Plastikmüll: Ein Thema, das uns alle angeht

Das Kunstprojekt: „Blinde, die auf Plastik starren“ – Ein Blick hinter die Kulissen

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerARTFoto: MeerART

Als Katrin uns anschrieb und fragte, ob wir ihr Kunstprojekt „Blinde, die auf Plastik starren“, unterstützen könnten, war für uns klar, da machen wir mit, denn das Thema geht uns alle an.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Katrin und ihr Blog „Kiezpopcorn“ sind eigentlich in Berlin heimisch und dort scheinen die Massen blind für das Plastikproblem zu sein. Um aufzuklären, dass Plastikmüll kein Problem in Drittweltländern ist, sondern auch bei uns vor der Haustür, plante sie eine Reise an die Küsten von Nord- und Ostsee.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Dort wollte sie zum einen Plastikmüll für eine Installation einsammeln und zum anderen ein Video drehen, in dem deutlich wird, wie der Müll aus den Städten über die Flüsse ins Meer gelangt.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Da uns das Thema Plastikmüll bekannterweise ebenfalls unter den Nägeln brennt, haben wir ihr zugesagt, unseren Beitrag dazu im Hamburger Hafen zu leisten. Denn auch dort wimmelt es überall von achtlos weggeworfenem Plastikmüll, der über die Elbe in die Nordsee gelangt.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Wir haben dazu ein paar prägnante Stellen im Hamburger Hafen aufgesucht, die verdeutlichen, wo ein Teil des Problems herkommt. Plastikmüll, der einfach während der Fahrt aus dem Auto geworfen wird und in den Böschungen landet, ist ebenso ein Problem wie die kampierenden LKW-Fahrer, die ihren Müll, ob Lebensmittelverpackungen oder auch anderen Unrat, ebenfalls einfach in die Natur werfen.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Teilweise sind so schon richtig stinkende, wilde Müllkippen entlang der Straßen und in den Spülsäumen entstanden. Dieser Müll bleibt natürlich nicht dort liegen, sondern wird vom Wind in die Elbe geweht und von dort unter anderem in die Nordsee transportiert.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Um zu erläutern, wie groß das Problem ist, musste ich sogar vor die Kamera und das, wo reden doch nicht so zu meinen Stärken gehört. 😉 Ich drücke mich doch lieber in schriftlicher Form aus.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Da dieses Thema aber sehr wichtig ist und immer noch viel Aufklärungsbedarf herrscht, bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe mich von Katrin, für den guten Zweck, filmen lassen. Ein komisches Gefühl, sage ich euch.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Später sind wir noch an eine andere Stelle im Hafen gefahren und haben einen ganz besonders traurigen Fund gemacht. Wir entdeckten einen toten Schweinswal. Das hat unsere Stimmung ganz schön getrübt.

So groß wie die Freude vor ein paar Wochen war, als vermeldet wurde, dass sich eine große Schule von Schweinswalen in der Elbe aufhielt, war natürlich auch die Besorgnis da. Der rege Schiffsverkehr, der Lärm, dann noch der Hafengeburtstag, alles Dinge, die absolut nicht gut für den Schweinswal sind.

Ein angespülter Schweinswal im Hamburger Hafen // Foto: MeerART

Neben unserem wurden noch viele weitere tot angespülte Schweinswale entdeckt. Was aus ihnen geworden ist bzw. woran sie gestorben sind, wissen wir nicht. Unseren Fund haben wir jedenfalls gemeldet und der Kadaver wird nun wissenschaftlich untersucht. Sobald wir die Ergebnisse erfahren, teilen wir sie euch natürlich mit.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Aber nun noch mal zum Kunstprojekt von Katrin. Auf ihrer ersten Etappe besuchte sie in Lübeck Rüdiger Stöhr vom Verein „One Earth – One Ocean“, der ihr die Seekuh –ein Katamaran, mit dem bis zu zwei Tonnen Plastik ohne Beifang aus dem Meer abgefischt werden können –  vorstellte.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

Auf ihrer zweiten Etappe war sie  mit uns im Hamburger Hafen unterwegs, um anschließend weiter nach St. Peter-Ording zu fahren. Jennifer Timmrott vom Verein „Küste gegen Plastik e.V.“ zeigte Katrin viele der Stellen, wo sich im Wattenmeer der angespülte Plastikmüll verfängt und liegenbleibt.

