Indian Summer am Dummersdorfer Ufer

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Wenn das Herbstlaub unter deinen Füßen raschelt…

Dass wir Fans der Nebensaison sind, ist ja inzwischen kein Geheimnis mehr. Und doch bin ich manchmal selbst überrascht, wie schön diese ruhigere Zeit des Jahres sein kann. Besonders deutlich wird das an Orten, die man gerade erst für sich entdeckt hat und die man innerhalb kurzer Zeit zu zwei verschiedenen Jahreszeiten besucht. In diesem Fall geht es um das Dummersdorfer Ufer an der Untertrave.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Wir hatten Sonntag und bei diesem herrlichen Sonnenschein einfach das Bedürfnis nach einem ausgiebigen Spaziergang. Da fiel uns unser Besuch im Sommer wieder ein. Damals waren wir zum ersten Mal durch das Naturschutzgebiet am Dummersdorfer Ufer gestreift und hatten uns schon gefragt, wie diese Landschaft wohl im Herbst aussehen würde. Jetzt konnten wir es herausfinden.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Und wie sich herausstellte, waren wir mit dieser Idee nicht allein. Der Parkplatz war ziemlich voll – ganz im Gegensatz zu unserem Besuch im Sommer. Damit hatten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet. Aber egal. Es wird sich schon verlaufen. Am Hirtenberg angekommen, wurden wir jedenfalls erst einmal mit einem fantastischen Blick belohnt.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Herbst am Dummersdorfer Ufer

Wir wählten mehr oder weniger den gleichen Rundgang wie im Sommer, starteten dieses Mal aber an der Stülper Huk und liefen in Richtung Ballastberge. Schon nach den ersten Metern wurde deutlich, dass das Dummersdorfer Ufer im Herbst ein völlig anderes Gesicht zeigt.

Die Bäume leuchteten in warmen Farben, das Laub raschelte unter unseren Füßen und über allem lag diese besondere Ruhe, die ich am Herbst so liebe.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Das Dummersdorfer Ufer erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang der Untertrave. Besonders prägend sind die Steilhänge, Trockenrasen, Waldflächen und die unterschiedlichen Lebensräume rund um die Hirtenberg-Halbinsel und die Stülper Huk. Gerade diese Vielfalt macht das Gebiet so besonders. Und gerade deshalb lohnt es sich, einmal zu unterschiedlichen Jahreszeiten wiederzukommen. Im Sommer wirkt die Landschaft leicht und hell. Im Herbst dagegen bekommt sie plötzlich Tiefe.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Rücksicht auf die Natur

Am Weg waren an diesem Tag auffallend viele Hunde unterwegs. Das hat uns tatsächlich beschäftigt, denn die Leinenpflicht war im Naturschutzgebiet ausgeschildert. Gleichzeitig konnten wir beobachten, dass sich längst nicht alle daran hielten. Dabei ist in Naturschutzgebieten diese Regel so wichtig.

Der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer weist ausdrücklich darauf hin, dass Hunde in den Naturschutzgebieten immer angeleint werden müssen. Das schützt unter anderem bodenbrütende Vogelarten und verhindert, dass die Hunde die Schafe beunruhigen oder ihnen nachstellen. Das Dummersdorfer Ufer ist Teil eines besonders wertvollen Naturraums, in dem viele empfindliche Tier- und Pflanzenarten auf Ruhe angewiesen sind.

Ein wenig hatten wir uns darüber geärgert, dass Hunde den Wasservögeln hinterherliefen und manche Besitzer ihre Tiere kaum zurückrufen konnten. Gerade weil die Natur hier so besonders ist, sollten wir ihr beim Besuch auch den nötigen Raum lassen.

Und eigentlich ist das gar nicht schwer. Anleinen, auf den gekennzeichneten Wegen bleiben und die Landschaft einfach so genießen, wie sie ist.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Die Heidschnucken, die uns damals begegneten, hätten dieser Regel vermutlich ebenfalls zugestimmt. Sie schienen das quirlige Treiben der Hunde jedenfalls nicht besonders lustig zu finden.

Indian Summer an der Trave

Wir wollten uns allerdings nicht lange ärgern. Dafür war dieser Herbsttag viel zu schön. Es war mild, nicht einmal ein Lüftchen wehte und die Sonne ließ die Farben der Landschaft geradezu leuchten. Ich liebe es ja, wenn Herbstlaub unter meinen Füßen raschelt. Natürlich muss ich das dann mit ausgiebigem Schlurfen noch ein bisschen provozieren.

