Die Bockwindmühle von Pudagla – Usedom

Die alte Bockwindmühle von Pudagla auf Insel Usedom // Foto: MeerART

Viel nach bleibt uns nun nichts mehr, auf unserem Turn zwischen Rügen und Usedom. Von Lubmin haben wir uns weiter auf den Weg Richtung Peenemünde gemacht, da uns die Zeit nun schon sehr im Nacken hängt, entschieden wir uns nicht weiter an der Küste, sondern landeinwärts über Freest, dann über Wolgast, direkt in Richtung der Insel Usedom zu fahren. Da es bereits Abend wurde, waren wir nun echt am überlegen ob wir die Rückreise antreten sollten, oder doch noch einen Blick wagen, damit man eine ungefähre Vorstellung hat, was uns bei unserem Besuch auf Usedom erwarten würde. Neugier ist ja bekanntlich stärker als die Vernunft und so fuhren wir weiter auf der B 111. Leider war die Bundesstraße so gelegen, dass man nicht mehr wirklich viel von der Küste sehen konnte.

Dafür sahen wir in Pudagla eine alte aber noch funktionstüchtige Mühle und entschieden uns hier noch einen letzten Stopp zu machen. Die alte Bockwindmühle steht richtig erhaben auf einem Hügel, als wollte sie sagen: seht her, stolz steh´ ich hier seit Jahrhunderten und keiner kann mir etwas anhaben! Dem ist natürlich nicht so, die alte Bockwindmühle wurde wohl erstmals in der Ortschronik 1673 erwähnt. Damals besaß ein Joachim Schröder, das „Erb- und Kaufcontract“ der Mühle. Danach ging sie durch mehrere Hände bis 1937 der Mahlbetrieb eingestellt wurde.

Von 1962 bis 1991 diente die Mühle als Feriendomizil. Aufgrund der wachsenden Instandhaltungskosten wurde die Mühle 1996 für eine Deutsche Mark an die Gemeinde Pudagla verkauft. Diese sanierte die Mühle mit Hilfe von Fördermitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Seit dem 25. Oktober 1997 wurde die Wiedereinweihung gefeiert.

Die Bockwindmühle ist der älteste Windmühlentyp in Europa. In Belgien und Nordfrankreich mahlten sie bereits im zwölften Jahrhundert, in Deutschland erst ab 1400. Die Mühle verdankt ihren Namen von dem Untergestell, dem Bock. Dieser Ständer besteht aus wuchtigen Balken, der das gesamte Mühlenhaus trägt.

Na wer sagt es denn, Usedom kennen wir bisher zwar nur von der Bundesstraße, allerdings haben wir eine Menge über Bockwindmühlen gelernt. 😉

Usedom, wir kommen mit viel Zeit wieder und werden dich unsicher machen. Für heute hieß es allerdings die Heimreise anzutreten.

2 Kommentare zu „Die Bockwindmühle von Pudagla – Usedom“

  1. Manfred Schönrock

    Hallo,
    nun steht die Bockwindmühle von Pudagla schon wieder 20 Jahre nach ihrer Sanierung auf dem Pudaglaer Mühlenberg. Der Zahn der Zeit, aber auch Sonne, Wind und Regen arbeiten an dem Bauwerk aus Holz. So war es Anfang des Jahres 2016 dringend notwendig, das einige Reparaturen an der Mühle fällig waren. Die Steinbuchs musste unbedingt erneuert werden, ebenso musste das gesamte Mühlenhaus um einige Millimeter angehoben werden. Im Herbst 2016 erhielt die Bockwindmühle auf dem Mehlboden einen Beutelgang zum sichten des Mahlgutes. Dadurch kann das Mahlgut in Gries, Dunst, Schrot und Mehl getrennt werden. Ostern 2017 bekam die Mühle neue Fachgerechte Segel mit Kettenumschlag von einer Niederländischen Firma angepasst. Zur Zeit ist eine Heimische Firma dabei, die Außenhaut der Mühle mit einem umweltfreundlichen Natur Öl zu versehen, damit die Mühle gegen die äußeren Wetterereignisse gut geschützt ist. Bei der letzten Inspektion der Flügelruten wurde festgestellt, das die Feldruten durch die äußeren Wettereinflüsse sehr stark erodiert und dadurch geschwächt sind. Nun muss der Mühlenverein versuchen, unter anderem auch durch Spenden, Geld aufzutreiben, um bei einer NL Mühlenfirma neue Flügel in Auftrag geben zu können.

    Glück zu !

    Krabat

    1. Moin Manfred,

      da hat die Mühle in letzter Zeit ja viel durchgemacht.
      Drücken feste die Daumen, dass genug Spenden zusammen kommen.

      Liebe Grüße,
      Claudia

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