Blogparade: Europa und das Meer | #DHMMeer

Was bedeutet mir das Meer?

Start der Nebensaison an der Ostseeküste in Dahme // Foto: MeerART

Vor ein paar Tagen erreichte uns eine E-Mail vom Deutschen Historischen Museum aus Berlin. Anlass ist die Ausstellung „Europa und das Meer“, die seit dem 13. Juni 2018 in der Hauptstadt läuft und erlebt werden darf. Wir wurden gefragt, ob auch wir verraten möchten, was mir/uns das Meer bedeutet?

Das ist eine sehr gute Frage, die sich – und da muss ich für uns beide sprechen – auf der einen Seite unheimlich schnell beantworten lässt und dann doch wieder nicht. Mit ein Grund, warum ich diese E-Mail erstmal beiseite gelegt habe, um mir selbst noch einmal vor Augen zu führen, was mir bzw. uns das Meer bedeutet. Nämlich sehr viel.

Wir haben das Glück, in einem Bundesland zu leben und aufgewachsen zu sein, das gleich über zwei Meere verfügt, und zwar die Nord- und die Ostsee. Beide Meere haben uns, jedes auf seine Art, verzaubert. Daher kommen in unserem Blog auch immer beide vor. Wobei, und das haben wir im Laufe der Jahre für uns festgestellt, beide Meere eine ganz spezielle und eigene Anziehungskraft auf uns ausüben. Nicht umsonst sagen wir immer: „Die Ostsee hat unser Herz im Sturm erobert, die Nordsee unsere Seele“.

Eine grandiose InselAuszeit auf Amrum mit einer ganz besonderen Überraschung // Foto: Ralph Kerpa

Das Meer begleitet uns seit Kindertagen. Erste Berührungspunkte waren kleine Ausflüge und Urlaube. Später jedoch stellte jeder unabhängig von uns fest, (also zu Zeiten als wir uns noch nicht kannten), dass das Meer noch so viel mehr bereithält. Hier teilen wir unsere Freuden und Sorgen, haben glückliche, aber auch traurige Momente er- und durchlebt. Das Meer, egal ob Nord- oder Ostsee ist Anlaufstelle zum Durchatmen, Verarbeiten, Auftanken, Entdecken und Genießen. Nirgendwo sonst können wir so gut abschalten wie am Meer. Den Gedanken freien Lauf lassen, uns inspirieren und verwöhnen lassen.

Die Kunst mit und am Meer zu leben

Das Meer hat so viele Gesichter. Es ist mal sanftmütig und mal aufbrausend. Es schenkt uns jede Menge Leben, aber nimmt es auch. Viele Sturmfluten haben schon Elend und Kummer gebracht. Landschaften untergehen, aber auch neue entstehen lassen. Genau dieses unbändige, unbezähmbare macht das Meer so geheimnisvoll.

Ein Sommertag im Watt vor der alten Warft Stufhusen // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Die Nordsee mit ihren Gezeiten ist für uns persönlich ganz besonders spektakulär. Der ständige Wechsel von Ebbe und Flut ist nicht nur ein beeindruckendes Naturschauspiel, es ist ein einzigartiger Lebensraum, der seinesgleichen sucht.

Faszinierend ist die Artenvielfalt im und am Meer. Kein Wunder, dass sich die Menschen von jeher am Meer niedergelassen haben. Das Meer hielt stets einen reich gedeckten Gabentisch bereit. Um so unverständlicher ist es auch, warum ausgerechnet der Mensch unsere Meere so mit Füßen tritt. Ich glaube, es gibt keinen anderen Ort, der so vom Menschen missbraucht wird, wie unsere Meere.

Angespülter Müll auf der Sandbank vor Westerhever // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Überall auf der Welt werden die sie überfischt oder als Müllhalde genutzt. Ein Umstand, der uns Küstenbewohner unerträglich erscheint. Mit ein Grund, warum wir uns nicht nur über MeerART, sondern auch mit dem Verein „Küsten gegen Plastik“ engagieren, aufklären und versuchen, uns gegen diese wahnsinnige Plastik-Vermüllung zu wehren.

Neben Nahrung bietet das Meer auch jede Menge Baumaterial wie zum Beispiel Holz. Früher wurden damit Habitate errichtet – ja sogar auch an der Nord- und Ostsee. Und heute, heute genießen wir den Luxus, das uns das Meer mit Fundstücken bereichert, die wir persönlich für unsere Ideen einsetzen können. Ob für die Veredelung unserer maritimen Bilder oder Wohnaccessoires, die dank des Meeres so einzigartig werden, wie die Fundstücke selbst.

Egal in welche Epoche wir auch blicken, das Meer hat uns Menschen immer bereichert. Es verbindet Länder, Menschen und Abenteuer. Das Meer ist für uns eine Liebeserklärung an das Leben. Es ist Heimat und Ankerplatz – es ist MeerART.

17 Gedanken zu „Blogparade: Europa und das Meer | #DHMMeer

  1. Liebe Claudia,

    merci für euer #DHMMeer – so schön, vor allem die Passage „Die Ostsee hat unser Herz im Sturm erobert, die Nordsee unsere Seele“.

    Es freut mich sehr, dass ihr dem Ruf des DHMs gefolgt seid, somit lernte ich euer Blog kennen – eine Bereicherung. Danke auch für die Mail!