Hach … einfach nur schön.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Die Farbgewalt war wirklich beeindruckend.

Der Gang im Sommer war schon schön gewesen, aber jetzt leuchteten die Bäume in Gold, Gelb und warmen Rottönen. Indian Summer pur. Und dabei liegt dieses kleine Stück Natur gar nicht weit von Lübeck entfernt.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Marienkäfer auf Wanderschaft

Besonders lustig waren an diesem Tag die vielen Marienkäfer. Meine knallgelbe Jacke hielten sie offenbar für eine ziemlich interessante Blume. Immer wieder flogen mir die kleinen Glücksbringer entgegen. Ich vermutete, dass sie auf der Suche nach einem geeigneten Platz für die kalte Jahreszeit waren. Leider musste ich ihnen mehr als einmal erklären, dass ich dafür nicht besonders gut geeignet bin.

Natürlich weiß ich nicht mehr, ob meine Vermutung mit dem Winterschlaf tatsächlich richtig war. Aber schön war es allemal, so viele dieser kleinen Käfer zu beobachten. Und irgendwie passten sie perfekt zu diesem goldenen Herbsttag.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Wieder am Wasser

Wir kamen auch wieder an die Stelle am Ufer der Trave, an der ich bei unserem letzten Besuch eine wunderschöne Schwanenfeder gefunden hatte. Damals waren wir hier nicht weitergekommen, weil das Wasser so hoch stand. Dieses Mal sah es ganz anders aus. Der Weg am Wasser entlang war wieder passierbar.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Ein Stück weiter kam uns ein älteres Paar entgegen, das sich ebenfalls am Ufer entlang bewegte. Es war unglaublich schön zu beobachten, wie er ihr über einen umgestürzten Baum half. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir hier tatsächlich weitergehen konnten, und fragten deshalb kurzerhand nach. So kamen wir miteinander ins Gespräch.

Die beiden kamen aus der Gegend und erzählten uns, wie sich die Landschaft im Laufe der Jahre verändert hatte. Was früher möglich war. Wie es einmal ausgesehen hatte. Und was heute anders ist.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Ich mag solche zufälligen Begegnungen unterwegs. Ein kurzer Austausch mit Menschen, die man vermutlich nie wiedersehen wird. Ein paar Geschichten. Ein bisschen Ortsgeschichte. Und dann geht jeder wieder seiner Wege.

Und dann wurde es nass

Ach Mist … Einmal nicht aufgepasst und schon war es passiert. Der Untergrund war weicher als gedacht. Schwupps. War mein Fuß eingesackt und natürlich sofort nass. Dussel! Schon klar, dass mir so etwas wieder passieren musste.

Zum Glück war es an diesem Tag so mild. Und trotzdem war damit die Entscheidung gefallen: Vielleicht sollten wir lieber wieder in Richtung Wald weiterlaufen. Oder besser gesagt: Wir mussten wohl oder übel ein bisschen umplanen.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Natur erleben und entdecken

Das Dummersdorfer Ufer ist kein Ort, den man einfach nur „besichtigt“. Es ist ein Naturraum, den man erleben kann. Steilhänge, Trockenrasen, Wald, Wasser und offene Landschaften liegen hier eng beieinander. Der Landschaftspflegeverein beschreibt das Gebiet als besonders artenreichen Teil der Untertrave-Region und setzt sich mit Schaf- und Ziegenbeweidung, Landschaftspflege, Artenschutz und Umweltbildung für seinen Erhalt ein. Und genau das macht einen Spaziergang hier so abwechslungsreich.

Hinter jeder Kurve sieht die Landschaft ein wenig anders aus. Mal öffnet sich der Blick über die Trave. Mal führt der Weg durch den Wald. Dann wieder stehen die Schafe auf den Wiesen und erinnern daran, dass Naturschutz hier nicht nur aus Schildern besteht, sondern tatsächlich gelebt wird.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Unser Fazit

Auch wenn wir unsere Wanderung an diesem Tag etwas früher als geplant beenden mussten, war sie wunderschön. Wir hatten Herbstfarben satt. Wir hatten Marienkäfer auf der Jacke. Wir hatten eine nette Begegnung am Wasser. Und wir hatten – natürlich – einen nassen Fuß. 😉 Was will man mehr?

