft mit seinem Blickwinkel.

      Der Hamburger Hafen ist wirklich sehr speziell. Es gibt Dinge, die wir wirklich lieben, aber auch genug was wir verabscheuen. Ganz besonders der viele Dreck und Müll ist alles andere als schön. Auch das mittlerweile unheimlich viele LKW-Fahrer aus anderen Ländern mehr oder weniger gezwungen werden hier zu kampieren, um auf eine Fahrt zu hoffen ist nicht wirklich menschenwürdig.
      Und doch bleibt immer noch so viel Raum für Phantasien und Träume. Echtes Fernweh eben. 😉
      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

      1. Liebe Claudia,
        ja, Du hast natürlich recht – Elend, Müll und auch Leid ist die andere Seite. Das mit den LKW-Fahrern, die auf Fahrten hoffen und im Hafen kampieren, wusste ich nicht. Ganz sicher ist der Hafen auch ein Sammelbecken menschlicher Schicksale.
        Liebe Grüße
        Martina

      2. Liebe Martina,
        das wissen viele nicht oder wollen es nicht wissen. Ist halt auch eine Geschichte der „Billig Billig“ und „Wegwerfgesellschaft“, genau wie die armen Seemänner an Bord der Containerriesen.
        Das Leben hat halt immer zwei Seiten, auch der Hamburger Hafen und doch hat er so viel Magie. 😉 Nur damit es nicht allzu traurig endet.
        Liebe Grüße und einen schönen Abend,
        Claudia

  2. Martina Johann

    Ich war von deinem Bericht über den Hafen total begeistert es ging ganz tief ins Herz hinein dein Mann sieht diese wunderschönen Sachen und läst uns teilhaben und deine Worte ich kann es gar nicht beschreiben manchmal macht mein Herz Freudensprünge und dann ist es ganz tief ich bin ein richtiger Fan und manchmal bin ganz ruhig wenn ich von euch diese Berichte lese und denke eigentlich sind wir Seelenverwandt es ist sooooo schön das es euch gibt und freu mich über weitere Berichte und Du hast mich mit Fehmarn angesteckt das heißt schon was da ich ja so Mecklenburg verrückt bin aber dort war es so schön nur das ich dummchen keine Fotos gemacht habe aber die sehe ich ja bei euch Einen ganz lieben Gruß an euch beiden

    1. Liebe Martina,
      wow, jetzt hast du mich aber gepackt mit deinen Worten. Es kribbelt förmlich am ganzen Körper beim Lesen. Vielen lieben Dank, das freut uns total. Ich weiß gar nicht so recht was ich antworten soll, ich glaub bin echt ein wenig rot im Gesicht. 😉 Ich kann nur immer wieder betonen wie viel Freude uns das macht und es ist schön, wenn es bei Menschen wie dir ankommt. Das ist einfach toll.
      Es freut mich natürlich auch, dass dir Fehmarn so gut gefällt. Die Gegenden sind aber auch wirklich nicht zu vergleichen, da Mecklenburg-Vorpommern ganz anders ist. Schade, dass es mit dem Leben dort nicht klappt.
      Wir grüße dich ganz lieb zurück und weiterhin viel Kraft für dich,
      Claudia

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