Herbstzauber in Siggeneben

Siggeneben – ein Dorf wie eine Puppenstube

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Nur durch Zufall haben wir mal von diesem kleinen Dorf gehört. Neugierig wo dies wohl sein könnte, haben wir es mit auf unsere lange To-Do-Liste genommen. Heute konnten wir es nun endlich sehen, erleben und genießen.

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Siggeneben gehört zu Grube, einer Gemeinde im Kreis Ostholstein und ist so klein, dass man, kaum ist man da, eigentlich schon wieder draußen ist. Auch für die Landkarte oder das Navi ist der Ort zu klein. Und trotzdem sollte man es wenigstens einmal gesehen haben. Zumindest, wenn man wie wir auf so zauberhafte kleine Dörfer steht. Man höre und staune, auch der Jakobsweg führt durch dieses kleine Dorf.

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Eine sehr schmale und von Feldern gesäumte Straße führt auf Siggeneben zu. Man muss schon aufpassen, die Abzweigung von der B 501 nicht zu verpassen. Und dann strahlen sie dich an, die aneinandergereihten, schneeweißen Häuser. Alle mit Reet gedeckt. Manche so entzückend, dass uns der Mund offen stehen blieb.

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Zur Sünde verführt…

Auch die Gärten, einer schöner als der andere, sind perfekt auf das Ensemble abgestimmt. Nicht mal, dass der Sommer vorbei war und der Herbst kräftig angeklopft hatte, konnte diesen Zauber zerstören.

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Mächtige Kastanien ließen nur noch vereinzelt die Sonne durch ihr Blätterdach. Schaffte sie es, erstrahlte alles wie in einem Herbstzauber. Ganz besonders die roten Äpfel, die an den Bäumen hingen, lockten. Es käme einer Sünde gleich sie nicht zu pflücken. Da diese aber in den Privatgärten hingen und wir nicht Adam und Eva sind, war das leider nicht möglich. Wer will schon sündigen? 😉

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

An anderer Stelle wiederum könnten wir schon schwach werden. Allein nur eines dieser Häuser für sich einzunehmen, wäre doch eine Sünde wert. Ich traute meine Augen kaum als ich las, dass vor gar nicht allzu langer Zeit, nämlich im Jahre 1985, das Siggeneben  zum Verkauf stand. Wer jetzt denkt, dass dies unbezahlbar war, irrt.

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Es sollte gerade mal 1,8 Millionen Mark kosten. Unglaublich oder? Die Wahrheit aber… verkauft wurden nur ein paar einzelne Häuser, von denen heute schon wieder ein paar zurück in den Gutsbesitz gingen.

Einst ein Dorf für Landarbeiter

Heute mag man sich gar nicht mehr ausmalen, dass Siggeneben mal ein Arbeiterdorf war und viele schwere Zeiten hinter sich gebracht hat. Damals schafften Knechte, Mägde und Landarbeiter für das Gut Rosenhof.

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Das Gut liegt nicht weit von hier, eigentlich in Sichtweite und dennoch ist es uns durch den Zauber des Dorfes durchgeflutscht. Gehört haben soll dies einem Herrn Feddersen, der übrigens auch mit Theodor Storm verwandt gewesen sein soll, aber wohl nur über acht Ecken.

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Noch heute trägt jedes Haus den Namen seiner ursprünglichen Bedeutung. So gibt es das Posthus, das Witwenhaus, auch Kloster genannt, den Wöddelkrog, die Schule, die Schulscheune, die Staubmühle oder die Ziegelei.

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Letzteres, so haben wir herausgefunden, steht für Feriengäste offen. Auch die Ostsee ist nicht weit von hier. Wenn das kein Grund ist?

Impressionen aus dem kleinen und idyllischem Siggeneben im Kreis Ostholstein // Foto: MeerART

Bei Siggeneben handelt es sich in der Tat um einen echten Geheimtipp. Touristenströme könnte dieser kleine Ort weder vertragen noch verkraften.

14 Gedanken zu „Herbstzauber in Siggeneben

    1. Moin liebe Eva,

      das freut uns. 🙂
      Manchmal dauert es auch für uns etwas länger diese Orte endlich zu besuchen, aber ich glaube, es hat sich gelohnt. Ein wirklich tolles Dorf, dass auch im Herbst noch seinen Zauber versprüht.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  1. Siggeneben ist wunderschön! Leider wohnt dort kaum jemand permanent wie es beim Durchfahren scheint, wenn man Autos sieht, tragen sie eine HH Nummer. Insofern wird es dort wohl auch nie einen Tourismus geben, kaum vorstellbar, dass jemand dort ein Café aufmacht. Andererseits wäre das nicht schön? Leben statt Museum für Betuchte?

    1. Moin Alexander,

      wir hatten viel Nummernschilder mit OH gesehen. Ist wohl beides der Fall.
      Ein Café wäre wohl schön, schätze aber, dass es dafür dann zu weit ab vom Schuss ist.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Siggeneben ist zwar immer noch wunderschön, aber es nicht mehr so wie früher. Ich habe dort meine Kindheit verbracht bevor die Häuser verkauft wurden. Es war eine ein geschworen Gemeinschaft mit vielen Kindern. Wir hatten dort eine wunderschöne Kindheit.

    1. Moin Claudia,

      ist das nicht immer so? Sobald eine Gemeinschaft aufgelöst wird oder auch nur einzelne Personen ausgetauscht bzw. Häuser den Besitzer wechseln verändert sich was. Freu dich, dass du so eine schöne Kindheit hattest. 🙂

      Liebe Grüße,
      Claudia

  3. Hallo,
    habe heute zufällig die Webside gefunden. Sehr schön gemacht.
    Ich bin auch direkt nach dem Krieg in Siggeneben geboren worden. Habe in den folgenden Jahren oft die Sommerferien bei einer Tante dort verbracht. Sie wohnte im Eschenhus, dass leider inzwischen abgerissen wurde. Es stand am Dorfeingang vor dem Weg zur Schule.
    Die Aufenthalte waren für einen Großstädter ein wahrer Traum und bleiben unvergessen.
    Noch viele Nachbarn sind mir in guter Erinnerung.
    Manfred

    1. Moin Manfred,

      danke dir. Freut uns, dass dir unser Blog MeerART gefällt.
      Oh man, dann kennst du diesen Flecken ja wie aus deiner Westentasche. Wir waren begeisterst, als wir Siggeneben entdeckten. Derart schnuckelige Dörfer gibt es nicht mehr viele. Das mit dem Abriss ist ja blöd. Wenigstens lassen sich Erinnerungen nicht abreißen.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  4. Hi!
    Dieses kleine Paradies kenne ich. Bin schon einige Male dort gewesen. Es steht – verständlicherweise – unter Denkmalschutz.
    Liebe Grüße,
    Hilde

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deine neusten Beiträge bewerben

* Die Checkbox fuer die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich habe verstanden und stimme zu.