Amrum – mehr als nur eine nordfriesische Insel

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Wer das Glück hat – so wie wir – im Land zwischen den Meeren zu leben, der kann sich wirklich glücklich schätzen, so viele traumhafte Orte und Küstenlandschaften in unmittelbarer Nähe zu haben. Oft habe ich mich schon gefragt, ob es tatsächlich nur den einen Lieblingsort für mich/uns gibt?

„Die Ostsee hat unser Herz im Sturm erobert, die Nordsee unsere Seele“. Das ist ein Zitat von uns, in dem nicht nur viel Wahres steckt, sondern auch schon vermuten lässt, dass unser Herz ein Stück weit mehr für die Nord- als für die Ostsee schlägt. Dennoch lieben wir beide, jede auf ihre Art und genießen deren Vorzüge.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Gibt es also einen Lieblingsort an der Nordsee?

Die Überschrift lässt vermuten, dass es die Insel Amrum ist. Doch auch das stimmt nicht so ganz, denn wie könnten wir uns nur auf einen Ort oder eine Insel fixieren, wenn wir allein nur in Nordfriesland doch so viele unterschiedliche Facetten genießen dürfen. Und doch hat Amrum etwas mit uns gemacht, das wir nur schwer in Worte fassen können.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Unser Kurztrip zum Biikebrennen war fast wie ein kleines Déjà-vu zu unserem allerersten Kennenlernen. In der Kurzfassung könnte ich jetzt sagen, bei Ankunft Regen und zum Abreisetag ist es trocken. Ja, genauso haben wir Amrum im März 2015 kennengelernt und so zeigte sich die Insel auch diesmal. Sogar mit den selben Lichtstimmungen. Für die meisten hört sich das vermutlich nach einem totalen Desaster oder Albtraum an. Für uns nicht. Als Nordlicht darf ich das eigentlich gar nicht schreiben, denn wir sollten es besser wissen, aber uns hat höchstens geärgert, dass unsere Kleidung dem Wetter nicht allzu lange standgehalten hatte. Wir hatten zwar wetterfeste Kleidung an bzw. dabei, aber eben nichts was dem anhaltenden Regen auf Dauer die Stirn bieten konnte. Aber egal, wie man anhand unseres Beitrages zum Biikebrennen selbst nachlesen kann, haben wir auch daraus das Beste gemacht.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Nur dass es nicht zu Missverständnissen kommt, wir sind keine Regenjunkies. Natürlich wäre uns gerade für so einen Kurztrip ein beständigeres Wetter lieber gewesen. Zu unserer Lebensphilosophie gehört eben auch, dass wir uns nicht grämen, sondern versuchen aus allem das Beste zu machen. Und so nutzten wir am nächsten Morgen noch die verbleibende Zeit, um nach dem Frühstück an den Strand zu gehen und uns den Wind – wortwörtlich – um die Nase wehen zu lassen.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Amrum – Insel der Emotionen

Um wieder an die Überschrift anzuknüpfen, ist es nicht nur die Insel selbst, die uns verzaubert hat, sondern auch ein Gefühl, das wir so bisher nur dort erleben durften. Nicht ganz unbeteiligt daran sind zwei Menschen, die uns seit unserem ersten Aufenthalt begleiten, immer ein InselZuhause auf Zeit für uns haben und uns mit jedem Wiedersehen unvergessliche Momente bescheren. Zwei Menschen, die uns ganz besonders ans Herz gewachsen sind. Das Wunderbare und kaum zu Beschreibende ist, dass es für diese InselFreundschaft kaum Worte bedarf. Auch wenn es irgendwie merkwürdig klingt, aber hier scheinen sich unsere Herzen und Seelen mehr sagen zu haben, als Worte je ausdrücken könnten.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Habt ihr auch schon mal Menschen kennenlernen dürfen, die ihr teilweise Monate lang nicht seht und wenn man sich dann wieder trifft es so ist, als hätte man sich gestern erst gesehen? Ich glaube, so etwas gibt es mit Sicherheit nicht allzu oft. Auch solche Erlebnisse tragen natürlich dazu bei, dass man für manche Orte – in unserem Fall die Insel Amrum – mehr empfindet als für andere. Jeder Aufenthalt ist nicht nur ein Besuch auf der Insel selbst, sondern ein Wiederleben dieser besonderen Liebe und Geborgenheit. Ich glaube sogar, dass dieses Empfinden, das wir dort erleben dürfen auch ein Stück mit dafür verantwortlich ist, dass wir nach all der langen Suche nach einer neuen Bleibe an der Küste in Nordfriesland gelandet sind.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Genau wie die Tatsache, dass die Menschen in Nordfriesland generell so herrlich ehrlich und bodenständig sind. Manchmal glaube ich, hier ist der Ort, an dem sich noch die Natur die Menschen aussucht und nicht umgekehrt. Wer mit dem rauen Leben an der Nordseeküste und den Gepflogenheiten nicht klar kommt, wird in der Regel auch nicht glücklich werden.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Balsam für die Seele

