Eckernförde – eine mittelalterliche Hafenstadt

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Das Gewitter vom Vorabend lag noch deutlich in der Luft und die versprochene Sonne versteckte sich eher hinter dicken Wolken, als dass sie uns zulachte. Trotzdem traten wir unseren Törn nach Eckernförde an.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Die über 700 Jahre alte Stadt liegt zwischen Kiel und Flensburg und wird auf der einen Seite von der Ostsee, auf der anderen vom Windebyer Noor geprägt. Kleine Gassen, historische Gebäude, der lange Sandstrand und natürlich der Hafen machen Eckernförde zu einem Ort, an dem sich Stadt und Meer auf besondere Weise begegnen. Der Name der Stadt wird bereits im 13. Jahrhundert erwähnt.

Unser Hauptziel für heute war allerdings ganz eindeutig: der alte Hafen.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Irgendwie glich die Autofahrt einem kleinen Spießrutenlauf, denn die Klimaanlage schien der schwülen Luft nicht wirklich gewachsen zu sein. Besonders der Abschnitt kurz vor Kiel bis Eckernförde sollte aufgrund des Verkehrs – viele Lkw und wenig Möglichkeiten zum Überholen – unsere Nerven noch ein wenig strapazieren.

So kamen wir schon reichlich verschwitzt in Eckernförde an.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Der alte Speicher im Hafen

Besonders ins Auge fiel uns der alte Speicher, der Rundsilo. Der markante Bau aus den frühen 1930er-Jahren gehörte damals zur Getreidewirtschaft des Hafens und konnte rund 3.500 Tonnen Getreide aufnehmen.

Wahnsinn, wenn man sich das einmal vor Augen hält.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Heute gehört der historische Rundsilo längst zum gewachsenen Bild des Hafens. Seine industrielle Vergangenheit erzählt dabei viel über die frühere Bedeutung Eckernfördes als Hafen- und Handelsstadt. Auch in aktuellen städtischen Planungen wird der historische Rundsilo weiterhin als prägendes Element der Hafenspitze geführt.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Vor dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals war der kommunale Hafen vor allem ein Ostseehafen für die Bedürfnisse der Rendsburger Kaufleute. Im 19. Jahrhundert blühten hier Fischfang und Fischverarbeitung auf. Auch wenn die Fischerei heute längst nicht mehr die Bedeutung von früher besitzt, gehört sie noch immer zum Charakter des Hafens. Und genau das wollten wir natürlich sehen.

Fisch vom Kutter

Noch heute kann man morgens frischen Fisch direkt vom Kutter kaufen. Da musste man doch gleich einmal luschern, was an diesem Tag so im Angebot war. 😉

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Für Fans von Traditionsschiffen sind die alten Segler im Hafen ohnehin ein echtes Highlight. Mit ihren imposanten Holzaufbauten und hohen Masten lassen sie erahnen, wie das Segeln auf der Ostsee früher einmal ausgesehen haben muss.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Auch die Roald Amundsen schien gerade in See stechen zu wollen. Zumindest gingen auffallend viele Menschen mit Gepäck an Bord und es gab einige rührende Abschiedsszenen zu beobachten.

Da bekommt selbst ein ganz normaler Hafentag plötzlich ein bisschen Fernweh.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Die imposante Holzbrücke im Zentrum

Besonders schön fanden wir auch die alte Holzbrücke, die das Zentrum mit dem Stadtteil Borby verbindet. Sie gehört für mich zu den Motiven, die Eckernförde sofort wiedererkennbar machen: Wasser, Boote, Holz und dahinter die Stadt.

Die Geschichte dieser Verbindung reicht weit zurück. Die Sturmflut von 1872 hat in Eckernförde schwere Schäden angerichtet und prägt die Stadtgeschichte bis heute. Auch heute noch werden die Ereignisse von damals bei Stadtführungen thematisiert.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Auf der Borbyer Seite befindet sich die Siegfried-Werft, die bis heute zum Hafenbild gehört. Schon bei unserem Besuch fiel uns auf, wie schön man von dort auf das Wasser und den Hafen schauen konnte. Auch heute wird die Werft als Treffpunkt am Hafen genannt.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Eckernförde verändert sich

Natürlich bleibt auch in einer alten Hafenstadt die Zeit nicht stehen. Bei unserem Besuch wurde gerade kräftig gebaut. Alte Gebäude mussten neuen Wohnprojekten weichen, an der Hafenspitze entstanden neue Ferienapartments und Wohnräume. Das war damals durchaus ein Anblick, bei dem wir uns gefragt haben, wie sich dieser Teil der Stadt wohl entwickeln würde.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Besonders auffällig fanden wir das große Segel vor einem der neuen Gebäude. Und mittendrin stand – fast ein wenig unscheinbar – der kleine alte Leuchtturm am Hafen.

