Was ist, wenn der Mensch sich schon vollkommen auf den Frühling eingestellt hat, die Natur aber noch nicht so recht mitmachen will? Am besten sucht man sich etwas, das einem die Seele streichelt.
Normalerweise würden wir bei jedem Wetter hinaus in die Natur gehen. Ganz gleich, ob die Sonne scheint, es regnet oder der Wind um die Ecken pfeift. Uns persönlich tut das einfach gut.
An diesem Tag lief das allerdings nicht so recht nach Plan.

Wenn wir auswärts einen Termin haben, versuchen wir, wenn möglich, immer noch ein bisschen Zeit für einen Spaziergang einzuplanen. Berufliches mit Privatem verbinden, sozusagen.
Wobei wir uns schon damals gefragt haben, ob wir das bei uns überhaupt noch trennen können. Wenn wir ehrlich sind, verschmilzt beides längst miteinander.
Und für uns ist das eher ein Lottogewinn als ein Problem. Was kann es Schöneres geben, als das, was man tut, nicht als Last, sondern als Berufung zu empfinden?

Wenn Schnee und Hochwasser sich verabschieden
Das Hochwasser der vergangenen Tage hatte unseren ursprünglichen Plan allerdings ziemlich gründlich durchkreuzt. Die Böden glichen einer Sumpflandschaft und ausgerechnet für diesen Termin hatten wir natürlich keine Gummistiefel dabei.
Natur fiel also erst einmal aus.
Eckernförde hatten wir schon länger nicht mehr besucht und im Winter sogar noch gar nicht. Also beschlossen wir kurzerhand, unseren Spaziergang einfach dorthin zu verlegen.

Während ich diese Zeilen über unseren Bummel aufschreibe und dabei schon wieder Gummistiefel erwähne, frage ich mich übrigens, welche Schuhe ich in dieser Herbst-Winter-Saison eigentlich häufiger getragen habe. Winterschuhe oder Gummistiefel?
Ich glaube, die Gummitreter hätten eindeutig gewonnen.

Ganz konnten wir es dann aber natürlich doch nicht lassen. Eckernförde besuchen und nicht am Strand gewesen sein? Das geht irgendwie gar nicht. 😉
Das Wasser der Ostsee hatte sich nach dem Hochwasser ungewöhnlich weit zurückgezogen. Am Strand lagen noch jede Menge Seegras und andere Spuren, die das Wasser zurückgelassen hatte. An einigen Stellen entdeckten wir sogar kleine gestrandete Seesterne. Die Armen.

Gefangen zwischen zwei Jahreszeiten
Der Winter hatte sich in diesem Jahr besonders hartnäckig gezeigt. Immer wieder schien es, als würde der Frühling nun endlich übernehmen, und dann kam doch noch einmal ein Wintergruß um die Ecke.
Dabei schrie inzwischen jede Pore in uns nach Frühling.
Die Vögel waren ebenfalls schon ganz unruhig und irgendwie wartete alles darauf, dass die Natur endlich den Schalter von Winter auf Frühling umlegt. Bisher tat sie das allerdings nur sehr zaghaft.

Dass wir mit diesem Wunsch nicht allein waren, konnte man beinahe spüren. Selbst beim Bummel durch die Einkaufsstraßen von Eckernförde hatte man den Eindruck, dass die Menschen den Frühling kaum noch erwarten konnten.
Sofern man ihre Gesichter überhaupt zu sehen bekam. Die meisten waren tief unter Mützen und Schals vergraben.

Auch beim Blick in den einen oder anderen Laden hatte man den Eindruck, dass nun wirklich alle bereit waren für ein bisschen mehr Sonne, Wärme und Farbe.
Und ehrlich gesagt: Wir auch.

Einfach durch Eckernförde schlendern
Aber nun genug vom Wetter und lieber wieder zurück zu der kleinen Hafenstadt.
Kleine Hafenstädte wie Eckernförde, Husum oder Kappeln strahlen für mich immer ein ganz besonderes, uriges, maritimes Flair aus. Ich liebe die alten, bunten und manchmal ein wenig windschief wirkenden Häuser und die kleinen Gassen, die geradezu zum Flanieren einladen.

Auch die kleinen Ladenlokale und Gastronomiebetriebe bekommen durch diese alten Häuser von Haus aus eine ordentliche Portion Charme mitgeliefert.
Erst recht, wenn sie sich in hübsch zurechtgemachten Hinterhöfen verstecken.

Da macht das Bummeln richtig Spaß – auch wenn man ursprünglich eigentlich etwas ganz anderes vorhatte. Und vielleicht ist genau das manchmal nötig. Nicht immer muss ein Ausflug ein großes Ziel haben. Manchmal reicht ein bisschen Ostseeluft, ein paar alte Gassen, ein warmer Blick in ein Schaufenster und das Gefühl, für einen Moment einfach nirgendwo anders sein zu müssen.
Balsam für die Seele.

Eckernförde immer wieder neu entdecken
Bei unseren früheren Besuchen hatten wir Eckernförde vor allem vom Hafen aus kennengelernt und später auch die Altstadt für uns entdeckt. Dieser winterliche Bummel war wieder ganz anders.
Vielleicht ist genau das das Schöne an Orten, an die man immer wieder zurückkehrt: Man muss nicht jedes Mal etwas Neues suchen. Manchmal reicht es, einfach mit offenen Augen loszulaufen.
Denn Eckernförde kann Hafenstadt sein, Altstadt, Strandspaziergang – oder eben einfach ein kleiner Bummel an einem Wintertag, an dem der Frühling noch auf sich warten lässt. Und manchmal ist genau das die schönste Art, einen Ort zu erleben.










2 Kommentare zu „Kleiner Bummel durch Eckernförde“
Ich finde Eckernförde auch immer einen Ausflug wert und wenn es ganz super kommt, dazu eine Übernachtung in der Alten Fischereischule, mit einmaligem Blick auf die Ostsee.
Moin Susanne,
das glaube ich dir gern. Den Tipp werden wir uns mal merken.
Liebe Grüße,
Claudia