Im Anschluss an ihre Reise wird die Installation auf der „Nachtschicht“ am 03. Juni im KAOS ausgestellt. Der Film sowie die Installation werden danach auch im Rahmen der „Aktionstage Nachhaltigkeit“ in Berlin ausgestellt bzw. vorgeführt. Hoffen wir, dass dieses Thema viele Menschen erreicht und ein vermehrtes Umdenken stattfindet, ansonsten wird bald mehr Plastik als Plankton in unseren Meeren schwimmen.

Unterstützung für die Aktion von Kiezpopkorn "Blinde, die auf Plastik starren" // Foto: MeerART

„Blinde, die auf Plastik starren“ ist ein Weckruf an unsere Verantwortlichkeit gegenüber unserer Umwelt – im zwischenmenschlichen wie auch darüber hinaus gehenden Sinne. Der Verlust von Verbindungen zu unserem Nächsten lässt uns nachlässig und unempfindsam gegenüber Schäden werden, die wir durch unsere Unachtsamkeit, Bequemlichkeit und unseren Egoismus anrichten.

Update zum Schweinswal:
Laut ersten Untersuchungsergebnissen hatte der Schweinswal einen schlechten Ernährungszustand und stumpfe Verletzungen, die auf eine Kollision mit einem Schiff oder einer Schiffsschraube hindeuten.

12 Gedanken zu „Plastikmüll: Ein Thema, das uns alle angeht

  1. Das ist schon “ hart “ was mit dem Plastikmüll abgeht! Ich wäre nicht dagegen, wenn es für diese “ Modeerscheinung “ Coffee to go ein Becherpfand von 1Euro geben würde. Plastiktüten sollten in den Einkaufsmärkten 2 Euro kosten. Aber das wird wohl ein traum bleiben….

  2. Dieser ganze Plastik Sche….. ist wirklich zum Heulen. Ich ärgere mich jeden Tag über jemand der jeden morgen einen leeren Platikkaffeebecher vor unserer Haustür auf dem Parkplatz liegenlässt, obwohl ich ein Schild geschrieben hatte und jetzt sogar einen Mülleimer aufgestell habe,Nein der Becher liegt davor.Das geht zwar nicht ins Meer aber doof ist es trotzdem. MÜLL IST.MÜLL.Für Euer Engagement alle Hochachtung und vielen Dank lg

    1. Liebe Gerti,

      du sagst es. Das ist ja krass, was du schreibst. Da sieht man mal wieder die Ignoranz der Leute. Ob im Meer oder nicht, Plastik tut der Umwelt nicht gut.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  3. Hey Ihr Lieben!

    Ich freue mich sehr über Euren wunderbaren Artikel und die tolle Unterstützung!
    Mir hat der Ausflug, so betrüblich der Anlass und der Fund auch war, viel Spaß gemacht.
    Es sind tolle Aufnahmen geworden und nun bereite ich meine Installation für die Nachtschicht im Kaos vor. Ich bekomme vom Kaos tolle Unterstützung.
    Ich bin jetzt super gespannt auf das Ergebnis und werde auf jeden Fall berichten.

    Ganz liebe Grüße
    aus dem nachhaltigen Berlin
    Katrin

    1. Liebe Katrin,

      sehr gern. Uns hat es auch viel Spaß gemacht.
      Unser Blessuren von den Stürzen sind inzwischen auch wieder verheilt. 😉

      Nun sind wir gespannt wie ein Flitzebogen auf das Endergebnis.

