Der Holzhafen in der Billwerder Bucht

Ein kleiner Streifzug an der Alten Dove-Elbe

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Zwischen der A1 und dem Kraftwerk Tiefstack liegt ein weiteres kleines Paradies mitten in Hamburg. Jedes Mal, wenn wir über die Elbbrücken fahren, schweift mein Blick auf eine Landschaft, die mich ein wenig an eine Wattlandschaft erinnert. Das ganze nur viel kleiner, zwischen Werften und jeder Menge Booten. Grund genug neugierig zu sein, um zu erkunden worum es sich hierbei eigentlich handelt.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Wir starten unseren kleinen Streifzug am Moorfleeter Deich nahe des Holzhafenufers. Dort gibt es einen kleinen Parkplatz und mit Glück auch ein freies Plätzchen. An den Stegen liegen etwas wirr und doch geordnet die unterschiedlichsten Boote. Einige dienen der Freizeitbeschäftigung, andere scheinen darauf zu warten, wieder ins Leben gerufen zu werden. Leider sind die Stege für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. So bleibt uns nur der Blick aus der Entfernung.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Die ganze Vielfalt der einzelnen Schiffe wird einem wirklich erst deutlich, wenn man vor ihnen steht. Von der A1 aus kann man diese im Gegensatz zu dem Naturschutzgebiet nur erahnen. Bei unserem Streifzug ist es uns leider nicht gelungen einen Weg zu dem Naturschutzgebiet zu finden. So bleibt mir nur zu sagen, dass es hinter den ganzen Booten beginnt. Es erstreckt sich auf einer Fläche von rund 80 Hektar und umfasst den südlichen Teil der Halbinsel Kaltehofe sowie Wasser- und Süßwasserwattflächen des Holzhafens. Des Weiteren ist eine Fläche im Süden des Holzhafens bis zur Autobahn 1 sowie die bewaldete Fläche zwischen dem Yachthafen und der Autobahn in das Schutzgebiet mit einbezogen.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Die Ausweisung des Holzhafens als Naturschutzgebiet dient auch als Ausgleichsmaßnahme für die Teilzuschüttung des Mühlenberger Lochs im Zuge der Airbus-Werkserweiterung. Hier sind wichtige Wattflächen verloren gegangen. Das Naturschutzgebiet ist zusätzlich auch als EU-Vogelschutzgebiet gemeldet. Der Holzhafen verfügt über ausgedehnte, tidebeeinflusste Wasser- und Wattflächen wo u. a. Pfeifente, Schnatterente und Spießente heimisch sind. Daneben dient der Holzhafen auch als Nahrungs-, Laich- und Aufwuchsgebiet für diverse Fische.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Es gibt aber auch noch andere Kuriositäten, wie den historischen Schwimmbagger „Ilmenau“, der eine Umwandlung zu einer Kunstplattform vollzogen hat. Sabine Eisbrenner „Baggerbine“ möchte so für die kreative Vielfalt in Hamburg werben. Die Objektkünstlerin aus Bremen steckt nicht nur jede freie Minute, sondern auch viel Herzblut in ihr Projekt „Sinnflut“.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Unser Streifzug führt uns weiter am Deich entlang, denn auch hier gibt es viel zu entdecken. Neben lauter alten, teilweise echt hübschen, Häusern steht hier noch ein ganz besonderes. Wer die ZDF-Serie „Stubbe“ kennt, wird es vermutlich sofort erkennen. Das Haus, welches für den Kommissar Stubbe in der Serie als Privathaus diente, steht nämlich auch hier. Völlig eingewachsen und doch schön.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Eine weitere Kuriosität dürfte das Travemünder Atoll sein, welches hier im Hafen liegt und auf einen Käufer wartet. Eine künstliche Schwimminsel, die für eine kurze Zeit in den 1970er Jahren in Travemünde vor Anker lag. Damals sonnten sich die Gäste an Deck, sogar eine Gastronomie soll an Bord gewesen sein. Das Badevergnügen nahm ein jähes Ende, nachdem ein Sturm die Insel losgerissen und an den Strand gespült hatte. Ein Element brach sogar ab und versank. Bevor das Atoll nach Hamburg kam und hier auf einen Käufer wartet, war es auch schon eine Fischstation für Forschungszwecke.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Sogar bei ebay wurde schon versucht dieses Objekt aus Fiberglas zu verkaufen. Das Mindestgebot soll bei 20.000 Euro gelegen haben. Wer sich darauf einlässt, kann nicht nur ein spannendes Objekt sein eigen nennen, sondern darf sich auch auf viel Arbeit einstellen. Kaufinteressierte werden mit einem Kanu zum Objekt gebracht, allein das ist schon eine Expedition für sich. Ursprünglich entwarf der Erbauer Aki Zöllner dieses Objekt aus Fiberglas, weil er sich auf schwankenden Planken nicht so wohl fühlte und ein System entwickelte, dass das Atoll auf dem Wasser möglichst gerade halten sollte.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Es ist wirklich schade, dass man die vielen Stege nicht betreten darf. Als Anwohner kann ich das ja verstehen, aber irgendwie wäre die Verlockung doch groß, sich das eine oder andere näher angucken zu dürfen. Besonders die Objekte, die Hausboote zu sein scheinen, finde ich besonders spannend.

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Ganz besonders ein Werksgelände hatte es uns angetan. Aber selbst mit Nachfragen war der Zutritt nicht gestattet. Dabei lagen so viele spannende Objekte auf dem Gelände, die sich die Natur teilweise schon wieder geholt hatte und somit einfach großartige Fotomotive wären. Aber vermutlich auch aus guten Grund, wer weiß was hier alles noch so verborgen ist. 😉

Impressionen aus dem Holzhafen in Hamburg-Moorfleet // Foto: MeerART

Somit geht für uns ein kleiner Streifzug durch den Holzhafen zu Ende. Wir haben wieder viele neue Eindrücke mitnehmen können, von einem Flecken Erde in Hamburg, welches man sonst von der Autobahn immer nur erhascht.

2 Gedanken zu „Der Holzhafen in der Billwerder Bucht

  1. Die Seite des Holzhafens kannte ich gar nicht – sondern nur das NSG von Seiten des Kaltehofer Hauptdeiches her. Wenn man den in Richtung Moorfleeter Autobahnbrücke geht oder radelt kann man links kurz vor der Autobahn einen Weg ins NSG reingehen – dort allerdings habe ich keine Boote entdecken können. Aber dank Eures Artikels werde ich wohl „Eure“ Seite auch mal aufsuchen. Danke für den schönen Artikel

    1. Liebe Sabine,

      das freut uns aber, dass wir dir als Nicht-Hamburger derartige Ecken zeigen können. 🙂
      Von Kaltehofe aus hatten wir es auch schon probiert, aber da kommt man eben nicht an die Stelle, die ich so gerne fotografiert hätte. Der Wattbereich mit den vielen Vögeln sieht von der A 1 immer so traumhaft aus. Aber eigentlich ist es ja auch Sinn und Zweck von einem NSG, dass sie nicht erreichbar sind und Tiere ihre Ruhe haben.
      Danke dir jedenfalls für deinen lieben Kommentar.

      Liebe Grüße,
      Claudia

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