Hurra – wir haben die Strände wieder für uns

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Die Strände gehören uns…

Es mag gemein sein, das jetzt zu sagen, aber die Nebensaison ist einfach mit die schönste Zeit am Meer. Nämlich dann, wenn du die Strände wieder für dich hast und sich nur noch sehr wenige hierher verirren. Dann ist Zeit zum Durchatmen.

Gestartet hatten wir unseren Ausflug zwar am Südstrand, doch der ist zu populär und damit für uns noch zu voll und so zogen wir weiter in den Norden der Insel. In Gammendorf, nahe des Niobedenkmals, wagten wir einen zweiten Versuch und siehe da… nur ein paar Schritte und wir hatten den Strand fast für uns allein.

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Die Sonne schien verheißungsvoll, doch der Wind war schon ganz schön frisch. Warme Kleidung muss schon sein, aber das ist ok, Hauptsache an die frische Luft. Die Wellen ließen sich vom Wind an den Strand peitschen. Da wird einem richtig bewusst wie laut die Ostsee sein kann. Wir hatten richtig Mühe und Not gegenan zu sprechen.

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Manchmal tut es aber auch gut den Mund zu halten und nichts zu sagen, sich einfach mittragen zu lassen. 😉 Meeresrauschen ist wie Meditation und so liefen wir eine ganze Weile stillschweigend am Strand. Nur wir und das Meer.

Ein sonniger Tag am idyllischen Naturstrand beim Niobe Denkmal auf Fehmarn // Foto: MeerART

Kitesufer freuten sich über den Wind und nutzen jede Chance, um sich von ihm in die Lüfte heben zu lassen. Davon mussten an diesem Wochenende tausende auf der Insel gewesen sein. Egal wo man lang fuhr oder ging, überall blitzten die bunten Segel am Himmel auf. Beeindruckt bin ich jedes Mal aufs Neue, aber selber würde ich mich das wohl nicht trauen und schon gar nicht bei diesen Temperaturen.

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Überall am Strand waren so kleine Schilder, wie man sie von Blumenhändlern als Preisschilder kennt. Die steckten in regelmäßigen Abständen im Sand und hatten eine Nummer drauf. Erst waren wir ein wenig verärgert, denn gerade Fehmarn möchte ja Vorreiter für eine plastikfreie Insel sein und dann so was. Später am Abend erfuhren wir dann aber noch den Grund dafür.

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Heute war wieder so ein Tag, da könnte man glatt die Insel umlaufen. Wir liefen und liefen. Von Zeit zu Zeit guckten wir uns an, ob der andere genug hatte, aber im Gegenteil. Es war einfach zu schön. Wer denkt in solchen Momenten schon gern an den Rückweg.

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Ein Stück Ehrgeiz war aber auch dabei. Dieser Teilabschnitt dürfte nun die letzte Ecke von Fehmarn sein, die wir noch nicht zu Fuß abgegangen waren. Den Rest der Insel hatten wir – am Strand entlang – bereits abgelaufen. Was bedeutet, dass wir Fehmarn heute quasi zu Fuß umrundet hatten.

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Dass das wirklich so war, ist uns aber tatsächlich erst klar geworden, als wir vor uns den Leuchtturm von Westermarkelsdorf aufblitzen sahen. Da wurde uns erst richtig bewusst wie weit wir gelaufen waren. Das kommt davon, wenn man sich dem Meer so hingibt. 😉

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Auf dem Rückweg zogen wir es vor, auf dem Deich zu laufen, denn unsere Füße und Beine waren ganz schön schwer und müde. Ein wenig mussten wir den inneren Schweinehund überwinden, denn in letzer Zeit hatten wir viel hinterm Schreibtisch gesessen und waren ganz schön aus der Übung. Zudem mussten wir auch noch mächtig gegen den Wind ankämpfen. Der kam nun mit aller Macht von vorn.

Als wir am völlig leergefegten Campingplatz vorbei kamen, hatten wir wieder freien Blick auf die Ostsee. Auf einmal war es hier gar nicht mehr leer. Wo kamen denn plötzlich die ganzen Menschen her? Eben war hier doch noch keine Menschenseele weit und breit. Dazu noch alles Angler???

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Neugierig fragte ich zwei Mädels, die ihren Angelwagen hinter sich herzogen. Sie erzählten uns, dass hier gleich eine Angelmeisterschaft stattfinden würde. Nun erklärten sich auch die vielen Plastikschilder am Strand, das waren deren Startpositionen.

Strandabschnitt auf Fehmarn zwischen Gammendorf und Westermarkelsdorf // Foto: MeerART

Den ganzen Weg zurück begleitete uns nun das Bild der vielen Angler, die sich am Strand platzierten und für den Wettbewerb vorbereiteten. Wir dagegen waren froh, endlich am Auto angekommen zu sein. Müde, aber überglücklich über diesen tollen Herbsttag am Strand, fuhren wir wieder heim.

2 Kommentare zu „Hurra – wir haben die Strände wieder für uns“

  1. Ihr Glücklichen,
    ist das nicht herrlich, so nah an der See zu wohnen und einen Tag Auszeit vom Alltag zu nehmen? Der Gedanke daran, lässt mich sofort wieder träumen…
    „Euer“ Fehmarn ist wirklich schön, danke für die Reise…
    Ein schönes Wochenende, Ihr Lieben und arbeitet nicht mehr so viel.
    Martina

    1. Liebe Martina,

      sehr gerne. Es ist in der Tat schön, die See zum Greifen nahe zu haben und doch kommt es uns noch so weit vor.
      Lass die Träume einfach zu, dann ist das graue Nass da Draußen leichter zu ertragen. 😉

      Schön wäre es, aber die Ausstellung ruft und mit ihr noch so viel Arbeit. Aber alles Arbeit, die Spaß macht. Ganz egal ob es das Schreiben der Blogbeiträge ist, oder das Werkeln der Handwerkskunst.

      Euch ein zauberhaftes und hoffentlich nicht zu verregnetes Wochenende.
      Liebe Grüße,
      Claudia

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