Holm: Momente der Ruhe und Besinnlichkeit

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Es gibt Städte, die haben ganz besonders hübsche Stadtteile. Schleswig mit dem Stadtteil Holm gehört auf alle Fälle dazu. Ein Jahr ist vergangen, dass wir hier in dem bezaubernden Ort waren und oft fragt man sich, ob es einem beim zweiten Mal genauso gut gefällt.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Der Regen hatte nun endlich nachgelassen und die Sonne bahnte sich langsam ihren Weg durch die Wolken. Wir konnten unsere Zwangspause beenden und die Erkundungstour starten. Das Kopfsteinpflaster war vom Regen noch ganz nass und glänzte richtig in der Sonne.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Auf irgendeine Weise lag eine ganz besondere Stille in der Luft. Ein paar Schritte weiter sahen wir auch warum. Auf dem wundervollen Friedhof hatte eine Beerdigung stattgefunden. Es war als würde der ganze Ort trauern. Umso schöner war es zu sehen, dass die Sonne wieder raus kam und mit ihren warmen Strahlen ein wenig Hoffnung und Mut schenkte. Da wir die Trauernden auf gar keinen Fall stören wollten, gibt es diesmal von dort auch keine Fotos.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Die vielen bunten Rosen an den Häusern ließen noch keinen Gedanken an den Herbst zu. Viel zu sehr reckten sie ihre Blüten gen Himmel. Man mochte die Nase am liebsten in jede einzelne Rose halten, um den Duft in sich aufzusaugen. Nicht mehr lange und auch sie lassen, wie so viele andere Blumen schon vor ihnen, ihre Blüten fallen.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Ich muss gestehen, dass wir uns von der Stille ganz schön anstecken ließen. Irgendwie packte uns ein wenig Wehmut. Unsere Schritte waren langsamer als sonst, als könnten wir die Zeit anhalten, wenn wir nur langsam genug gehen würden.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Schade eigentlich, wäre doch schön, könnte man die Zeit durch das eigene Tempo bestimmen. Was könnte man da alles mit seinem Leben anfangen? In Zeiten, in denen es einem mal nicht so gut geht, rennt man einfach und in Zeiten, wo alles perfekt scheint, trödelt man eben. Was für eine wundervolle Vorstellung. Vielleicht mag ich die Region um die Schlei ja auch deshalb so gern, denn die Uhren ticken hier generell etwas langsamer.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Die Zeit konnten wir natürlich nicht anhalten, aber dafür entdeckten wir heute eine Gasse, die wir beim ersten Mal gar nicht gesehen hatten. Hier kamen wir direkt zum Holm mit den Stegen und den vielen bunten Fischerboten. Am Wasser konnten wir über kleine Sandstrände und Plattenwege vor den Gärten der Fischer spazieren. Hach, ich liebe solche Ecken. Sie strahlen so viel Ruhe und Besinnlichkeit aus.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Erstaunlich, dass auch hier keine Menschenseele war. Dafür hingen überall Reusen und Netze zum Trocknen. Eigentlich muss das früher doch eine schöne Zeit gewesen sein, als die Fischer noch zu Hauf ihren Fang nach Hause brachten. Nur zu gern traf man sich zwischendurch zu einem kleinen Schnack an den vielen Klöntüren.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Die Idylle der Siedlung täuscht ein wenig über die Zukunftssorgen der Holmer Fischerzunft hinweg. Viele können und wollen den Beruf des Fischers nicht mehr ausüben. Dennoch gibt es sie und sie fahren täglich hinaus. Den fangfrischen Fisch bekommt man hier noch direkt vom Kutter, aber auch an anderen Verkaufsstellen in Schleswig und Umgebung.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Leicht waren die Zeiten früher natürlich auch nicht, aber oft habe ich das Gefühl, sie waren ehrlicher. Am Ende des Tages wussten die meisten noch wofür sie geschuftet hatten. Heute wird viel zu viel von Hektik und Schnelllebigkeit bestimmt. Wie schön, wenn man sich, so wie wir heute, zwischendurch kleine Auszeiten gönnen kann, um sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Die nächste Bank war deshalb meine, ich setzte mich und starrte gedankenversunken auf die Schlei, während Ralph hier und da ein paar Details mit der Kamera festhielt. Das einzige was Tempo aufnahm, waren die Wolken, die sich vom Wind treiben ließen, oder die ersten Zugvögel, die gen Süden flogen. Hach, ich hätte hier noch stundenlang sitzen können, so schön war es.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Am Ortseingang gibt es übrigens das kleine Holm Museum. Der Eintritt ist frei. Das Museum bietet mit den ausgestellten Bildern eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit. Gezeichnet von der Arbeit, aber glücklich sahen die Menschen aus.

Das Fischerviertel Holm in Schleswig // Foto: MeerART

Heute erlebten wir ganz besondere Momente und ich bin froh, dass es immer noch Orte gibt, die dich auffangen und dir Ruhe und Kraft geben. „Langsamzeit“ – einen besseren Slogan hätte es für diese Gegend nicht geben können.

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6 Kommentare zu „Holm: Momente der Ruhe und Besinnlichkeit“

  1. Die deutsche See schein momentan sehr beliebt zu sein, aber wem kann man es verdenken? Die Inseln haben alle was schönes an sich und auch sehr schöne Fleckchen zum entdecken. 🙂

    1. Moin Moin!
      Wem sagst du das, unseren Küsten sind einfach fantastisch. Und zwar alle wie sie da sind, egal ob Nord- oder Ostsee, selbst die Nebenflüsse und Kanäle. Es gibt so viele fantastische Ecken, die es zu entdecken lohnt.
      Herzliche Grüße,
      Claudia

  2. Hallo liebe Claudia,

    wunderschöne Bilder von Holm – steht natürlich auch auf unserer Liste der Ausflugsziele. Aber es wird wohl erst im nächsten Jahr etwas.
    Nach unserem sehr abwechslungsreichen und manchmal auch anstrengenden Österreich-Urlaub lassen wir’s jetzt etwas ruhiger angehen und die Herbstabende genießen. Bei schönem Wetter wird es uns sicher noch ab und zu an die Elbe oder Alster ziehen.

    Dir und Deinem Mann ein schönes Wochenende
    und liebe Grüße
    Karin

    1. Guten Morgen liebe Karin,

      wie schön, du bist heil aus dem Urlaub zurück.
      Holm ist wirklich zauberhaft. Beide Male, wo wir jetzt da waren, waren echt schön. Überhaupt hat uns Schleswig sehr überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Stadt so schön ist.

      Ein wenig Ruhe tut doch auch mal gut. Außerdem haben wir, wie du so schön sagst, es an der Elbe ja auch sehr schön.

      Wir wünschen dir ein zauberhaftes Wochenende.
      Liebe Grüße,
      Claudia

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