Während wir hier langliefen und den fast menschenleeren Strand in Norddorf genossen, dachte ich über viele emotionale Momente aus den letzten Jahren nach. All die wundervollen Erlebnisse auf der Insel und dazu zählt auch, dass wir uns hier unser Eheversprechen erneut gegeben bzw. es wiederholt haben. Bei jedem neuen Besuch auf die Insel zieht es uns an viele dieser Orte. Über die Zeit hat sich ein Erinnerungsschatz im Herzen angesammelt, der sich für uns einzigartig anfühlt.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Gleichzeitig fragte ich mich auch, wie viele von euch zum Beispiel ähnliche Erlebnisse leben und erleben dürfen und welche das wohl sind? Vielleicht mag der eine oder andere ja seine Erfahrungen und Erlebnisse anhand eines Kommentars unter diesen Beitrag mit uns teilen.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Wir für uns möchten jedenfalls jeden dieser tollen Momente bewahren. Darum gibt es auch von jedem Amrum-Aufenthalt, und sei er noch so kurz, eine Erinnerung. Manchmal ist es ein Bild, das unsere Wände ziert oder einfach nur eine Muschel, die an einen besonderen Tag erinnert. Eines haben sie alle gemein, sie haben einen Ehrenplatz in unserem Heim. Und was noch viel schöner ist, wenn es mal wieder einen Tag in unserem Leben gibt, wo nichts nach Plan zu laufen scheint, dann brauche ich einfach nur durch unsere Räume zu gehen und einen Blick auf die Erinnerungsstücke werfen. Dann spüre ich diese Wärme und Geborgenheit und fühle mich gleich wieder besser. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Der unendliche Kniepsand auf der Nordseeinsel Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Amrum – was immer es auch ist, du bist für uns nicht einfach nur eine nordfriesische Insel. Du bist für uns ein ganz besonderer Zufluchtsort, den wir tief in unserem Herzen tragen.

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10 Kommentare zu „Amrum – mehr als nur eine nordfriesische Insel“

  1. Hallo Claudia,
    uns ging es genauso und als ich den Absatz (Amrum – Insel der Emotionen) gelesen habe, wusste ich sofort wer gemeint ist!

  2. Ein wunderschöner Beitrag! Alles Geschriebene hätte auch von meinem Mann und mir sein können. Kennengelernt 1981 auf Amrum im Landschulheim Ban Horn als 13jähriger und 14jährige. Geheiratet wurde 1991, 4 Kinder. Nach 27 Ehejahren haben wir unser Eheversprechen am 04.04.2018 bei Pastorin Brandt in einer wunderschönen Zeremonie erneuert. Jedes Jahr gehts auf unsere Lieblingsinsel. Auch die Kinder und ihre Partner machen immer ein paar Tage dort Urlaub. Für uns gibt es keinen schöneren Ort, die Seele baumeln zu lassen. Ein wundervoller Ort zum Schreiben für mich. Nirgendwo erholen wir uns mehr!

    1. Moin liebe Frauke,

      ach wie schön… was für eine schöne Geschichte. Wir freuen uns immer sehr, wenn auch andere so schöne Momente im Leben erleben dürfen und sie bewahren. Das macht das Leben so viel reicher.
      Amrum wir uns allen hoffentlich noch ganz viele solcher Momente schenken.

      Ganz liebe Grüße von der Westküste,
      Claudia

  3. Hallo Ihr Lieben,

    Wenn ich Eure Texte und Bilder von Amrum sehe, bekomme ich große Sehnsucht nach meiner Lieblingsinsel und sogar feuchte Augen.

    Ganz liebe sehnsüchtige Grüße
    Karin

    1. Moin meine Liebe,

      oh weh, das tut mir ein wenig in der Seele weh. Traurig sein sollst du nicht. 😉 Aber wenn man sich in die Insel verliebt hat, dann macht sich auch etwas mit einem. Du solltest mal unsere schmachtenden Blicke sehen, wenn wir bei uns am Deich stehen und das Wetter entsprechend ist und wir vom Festland aus nach Wittdün blicken können. Manchmal hat man auch das Glück uns sieht im Dunkeln den Leuchtturm. Dann schmachten wir auch wie verrückt.

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

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