    Herzlich,
    Tanja von KULTUR – MUSEUM – TALK

    1. Moin liebe Tanja,

      herzlichen Dank für so viel Lob. Das freut uns natürlich, dass dir unser Blog gefällt. Ja, es lässt sich nicht leugnen, wir sind absolute Nordlichter durch und durch. Wir lieben unsere beiden Meere und jedes auf seine Art. Die Nordsee geht aber noch viel tiefer, deshalb berührt sie auch unsere Seele.

      Natürlich habe ich auch bei dir gestöbert und musste als erstes über deinen Selbstversuch zur DSGVO lachen. Ein echter Wahnsinn, der uns da ereilt.

      Ganz liebe Grüße von der Westküste,
      Claudia

      1. Oh ja, DSGVO – eine never ending Geschichte – nächstes Ungemach steht mit dem EuGH-Urteil und dem neuen Leistungsschutzgesetz an – es reißt nicht ab, dass wir uns mit anderen Baustellen befassen müssen, statt unsere Gedanken zu vertiefen.

        LG, Tanja

      2. Da sagst du was. Grundsätzlich ja ein gutgemeinte Sache, nur trifft es wieder die Falschen. Mal sehen was noch alles auf uns zukommt.

        Herzlichst,
        Claudia

  2. Moin, du Liebe

    Wunderschöner Beitrag, deine Worte haben mein Herz berührt! Obwohl die Entdeckungsreise unserer neuen Heimat erst beginnt, empfinden wir es auch als Geschenk hier oben leben zu dürfen. Und ein wenig seid ja auch ihr mit MeerArt daran beteiligt ;-))
    Kannst du mal sehen, wo ihr so alles gelesen werdet….

    Pustige Grüsse aus Schleswig
    Sabina

    1. Moin du liebe Maus,

      danke dir. Auch wenn ich/wir im tiefstem Herzen wissen, was uns das Meer und in unserem Fall die Nord- und Ostsee bedeuten, ist es immer wieder spannend sich von Zeit zu Zeit der Frage zu stellen. Mit dieser Blogparade hatten wir mal die Möglichkeit und wir stellen für uns immer wieder fest, wie eng wir mit dem Meer und vor allem der Nordsee verknüpft sind.

      Ich freue mich so zu lesen, dass auch ihr euch inzwischen anfangt einzuleben, und das, trotz eures anhaltenden Stress mit der Renovierung. Bin gespannt wie es euch geht, wenn ihr den Norden erst so richtig für euch entdecken könnt.

      Ganz dicken Drücker von der derzeit völlig unterkühlten Westküste.
      Claudia

  3. Wofür solche Blogparaden gut sind! So habe ich euer Blog gefunden, als Binnenländerin und Rheinländerin aus Überzeugung, je länger ich dort am Strom lebe, ist das Meer ja eher so was Sagenhaftes. Auf jeden Fall fehlen mir die Erfahrungen, die ihr gemacht habt. Und mich haben die Geschichten meiner Kindertage dann eher auch mit dem Mittelmeer verbunden. Dort war ich wohl auch häufiger als an der Nordsee. Und an der Ostsee nur einmal. Deshalb kann ich das mit Herz und Seele nicht so bestätigen. Aber gefallen haben sie mir beide. Und euer persönliches Bekenntnis auch.
    LG

    1. Moin liebe Astrid,

      danke für deine Zeilen. Ich bin auch ganz überrascht, wen man alles durch so eine Blogparade kennenlernt. Deinen ersten Beitrag dazu habe ich aufmerksam gelesen und dachte sofort an unsere eigenen Erfahrungen mit dem Mittelmeer. 🙂

      Du wirst lachen, aber die Liebe zur Nord- und Ostsee ist erst gereift – im Alter – quasi. (Lach, wenn man von Alter sprechen kann) Früher lag unser Fokus auch auf dem Mittelmeer. Für mich sogar so weit, dass ich auswandern wollte. Bis ich Ralph kennenlernte und mit ihm zusammen ganz neu die eigene Küste, und zwar zur rauen Jahreszeit. Da war es dann buchstäblich um uns beide geschehen und wir sind froh nie weggegangen zu sein.

      Liebe Grüße von der Westküste,
      Claudia

    1. Moin lieber Peter,

      herzlichen Dank für deine Zeilen und deine Erwähnung.
      Das ist in der Tat so gewesen… die Ostsee kannte man aus Kindertagen meist nur im Sommer. Erst als Erwachsene, tatsächlich bei Sturm und Regen auf der Insel Fehmarn (es war Januar), wuchs die Begeisterung für die eigene Heimat. Unser Herz schlägt für die Nebensaison an der Küste und die Nordsee, auch oder gerade weil das Wasser nicht immer da ist – wie du ja schön in eure eigenen Erfahrungen hast einfließen lassen – geht noch viel tiefer. Sie trifft uns in der Seele.

      Die Bilder sind übrigens von meinen Mann. Wir machen MeerART gemeinsam. 😉

      Herzliche Grüße von der Westküste,
      Claudia

  4. Moin von der Westküste, ja, auch ich muss es noch mal wiederholen: „Die Ostsee hat unser Herz im Sturm erobert, die Nordsee unsere Seele“ – so schön! Und so schöne Fotos! Wo steht denn der geniale Strandkorb? LG Ulrike

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Ich habe verstanden und stimme zu.