Er gehört zu den historischen Wahrzeichen der Hafenspitze und steht heute noch unter Denkmalschutz.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Nicht alles ist maritim-romantisch

Und jetzt muss ich an dieser Stelle einmal ganz ehrlich sein.

Sorry, liebe Eckernförder, aber bei unserem Besuch wirkte der Hafenbereich nicht gerade aufgeräumt. Vielleicht lag es tatsächlich noch an der legendären Aalregatta, die gerade stattgefunden hatte und deren Spuren noch nicht vollständig beseitigt waren. Und dann lagen da auch noch jede Menge Schnapsleichen herum, die ihr ganz eigenes maritimes Flair versprühten.

Man könnte es natürlich auch anders formulieren: Eckernförde zeigte sich an diesem Tag einfach sehr authentisch. 😉

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Eckernförde und seine Häfen

Neben dem kommunalen Stadthafen gibt es in Eckernförde weitere Hafenbereiche, darunter den Marinehafen, Yachthäfen und weitere Anlagen in der Eckernförder Bucht. Der Hafen ist bis heute ein lebendiger Teil der Stadt – mit Fisch, Traditionsseglern, Sportbooten und Menschen, die einfach am Wasser sitzen und dem Treiben zuschauen.

Und genau das hat uns an Eckernförde gefallen: Hier muss man gar nicht viel unternehmen. Man kann einfach am Wasser entlanglaufen, Schiffe beobachten, ein bisschen Hafengeschichte entdecken und schauen, was der Tag so mit sich bringt.

Impressionen aus dem Hafen von Eckernförde // Foto: MeerART

Für uns war es an diesem Tag vor allem ein Streifzug durch den alten Hafen – mit Industriegeschichte, Fischkuttern, Traditionsschiffen und jeder Menge maritimer Atmosphäre.

Und obwohl das Wetter nicht so richtig mitspielen wollte, hat sich unser kleiner Törn nach Eckernförde definitiv gelohnt, denn manchmal braucht es eben keine strahlende Sonne, damit eine Hafenstadt leuchtet.

Wenn du noch mehr über die Altstadt von Eckernförde erfahren möchtest, dann schau dir doch mal den Beitrag: „Eckernförde: Der Zauber einer Altstadt“ an.

Oder vielleicht interessiert auch der folgende Beitrag über Eckernförde: Kleiner Bummel durch Eckernförde

MeerART

Verliebt in den Norden - weil der Norden glücklich macht.

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4 Kommentare zu „Eckernförde – eine mittelalterliche Hafenstadt“

  1. Suche für gemeinsame Recherchen alte Fischkutterfotos Eckernförde zwischen 1945 und 1960.
    Ich bin immer im Forum über die KRIEGSFISCHKUTTER ALS YACHTEN mit Kommentaren.
    Arbeite zusammen mit Ralf Trümner, gebürtig in Eckernförde und dort auf Kuttern gefahren.

  2. Liebe Claudia,

    da habt Ihr wieder einen sehr schönen informativen Bericht erstellt und Eure eigenen Eindrücke einfließen lassen. Hier möchte ich jetzt einen Smiley machen. Aber das geht ja nicht. Dann denkst Du ihn Dir.

    Liegt eigentlich auch der Segler „Freedom“ noch da mit dem Skipper „Rolli“. Vor einigen Jahren (das war schon 2007) bin ich darauf mal mit einer Gruppe auf die Ostsee hinausgesegelt. Es war einfach toll – schönes Wetter und schöner Wind, so wie man sich eine Segeltour wünscht. Ich glaube, ich hatte auch schon mal ein Album dazu erstellt und muss es nochmal suchen.

    Mit meiner Schwägerin war ich auch mal dort und wir sind durch die Stadt gebummelt. Es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn da das Wetter es nicht so gut mit uns meinte.

    Eckernförde steht natürlich auch auf der Liste für einen Wieder-Besuch.

    Heute hat mir das schwüle Wetter ganz schön zugesetzt. Hoffentlich kühlt es über Nacht etwas ab.

    Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Karin

    1. Liebe Karin,

      vielen Dank für deine netten Worte. 🙂
      Nanu, warum geht der Smiley nicht, eigentlich sollte es funktionieren.

      Oh, die Fragen kann ich dir im Moment gar nicht beantworten, da unser Ausflug schon etwas länger her ist und mich gar nicht an alle Schiffe erinnern kann. Da aber auch wir noch mal wiederkommen wollen, beim letzten Besuch war das Licht nämlich nicht schön und wir nur kurz im Hafen unterwegs waren, werde ich dann drauf achten. Auch das Städtchen hatten wir uns damals noch nicht angeguckt. Wir hatten an dem Tag nämlich auch so einen schwül-heißen Tag, das wir darauf keine Lust hatten und lieber weiter gefahren sind.

      Wie du siehst, gibt es auch für uns immer etwas zu tun. 😉

      Dir auch noch ein bezauberndes Wochenende und bis bald.

      Liebe Grüße,
      Claudia

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