      Wir hoffen sehr, dass du mit deinem Kunstprojekt viele Leute erreichst. Besonders klasse wäre es, wenn es viele zum Um- und Nachdenken bringt. Wir haben nämlich nur diese eine Natur.

      Ganz liebe Grüße nach Berlin,
      Claudia und Ralph

  4. Hallo Ihr Lieben,
    der Artikel berührt und schockiert. Aber genau so sieht es nicht nur im Hamburger Hafen aus, auch am Rhein, in der Stadt, in den Parks… Es ist zum Heulen!
    Eine kleine schöne Nachricht: Heute morgen war ich in einem großen Kaufhaus in der Stadt. Dort muss man (endlich) für Plastiktüten zahlen und ich hatte wie immer eine Tasche dabei. Die Verkäuferin erzählte, seitdem die Tüten bezahlt werden müssen, hätte sich der Verbrauch extrem verringert. Ein Mini-Erfolg der zwar nur einen kleinen Teil ausmacht, aber immerhin ein kleiner Anfang.
    Ein tolles Kunstprojekt, ich wünsche Katrin und Euch viel Erfolg.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Martina

    1. Liebe Martina,

      du sagst es. Es sieht in der Tat überall so aus.
      Ich werde immer ganz traurig, wenn wir an die See fahren und überall auf den Bundesstraßen und Autobahnen ist der Grünstreifen voll mit Müll. Oft hängen in den Bäumen sogar ganze Plastikplanen. Ein sehr trauriger Anblick.

      Na, das ist doch wirklich mal ein kleiner Teilerfolg. Von mir aus könnten die die Plastiktüten ganz aus dem Verkehr ziehen. Stoffbeutel tun es doch und sehen zudem noch hipp aus.

      Ganz liebe Grüße und einen schönes Restwochenende,
      Claudia

    1. Moin Susanne,

      cooles Video zu einem sehr traurigen Thema. Ich freue mich riesig, dass inzwischen immer mehr auf das Thema Plastikmüll aufmerksam machen. Wir sind nämlich der Meinung, dass wir als Verbraucher unheimlich viel dazu beitragen können. Um handeln zu können, muss das Thema nur bekannt sein. Von daher eine super Aktion von euch. Viel Glück beim Vortragen.

      Sonnige Meeresgrüße,
      Claudia

  5. Hallo, ich habe mir seid Jahren zur Angewohnheit gemacht Alternativen zu verwenden. Jutebeutel gibt es heute in allen Variationen, teilweise mit richtig guten Informationen die auch noch dem Tierschutz helfen. Ich lobe Geschäfte die Plastiktüten abgeschafft haben und spreche Menschen an, die ich dabei erwische das sie ihren Müll auf der Strasse entsorgen..“Hey! Du hast etwas verloren…“..! ..Es hilft nur mit 2gutem Beispiel“ vorangehen und hoffen das die Blinden aufwachen! Ich bin ehrenamtliche Tierrechtsaktivistin, ich weiss wie Ignorant und Dumm manche Menschen sind! sie sägen sich und ihren Kindern den Lebensast ab und merkens noch nichteinmal! Da kann man schon die Wut kriegen. Gruss aus Hamburg.

    1. Moin Karin,

      danke für deine Zeilen.
      Ganz ehrlich, ich glaube es wird immer das Gleiche bleiben… auf der einen Seite sind die Verantwortungsvollen und auf der anderen die Ignoranten. Sie werden immer aufeinander prallen. Wenn die einen es kapiert haben, gibt es wieder andere, denen es völlig egal ist. Leider.
      Trotzdem geben wir nicht auf und freuen uns über jeden Mitstreiter. 😉 Das lässt die Welt hier und da leuchten.

      Ganz liebe Grüße nach Hamburg,
      Claudia

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Ich habe verstanden und stimme zu.