Wir trauern um Gereon Boos (†47) vom Hafenbasar

Zum Tode von Dr. Gereon Boos dem "neuen Harry" vom Hamburger Hafenbasar // Foto: MeerART

Erst Anfang des Jahres haben wir Gereon Boos kennen gelernt und waren völlig fasziniert von diesem Menschen. Bei unseren Recherchen für den Hafenbasar fanden wir vorweg viele Artikel mit einem lebensfrohen Menschen, der voller Elan und Ehrgeiz an das Projekt „Harrys Hamburger Hafenbasar“ heran ging. Als wir die Einladung bekamen, ihn auf seinem Kran zu besuchen, erfuhren wir, dass es ihm nicht gut ging. Trotzdem duften wir uns seine Sammlung anschauen und erleben wie er das Lebenswerk von Harry nun auf dem Schwimkran „Greif“ fort fuhr. Einfach erstaunlich…

Für unser Interview empfing er uns in seiner Wohnung und wir waren ein wenig irritiert, denn wir fanden einen anderen Menschen vor als wir erwartet hatten. Gereon ließ sich aber nichts anmerken und berichtete stolz über die Erlebnisse und Entdeckungen, die er gemacht hatte, seitdem er den Basar übernommen hatte.

Nachdem Harry Rosenberg gestorben war, übernahm seine Tochter Karin den Laden, doch auch sie starb kurze Zeit später. Da gingen schon die ersten Gerüchte um, ob auf dem Basar ein Fluch liegt. Kim, die Tochter von Karin sah sich nicht in der Lage den Laden zu führen und so kaufte Gereon Boos ihr den Laden ab. Er hauchte ihm mit viel Mühe und Lebensfreude, auf dem Kran in der Hafencity, neues Leben ein. Der Schamane und der Basar schienen nun angekommen zu sein.

Doch auch Gereon wurde krank. Er hatte einen Gehirntumor, der ihm ziemlich zugesetzt hatte. Nach unserem Interview mit ihm gingen wir völlig still und in uns gekehrt zum Wagen. Wir guckten uns beide an und dachten noch, was für ein beeindruckender Mann. Trotz schwerer Krankheit und Schmerzen – kein Gejammer.
Erst waren wir unsicher ob wir den Bericht überhaupt schreiben sollten, doch Gereon war ein Kämpfer und hätte es nicht anders gewollt. Mit aller Kraft wollte er, dass der Basar lebt.

Trotzdem kam uns der Gedanke, na hoffentlich liegt da kein Fluch auf dem Basar.

Wie wir jetzt erfahren haben, hat der neue Harry den Kampf verloren. Lieber Gereon du hinterlässt nun eine riesen Lücke für den Basar, für Hamburg – für uns alle. Wir trauern um einen ganz tollen Menschen. Du hast in uns etwas wach gerüttelt, was wir schon vergessen glaubten. Danke.

Harry´s Hamburger Hafenbasar & Museum

5 Kommentare zu „Wir trauern um Gereon Boos (†47) vom Hafenbasar“

  1. Ich bin erschüttert- erst vor kurzem erfuhr ich vom Tod Gereons. Ich habe viele Stunden mit ihm verbracht, ob es im alten Hafenbasar war oder im Hafen, wo der Kran von ihm umgebaut wurde. Vor einiger Zeit waren wir noch bei ihm in der Hafencity in seinem neuen Museum und waren von den Umsetzungen begeistert. Hoffentlich besteht der Basar in Gereons Sinne weiter! Meine Trauer über den Tod ist gross!

  2. Frank Müller

    Hallo und Grüsse aus Köln,

    ich bin gerade etwas „am Boden und geschockt“ !

    Um den Weg von Gereon zu verfolgen, habe ich regelmässig im Internet nach ihm und seinen (prägnanten) Namen gesucht ! Mehrere Jahre, war ich mit ihm in Köln befreundet, habe ihn Karneval kennengelernt und war von seiner positiven Art stark angetan. Als dann seine Reisepläne (nach Einlagerung seiner Möbel) in Form einer Art Wohnmobil-Baus Formen annahmen, war ich überrascht als es ihn nach Hamburg verschlagen hat…

    Wie er sich für Afrika, Schmananismus, Sport, gesunde Ernährung und vieles mehr begeistern konnte, haben mir immer sehr gefallen und wir haben gemeinsam viele Spiele des 1. FC Köln geschaut oder auch seinen 40. Geburtstag zusammen gefeiert !

    Ich denke immer noch oft an ihn … besonders wenn ich mir alle Bilder auf meinem iphone anschaue und Gereon erwischte, wie er mal wieder (auch aufgrund seiner Krankheit von der ich wusste) einschlief …

    Gereon, ich trinke ein Reissdorf auf Dich !
    Frank

    1. Ja das war er, der beste Typ,mit dem man Drachenboot gefahren ist, gefeiert hat, der absolut an das geglaubt hat, was er tut… Je t’aime…

      1. Liebe Kerstin,

        so intensiv haben wir ihn nicht mehr kennengelernt, aber dieser kurze Augenblick hatte gereicht, um uns zu faszinieren.

        Liebe Grüße,
        Claudia

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