Mee(h)r Achtsamkeit für dich

Unser Tag am Kniep auf Amrum // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Achtsamkeit, was genau ist das eigentlich? Und stimmt es, dass uns der Norden wirklich glücklich(er) macht?

Beides finde ich tatsächlich spannende Fragen und sie sind mit Sicherheit auch nicht ganz so einfach zu beantworten. Wenn man den meisten Medien glauben schenken mag, dann brauchst du nur ans Meer zu fahren und zack, all deine Probleme lösen sich in Luft auf. Ganz so einfach ist das natürlich nicht und da sprechen wir tatsächlich auch aus eigener Erfahrung. Was man aber ganz sicher nicht abstreiten kann ist, dass das Land zwischen den Meeren, mit seiner großartigen Natur ein wichtiger Achtsamkeitstrainer für dich sein kann.

Die Suche nach deinem Sehnsuchtsort

Laut einer Studie wird immer wieder behauptet, dass wir im Norden die glücklichsten Menschen sind. Einen großen Anteil daran hat ganz sicher die fantastische und abwechslungsreiche Natur. In Schleswig-Holstein dürfen wir uns gleich über zwei Meere erfreuen, haben zahlreiche Seen, Fjorde, Wälder, Auen, Wiesen und man mag es kaum glauben, sogar Hügelland. Nicht zu vergessen das besondere Küstenklima (Reizklima) an Nord- und Ostsee, das nicht nur den Lungen, sondern auch der Seele gut tut. So viel reizvolle Natur trägt ganz sicher dazu bei, dass wir besonders glückliche Menschen sind.

Eine grandiose InselAuszeit auf Amrum mit einer ganz besonderen Überraschung // Foto: Ralph Kerpa

In unseren Beiträgen haben wir schon oft erwähnt, dass wir uns vom Meer magisch angezogen fühlen – ob in guten oder in schlechten Zeiten. Lach – klingt fast wie ein neues Eheversprechen. Sagen will ich damit eigentlich nur, dass wir beide eine Affinität zum Meer haben. Doch das trifft ganz sicher nicht auf jeden zu. Jemand, der sich lieber in den Bergen wohlfühlt, den könntest du bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ans Meer schleppen, diese Person würde sich hier einfach nicht wohlfühlen. Allen anderen kann das Meer als Sehnsuchtsort eine wichtige Stütze im Leben und bei der Achtsamkeit sein.

Bewusst leben

Ihr merkt schon, unsere letzten Beiträge sind ein wenig tiefgründiger, aber irgendwie nimmt das Leben gerade eine spannende Entwicklung. 😉 Als Nordlichter schreiben wir gerne über unsere Liebe zur Nord- und Ostsee, zeigen Orte aus neuen – unseren – Blickwinkeln. Und wer uns kennt, weiß, dass wir die Nebensaison lieben, weil wir wissen, welchen Schatz sie für Geist und Seele bereit hält. Diesen Trend haben inzwischen auch zahlreiche Medien und Tourismusagenturen für sich entdeckt. Für die Wintersaison gibt es immer mehr Angebote wie Wellness, Heilfasten oder Yoga am Meer. Das Thema Achtsamkeit am Meer ist allgegenwärtig. Das finde ich spannend zu beobachten, denn anscheinend sehnen sich immer mehr Menschen nach einem bewussteren Leben.

Eine grandiose InselAuszeit auf Amrum mit einer ganz besonderen Überraschung // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Bewusst leben, das sagt sich so einfach. Doch was steckt wirklich dahinter? Kurz und knapp gesagt heißt es im hier und jetzt zu sein, alle Empfindungen – ob gut oder schlecht – bewusst wahr- und anzunehmen. Und das Gute ist, es spielt gar keine Rolle ob du am Meer bist oder nicht. Es geht darum den Moment zu genießen, ganz gleich wie er gerade aussieht. Das kann einfach nur der Blick aufs Meer sein, ein Spaziergang am Strand oder im Wald, mal wieder mit Genuss in eine Pfütze zu springen, sogar die Gartenarbeit oder einfach nur etwas Leckeres zu schlemmen. Egal was es ist, Hauptsache du nimmst deine Gefühle dabei bewusst wahr.

