Der Nationalpark Wattenmeer feiert

Impressionen von einem fantastischen Wochenende auf Amrum // Foto: MeerART

30 Jahre Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Heute vor 30 Jahren, am 1. Oktober 1985, trat das Gesetz zum Schutz des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer in Kraft. Zu dieser nicht immer ganz einfachen Erfolgsgeschichte gratulieren wir von Herzen.

Die damalige Gründung, des auch heute noch größten Nationalparks in Mitteleuropa, war ein Meilenstein für den Schutz des einmaligen Lebensraumes Wattenmeer an der Nordseeküste. Initiiert wurde das damals von Uwe Barschel, der sich nicht nur mit Naturschutz profilieren wollte, sondern vor allem schneller sein als der Ministerpräsident von Niedersachsen. Dieser hat sein Gesetz nämlich ein Jahr später umgesetzt. Hamburg zog 1990 ebenfalls nach.

Impressionen von der Hamburger Hallig in Nordfriesland // Foto: MeerART

Als von Nordfriesland und Dithmarschen 272.000 Hektar Küste auf einmal in drei Schutzzonen aufgeteilt wurden, gab es große Verunsicherung, denn einige dieser Flächen durften gar nicht mehr betreten werden, andere nur noch unter strengen Auflagen. Das Nationalparkgesetz sah außerdem ein Walschutzgebiet für den Schweinswal vor. Zudem gab es vielerorts Jagdverbote und auch die Sportschifffahrt war nicht mehr überall erlaubt. Grünflächen, die als Weideland für Schafe dienten, wurden zu Salzwiesen umfunktioniert. So entstand ein neuer Lebensraum für 700 Pflanzen- und 2.500 Tierarten.

Impressionen von einem fantastischen Wochenende auf Amrum // Foto: MeerART

Damals war das natürlich heiß umstritten, denn die Küstenbewohner fühlten sich in ihrer Existenz bedroht. Was folgte waren viele Streitereien und Protestaktionen. Inzwischen haben die Menschen erkannt wie wichtig dieser Lebensraum ist.

Führung mit Biologen Rainer Schulz von der Schutzstation Wattenmeer // Foto: MeerART

Am 1. Januar 2000 trat ein zweites, noch erweitertes Nationalparkgesetz in Kraft. Unser Nationalpark ist mit seinen nun 4.400 km² nicht nur der größte zwischen dem Nordkap und Sizilien, er ist auch das vogelreichste Gebiet Europas und Deutschlands bedeutendster Naturraum. Zudem ist er anerkanntes Biosphärenreservat und gemeinsam mit dem Wattenmeer der Niederlande und Dänemark, Niedersachsen und Hamburg von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet.

Impressionen von der sehenswerten und wunderschönen westfriesischen Insel Texel in Holland // Foto: MeerART

Dass diese wundervolle Natur vor der Tür ein Gewinn ist, haben inzwischen auch viele touristische Betriebe erkannt. Viele von ihnen lassen sich deshalb als Nationalpark-Partner zertifizieren. Hätte es damals dieses Gesetz nicht gegeben, wer weiß wie der Nationalpark heute ausgesehen hätte.

Zuständig für den Nationalpark ist die Nationalparkverwaltung in Tönning. Sie versteht sich als Dienstleister, die den Schutz der Natur mit den Interessen von Einheimischen und Urlaubern, Landwirten und Seglern, Krabbenfischern, Wattführern, Wissenschaftlern und vielen anderen in Einklang bringt.

Ein Hinweisschild von der Nationalparkverwaltung in den Dünen am Strand von St. Peter-Ording // Foto: MeerART

Auf die großen Naturschutzerfolge kann man an der Küste aber auch wirklich stolz sein: Seehunde sind auf einen großen Bestand angewachsen und die lange zuvor im Wattenmeer ausgerotteten Kegelrobben kamen auch wieder zurück. Im Jubiläumsjahr wurden sogar zwei weitere große Erfolge erzielt: eine Vereinbarung mit der Miesmuschelfischerei und die Vereinbarung „Wattenmeerstrategie 2100“ zur Klimaanpassung.

Impressionen vom Strand an der Nordsee in St. Peter-Ording // Foto: MeerART

Fehlt nur noch die Unterwasserwelt. Um die ist es nach wie vor nicht gut bestellt ist. „Die Artenvielfalt unter Wasser hat über Jahrhunderte immer weiter abgenommen. Kaum jemand weiß heute noch, dass auch Katzenhaie, Seepferdchen, Nagelrochen, Stör und Sandkorallen selbstverständlich in das Wattenmeer gehören“, meinte hierzu Schutzstation-Geschäftsführer Harald Förster. „Diese Tiere sind heute durch die Fischerei, aber auch durch die Verbauung viele Zuflüsse des Wattenmeeres verschwunden“. (Quelle: wattenmeer Ausgabe 4 / 2014)

Nationalpark-Haus der Schutzstation Wattenmeer in St. Peter-Ording // Foto: MeerART

Die Schutzstation Wattenmeer will daher mit einem langfristigen Projekt den Schutz der Unterwasserwelt weiter vorantreiben. 19 Umweltorganisationen der Wattenmeerregion haben sich dafür zusammengetan und den gemeinsamen Aufruf “ The 2014 Call for Action for the Wadden Sea“ gestartet.

2 Kommentare zu „Der Nationalpark Wattenmeer feiert“

  1. Heiko Westphalen

    Moin Moin,

    ich bin nun verschiedentlich auf eurem Blog „gelandet“. Zeit für eine Rückmeldung, wie ich meine: nette Artikel und super Fotografien!

    Schöne Grüße aus Flensburg (übrigens mit Sicherheit eine lohnenswerte Fotoreise, siehe meine Webseite)
    Heiko Westphalen

    1. Moin Heiko,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar.
      Flensburg steht schon soooo lange auf unserer Liste, aber wie das so ist, man kann nicht überall gleichzeitig sein. Waren bisher nur einmal dort und fanden es richtig klasse. Irgendwann kommt die Zeit und wir nehmen uns Flensburg genauer unter die Lupe. Blog und Job muss halt irgenwie zusammen passen. 😉

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

      PS: Deine Seite werde ich mir angucken.

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