Mein erstes Mal… Dänemark

Alte Seilwinde am Strand von Himmark // Foto: MeerART

…und ich war völlig begeistert. Bisher hatte ich mich irgendwie immer geziert nach Dänemark zu fahren. Warum weiß ich eigentlich gar nicht so genau, ich schätze mal, weil ich bisher immer nur ein Südenfan (Sonne, Strand, Palmen und natürlich das Meer) war. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich für mich herausgefunden hatte, dass es nicht nur auf den Süden ankommt, sondern ich in erster Linie auf das Meer abfahre. Und je öfter wir, gerade im Winter, Urlaub oder Touren an der Nord- oder Ostsee gemacht hatten, lernte ich die raue Luft zur kühlen Jahreszeit richtig schätzen. Von daher war ich nun sehr gespannt auf mein erstes Mal. Es sollte ein Tagesausflug werden, und zwar zu der Insel Sønderborg.

Wir fuhren die A7 bis Flensburg und sind dann rechts direkt zur Flensburger Förde auf der dänischen Seite. Von hier an war ich völlig begeistert, denn die Straße ging direkt an der See entlang. Überall wo man gewollt hätte, hätte man anhalten können, um an den Strand zu gehen. Das gibt es bei uns in Deutschland so nicht. Ich finde, bei uns ist fast alles immer irgendwie eingezäunt oder Privatgrundstück. Jedenfalls ist meist der Weg für Ottonormalverbraucher nicht zugänglich, daher mussten wir gleich als Erstes aussteigen und einmal ab zum Strand, einfach nur mal so weil es ging. 😉

Als nächstes kamen wir in Sønderhav bei Annies Kiosk vorbei. Dies ist für deutsche wie auch für dänische Biker ein Treff mit Kultstatus. Von hier aus kommt man mit der Personenfähre auch zu den Ochseninseln Store Okseø. Auf der größeren der beiden leben drei Deutsche, die die Insel gepachtet haben und im Sommer ihre Tagesausflügler kulinarisch verwöhnen. Leider hatten wir für die Insel auf unserem Tagesturn keine Zeit.

Fischerboote in einer Bucht bei Moemark // Foto: MeerART

Wir sind die 401 weiter in Richtung Sønderborg, allerdings mit einem Abstecher auf die Halbinsel Broager. So heißt es hier, glaube ich. Auch hier suchten wir uns immer die kleinen Schleichwege am Wasser entlang. Was soll ich dazu noch viel mehr sagen, ich glaube in dem Fall sprechen Bilder echt mehr als Worte. Süße kleine Fischerboote, an noch viel süßeren Stegen und alles einfach zugänglich.  Wir befinden uns hier übrigens in Mølmark, ganz in der Nähe der alten Ziegelfabrik.

Fischerboote in einer Bucht bei Moemark // Foto: MeerART

Auch die Grundstücke im Hintergrund, was haben die bitte für eine geile Aussicht. Wie cool muss das sein, sich an lauen Sommerabenden, mit einem Glas Wein, hierher zu setzen und die Seele baumeln zu lassen. Einfach nur traumhaft. Man mag von hier schon gar nicht mehr weg.

Fischerboote in einer Bucht bei Moemark // Foto: MeerART

Diese kleine Insel haben wir einmal umrundet und fanden überall diese niedlichen Flecken. Aus purer Neugier ging es weiter Richtung Sønderborg.
Endlich angekommen und die Stadt Sønderborg hinter uns gelassen, fuhren wir die 427 weiter Richtung Sydals, möglichst immer nah am Wasser. In Kegnæs bzw. Sønderby hielten wir zu einem weiteren Stopp. Neben den schönen Ferienhäusern gab es auch unzählige Campingplätze und überall wieder der freie Zugang zum Strand.

Ferienhaus an der See in Dänemark // Foto: MeerART

Da wir auch Sønderborg möglichst einmal umrunden wollten, blieb uns hier leider nicht viel Zeit. Nur schnell eine Stulle in den Hals, umschauend, hier und da von den Eindrücken nicht genug kriegend, sind wir weiter Richtung Mommark. Hier fanden wir wieder einen zauberhaften kleinen Hafen, den wir euch nicht vorenthalten wollen.

Fischerboote im Hafen von Mommark // Foto: MeerART

Ich weiß nicht ob es nur mir so geht, oder ob jeder Seefan so auf die kleinen Fischerboote und die Häfen abfährt. Ich kriege jedenfalls nie genug davon und würde mich am liebsten an jedem mindestens für eine Woche aufhalten, um alles genau zu erkunden und wirken zu lassen.

Fischerboote im Hafen von Mommark // Foto: MeerART

Besonders auffällig ist, dass in Dänemark fast alle Fischerboote diesen gleichen verwitterten Blauton haben. Dieser Hafen bildete eine Ausnahme und war leider nicht ganz frei zugänglich, sonst hätten wir noch den Leuchtturm erkundet, den man am Ende des Bildes nur erahnen kann.

Wie die Zeit doch immer rennt, wenn man so viel Neues zu sehen bekommt. Was auch besonders auffällig ist, ist die ruhige und entspannte Fahrweise. In Dänemark halten sich alle an die Geschwindigkeit und so fährt es sich für einen, der nicht ortskundig ist, total entspannt. Weiter Richtung Norden hatten wir nun auch hier ein wenig Pech und konnten nicht mehr direkt am Wasser entlang fahren. Von daher gewannen wir, so traurig wie es klingt, ein wenig Zeit um weiter die Insel zu umrunden. Aber in Himmark wurden wir wieder belohnt. Hier beim Leuchtturm fanden wir einen zauberhaften Strandabschnitt. Natürlich mit Fischerbooten, die hier noch von Hand mit einer Seilwinde zu Wasser gelassen werden bzw. wieder rausgeholt.

Fischerboot am Strand von Himmark // Foto: MeerART

Wir hatten nun schon späten Nachmittag und es kamen immer mehr Dänen an den Strand, um hier ihren Feierabend zu verbringen. Auch das fiel uns hier in Dänemark ganz besonders auf, egal ob am Strand oder im Grünen, selbst an öffentlichen Sitzgelegenheiten, überall gab es eine entspannte Atmosphäre. Ob nun Pärchen oder ganze Familien, für alle war es selbstverständlich, ihre Freizeit im Grünen zu verbringen. Selten haben wir so viele entspannte Menschen gesehen.

Langsam wurde es Abend und wir mussten uns notgedrungen auf den Heimweg machen. Einen letzten Stopp machten wir noch in Augustenborg. Es war ganz ungewohnt nach den vielen ruhigen Plätzen plötzlich wieder so viele Menschen auf einem Haufen zu haben. Am Hafen guckten wir uns noch den angehenden Sonnenuntergang an und ließen die vielen Eindrücke, die wir von dem Tag bekommen haben, noch mal an uns vorüber streifen.

Dänemark, wir kommen wieder und ganz bestimmt mit mehr Zeit im Gepäck.

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