Ja, auch das ist oft leichter gesagt als getan. Ich wünschte, ich könnte jetzt sagen, dass wir – nur weil wir am Meer leben – bei jedem Strandspaziergang oder beim Blick auf den Horizont an nichts denken, aber das wäre gelogen. Da komme ich wieder auf die eingangs erwähnte Erfahrung zurück. Wie oft haben wir uns schon dabei ertappt, dass wir den Blick aufs Meer doch nicht „bewusst“ wahrnehmen, sondern mit unseren Gedanken ganz woanders sind. Egal ob sie die Vergangenheit oder die Zukunft betreffen, Ärger oder Freude.

Impressionen aus der größten Sandkiste Deutschlands, der weitläufige Strand an der Nordsee in St. Peter-Ording // Foto: MeerARTImpressionen aus der größten Sandkiste Deutschlands, der weitläufige Strand an der Nordsee in St. Peter-Ording // Foto: MeerART

Wenn Ralph und ich spazieren gehen, dann fragen wir uns oft gegenseitig was wir gerade denken. Nicht selten ertappen wir uns dabei, dass wir mit irgendwelchen Gedanken beschäftigt sind, anstatt tatsächlich mal abzuschalten und an nichts zu denken. Was ich damit jetzt nicht sagen will, dass man partout nicht denken soll, das ist natürlich quatsch. Die Wahrheit ist sogar, dass, wenn man seinen Gedanken in der Natur freien Lauf lässt, sich Lösungen oder Probleme oft ganz von allein einstellen. Ganz intuitiv, dank einer inneren Stimme, die wir im Alltagstrott oft überhören.

Achtsamkeit im Leben

Aber warum fällt es uns Menschen so schwer achtsam und bewusst jeden Augenblick zu genießen? Oder wenn ich noch weiter gehen darf den gegenwärtigen Moment möglichst auch noch bewertungsfrei zuzulassen? Ganz ehrlich, ich habe darauf keine Antwort. Ich kann nur vermuten, dass dafür unsere moderne und schnelllebige Welt verantwortlich ist. Wir sind im Alltag so vielen Reizen ausgesetzt, dass wir oft unbewusst handeln, ständig im Stress sind und kaum zur Ruhe kommen können. Aber das Gute ist, wer sich das klar macht, kann lernen wieder achtsamer und bewusster zu leben. Die Natur ist dabei unser bester Trainer. Zumindest durften wir das für uns in den letzten Jahren lernen und erfahren. Je mehr wir uns Dinge bewusster machen, desto mehr „stille“ Momente können wir genießen und tatsächlich auch mal an nichts denken.

Ein sonniger Sommervormittag an der Nordsee im Watt und auf der Sandbank vor Westerhever // Foto: MeerART

Wer achtsamer lebt, wird schnell feststellen, dass seine Empfindungen von Glück und Lebensfreude nicht von äußeren Bedingungen abhängig sind. Also auch nicht ans Meer gebunden sind, sondern überall lebbar. Viele Experten sagen sogar, dass Achtsamkeit zu einem klareren Verständnis von sich selbst und auch zur Vorstellung davon führt, wie du dein Leben leben möchtest. Für mich/uns – und ich denke das trifft auf viele andere zu – bedeutet das ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben. Achtsamkeit beruhigt und stabilisiert nicht nur, es macht auch gelassener und geduldiger und im glücklichsten Falle auch mit sich selbst. 😉

Was ich besonders spannend zu beobachten finde ist, dass die Menschen, die achtsamer mit sich selbst umgehen auch achtsamer mit ihren Menschen, der Natur oder Tieren umgehen – ein Mehrwert für alle.

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6 Kommentare zu „Mee(h)r Achtsamkeit für dich“