Das Dummersdorfer Ufer hat uns schon im Sommer gefallen, aber im Herbst hat es uns noch einmal auf eine ganz andere Art verzaubert.

Wer gern draußen unterwegs ist und die Natur nicht nur anschauen, sondern mit allen Sinnen erleben möchte, sollte sich für einen Spaziergang durch dieses besondere Gebiet ruhig etwas Zeit nehmen. Und vielleicht ist gerade die Nebensaison dafür besonders schön. Dann raschelt das Laub unter den Füßen, die Luft ist klar, die Landschaft leuchtet und manchmal fühlt sich ein ganz gewöhnlicher Sonntag plötzlich wie ein kleiner Urlaubstag an.

Ein schöner und sonniger Herbsttag am Dummersdorfer Ufer // Foto: MeerART

Natur erleben mit dem Landschaftspflegeverein

Wer mehr über die Natur rund um das Dummersdorfer Ufer erfahren möchte, findet beim Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer e. V. zahlreiche Informationen zu den Schutzgebieten, zur Landschaftspflege und zur Umweltbildung. Der Verein bietet außerdem Führungen, Exkursionen und weitere naturkundliche Angebote für Kinder und Erwachsene an.

Gerade für Familien lohnt sich ein Blick auf das aktuelle Programm. Denn Natur ist tatsächlich Abenteuer. Und Natur ist Schule.

Mehr über das Dummersdorfer Ufer erzählen wir auch in unserem Beitrag: Ein Streifzug am Dummersdorfer Ufer

MeerART

Verliebt in den Norden - weil der Norden glücklich macht.

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8 Kommentare zu „Indian Summer am Dummersdorfer Ufer“

  1. Moin ihr beiden,

    bei den Temperaturen und den Farben absolut „traumhaft“
    und auch interessant zu gucken, wie weit man kommt!!! 😉
    lach, is mir auch schon passiert, so schwups :-)))

    Habt noch einen schönen Tag !!!
    Liebe Grüsse zu Euch
    Christa

    1. Moin Christa,

      der Tag war wirklich wie im Bilderbuch. Einfach unbeschreiblich.

      Tja, das mit dem „Schwups“ das war wieder typisch für mich. 😉 Ist nicht das erste Mal. Meine Turnschuhe durfte ich dann erstmal schrubben.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Das muss wirklich eine wundervolle Wanderung gewesen sein, allein die Bilder sind schon beeindruckend! Schade, dass mit den Hundehaltern, aber so sind leider viele, denn Wauwau ist ja Solo brav…aber für die Hunde sicher ein Paradies 😉
    Liebe Grüße!

    1. Liebe Irina,

      absolut, das war sie. So könnte der Herbst nur sein.
      Für Hunde ist es in der Tat ein Paradies. Ich will ja auch gar nicht meckern, hätte wohl selber auch nicht immer die Disziplin. Bin ja ehrlich. Fand es nur so ungewöhnlich, weil in der Tat an jeder Ecke Hinweisschilder stehen, die absolut keinen interessiert haben. 😉

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

  3. Moin,

    wir sind begeistert! Was für wunderschöne Fotos und was für ein toller Bericht!
    Von dem ersten Foto aus der Herbstausgabe haben wir eine Federzeichnung aus dem Jahr 1943 hier im Büro hängen. Man würde meinen, es wäre genau der gleiche Ausschnitt. Sehr interessant, wie sich die das Stülper Huk kaum verändert hat.

    Vielen, vielen Dank für diese wunderbaren Momentaufnahmen und diese nette Werbung für unseren Verein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Angela Braun

  4. Liebe Claudia,
    was für traumhafte Bilder und sooo eine schöne Natur. Ich habe erst einmal nachschauen müssen, wo das Dummersdorfer Ufer genau liegt… und freue mich wieder, dass Ihr mir Deutschlands kleine, gemütliche Ecken so nahe bringt. Vielen Dank.
    Ein schönes Wochenende für Euch, Ihr Lieben!
    Herzliche Grüße
    Martina

    1. Liebe Martina,

      das ist in der Tat ein traumhafter Flecken Erde. Was mich dort so fasziniert ist, dass du – nur einen Katzensprung von der Großstadt entfernt – so viel Ruhe und so eine vielfältige Natur hast. Traumhaft.

      Meine Liebe, macht euch ebenfalls ein traumhaft schönes Wochenende. Genießt die Zeit miteinander.

      Herzliche Grüße,
      Claudia

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