  1. Liebe Claudia,
    vielen Dank für den wunderschönen Beitrag.
    Ja, ich glaube auch, dass man Achtsamkeit überall leben kann und bestimmt ist es auch nicht einfacher, wenn man so idyllisch lebt wie Ihr 2.
    Wenn man mit und bei sich ist, ist man auch aufmerksamer, achtsamer und mitfühlender mit Tieren und Mitmenschen. Da stimme ich Dir ebenfalls zu.
    Und doch ist es so schwierig, aber es ist auch eine Übungssache. Jeden Tag ein wenig und so wird es auch immer etwas einfacher, achtsam zu sein.
    Für mich habe ich festgestellt, seitdem ich wieder in meinem Wohlfühlumfeld bin (unserem alten Stadtteil mit Bäcker, Lebensmittelhändler & co. die mich sogar vermisst haben) und von Freunden umgeben, bin ich so zufrieden und glücklich. Diese Grundzufriedenheit, die Du bestimmt nachvollziehen kannst. Und damit fühle ich mich auch gestärkt für ab und zu weniger schönes.
    Viele liebe Grüße an die wunderschöne Westküste
    Martina

    1. Liebe Martina,

      freut mich, dass dir der neue Beitrag gefällt.
      Ich denke auch, dass sich Achtsamkeit überall praktizieren lässt. Um es für sich zu üben ist so ein Ort wie das Meer, der Wald oder die Berge ganz sicher ein magischer Ort und vielleicht auch hilfreich, damit man sich erstmal bewusst werden kann. Jedoch wichtig ist es letztendlich, dass man es im Alltag schafft, denn dort braucht man es. Und ja, es ist in der Tat so, es reicht nicht einfach nur idyllisch zu wohnen oder das Meer vor der Tür zu haben, wenn man sich nicht bewusst macht was dir für einen selbst wichtig ist im Leben.
      Wie heißt es so schön, man kann so oft umziehen wie man möchte, vor seinen Problemen bzw. der Vergangenheit kann man nicht weglaufen. Sie werden dich über kurz oder lang immer wieder finden und einholen.

      Ich kann sehr gut nachvollziehen was du mir sagen willst, denn genau das ist es auch, was wir hier in NF erleben dürfen. Es gibt dir ein Stück weit Geborgenheit, Sicherheit und vielleicht auch Heimatverbundenheit. Einfach schön zu erleben und ich wünsche euch wie uns, dass wir das ganz lange genießen dürfen.

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

      1. Liebe Claudia,
        danke, das wünsche ich Euch und uns auch, dass wir es lange genießen können und das Gefühl so bleibt.
        Ich nenne es „nach Hause kommen“. Denn so ist es für mich und das weit von meinem ursprünglichen zu Hause entfernt, das jetzt keines mehr für mich ist (Du weißt bestimmt, was ich meine).
        Liebe Grüße in den Norden
        Martina

  2. Moin du Liebe
    Was für ein wundervoller Beitrag und wunderschöne Bilder dazu.
    Beim Lesen kam grad was in mir zum Schwingen, ich kann es gar nicht recht beschreiben…Auf alle Fälle bin ich – seit wir hier im Norden leben – richtig glücklich, sehr viel gelassener und fühle mich, als sei ich endlich „nach Hause gekommen.“
    Nur schon ein Spaziergang an der Schlei löst jedesmal Glücksgefühle in mir aus, am Meer wird es sogar noch „schlimmer“….lach
    Und ja, ich verstehe warum die Menschen hier oben so zufrieden sind. Es macht einfach was mit einem.
    Der Himmel und die Landschaft so weit und die Menschen so nahbar …. Ich habe auf alle Fälle meinen Heimathafen hier oben gefunden;-))

    Ich sende dir eine sonnendurchflutete Umarmung
    Sabina

    PS: Ach übrigens…. dass ihr nun „Atelier-Abende“ veranstaltet finde ich super spannend! Ich hab schon die ganze Zeit überlegt, was ihr da so ausheckt…;-)

    1. Moin du Liebe,

      das zu lesen freut mich so sehr. Schön, dass auch ihr einen Heimathafen gefunden habt. Wie wir aus eigener Erfahrung wissen, macht auch dies unheimlich viel aus. So glücklich und angekommen haben wir uns beide vorher noch nie gefühlt.
      Ja, ich glaube auch, dass das Meer und der Norden unheimlich viel mit einem macht, aber ganz sicher nur, wenn man dafür empfänglich ist.

      Bezüglich unserer Veranstaltungsreihe „Abends im Atelier“ sind wir schon richtig aufgeregt. Wir sind so gespannt wie es angenommen wird. Aber auch da ticken wir wie mit allem anderen auch… einfach mal machen. 😉

      Ganz, ganz liebe Grüße an die Schlei,
      Claudia

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