Die Magie der Rauhnächte

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Warum wir keine Angst vor der dunklen Jahreszeit zu haben brauchen

Habt ihr schon mal von den Rauhnächten gehört? Wir bis vor kurzem ehrlich gesagt nicht, bis wir durch Zufall einen spannenden Artikel darüber gelesen haben, der uns nicht mehr losgelassen hat.

Rauhnächte, klingt irgendwie ein wenig spuki und wenn wir nicht gelesen hätten wofür sie stehen, dann hätte ich mir auch nicht wirklich viel darunter vorstellen können. Gemeint ist die Zeit vom 24. Dezember bis zum 6. Januar. Das soll die Zeit sein, in der die Dunkelheit zuhause ist. Ein wenig verwirrt mich das, denn ich dachte immer der 21. Dezember, also die Wintersonnenwende wäre der dunkelste Tag. Aber gut, man lernt ja nie aus.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Wenn die Nächte länger werden

Während es früher ganz normal war, dass man die dunkle Jahreszeit zur Ruhe und Muße genutzt hat, haben viele von uns das heute verlernt. Schlimmer noch, viele verbinden diese Jahreszeit mit Winterdepressionen oder sogar dem Tod. Bis vor einigen Jahren war uns die Winterzeit auch noch nicht ganz so geheuer. Viel zu oft hatten wir uns dazu verleiten lassen über das Wetter zu nörgeln und dem Sommer hinterherzuweinen. Dabei hat diese Jahreszeit tatsächlich auch ihre guten Seiten.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Vor einigen Jahren haben wir angefangen uns dieser kalten und dunklen Jahreszeit zu stellen und sie tatsächlich auch wieder lieben gelernt. Ausgiebige Spaziergänge an kalten Tagen, ob am Meer, im Wald oder Park haben eine ganz andere Wirkung auf Geist und Seele, als die zur Sommerzeit. Ja wirklich, es ist so schön sich dick einzummeln und den kalten Wind auf der Nase zu spüren. Wenn man nach so einem Spaziergang wieder ins Warme kommt – in ein mukkeliges und hyggeliges Heim – sich ein warmes Getränk bei Kerzenschein gönnt, dann ist das die reinste Wohltat. Man spürt richtig wie jede einzelne Zelle auflebt. Für uns die beste Therapie gegen Winterblues.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Aufgrund der Globalisierung und der immer hektischer werdenden Welt haben viele von uns es entweder verlernt oder auch oft nicht mehr die Möglichkeit, diese Zeit der Besinnung für sich zu nutzen. Dabei ist es so wichtig, denn genau wie die Natur brauchen wir Menschen auch unsere Ruhezeiten. Das moderne Leben, so wie wir es heutzutage kennen, hat uns Menschen also nicht nur sehr viel Positives beschert, sondern hält auch einige Schattenseiten bereit. Stress, Lärm, Hektik, grelles Licht, all das macht uns Menschen auf Dauer krank.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Auch wir haben für uns erkannt, dass wir nicht das ganze Jahr im selben Tempo durchhalten können. Daher nutzen Ralph und ich die Tage zwischen Weihnachten und Silvester schon lange, um runterzukommen, uns zu besinnen und Kraft zu tanken. Dass diese Art der Kraftschöpfung ein alter Brauch ist, hatten wir bis dato nicht gewusst. Mehr noch, die Tage zwischen den Jahren sollen sogar eine mythologische Bedeutung haben.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Mythos oder Legende?

Allein die Frage finde ich schon spannend. So wie ich an die Kraft des Mondes glaube, glaube ich auch daran, dass es zwischen Himmel und Erde so viel mehr gibt, als wir uns erklären können. Das ist manchmal unheimlich, aber irgendwie auch faszinierend. Die Rauhnächte scheinen auch dazu zu gehören. Zumindest sind sie für viele Menschen ein Relikt aus der Welt der Sagen und Geister. In der europäischen Mythologie glaubt man daran, dass die Rauhnächte eine besondere Tür zur Welt der Geister und Dämonen öffnen. Zu Silvester – der Nacht, in der die Tore zur Unterwelt besonders weit geöffnet sein sollen, waren laute Geräusche ein probates Mittel, um sie zu vertreiben. Darin liegt übrigens auch der Ursprung des Silvester-Feuerwerks.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Ob sie nun ein Mythos oder eine Legende sind, kann ich zwar nicht sagen, aber wie ihr euch schon denken könnt, steckt in den zwölf Tagen weit mehr als Magie oder Zauberei. Mit der Besinnung auf die alten Werte und das Jahrhunderte altes Wissen erkennen immer mehr Menschen (dazu zählen auch Mediziner) den Wert, den die Rauhnächte für Körper und Seele bieten können. Das gelingt natürlich nur, wenn man die Botschaften der Natur erkennt und diese richtig gedeutet werden. Man sich also Zeit und Ruhe gönnt.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Das ist ganz wichtig, denn wenn unser Körper-Geist-Seele-System die Fähigkeit sich zu regenerieren verliert und unsere innere Balance verloren geht, werden wir krank. Wir brauchen also Zeiten der Stille, der inneren Ruhe, der Druckfreiheit, der Erholung – Tage wie die Rauhnächte.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Statt durch volle Citys zu hetzen, sollten wir lieber bei einem Winter-Spaziergang zur Ruhe kommen, frische Luft einatmen, übers Meer schauen, wer mag kann sich im Wald an einen Baumstamm lehnen oder einfach nur den Blick in den Sternenhimmel genießen. In keiner Zeit des Jahres soll es besser gelingen, tiefer mit seinem Inneren in Kontakt zu treten, zu philosophieren, zu meditieren und sich mit den wichtigen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen, sich neu zu orientieren und Kraft zu schöpfen. Da die Rauhnächte von einigen Feiertagen und Wochenenden begleitet sind, kann dies auch dann gelingen, wenn in dieser Zeit gearbeitet wird, die restliche Zeit aber frei von Berufs-Hektik und Freizeit-Stress bleibt. Probiert es einfach mal aus. Wir zehren seit einigen Jahren davon.

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Energien fließen lassen

Auch das Räuchern oder Ausräuchern der eigenen vier Wände mit wohlriechenden Kräutern dient seit Jahrhunderten dazu, böse Geister zu vertreiben und gute Energien ins Haus einzuladen. Das finde ich zwar nach wie vor auch ein wenig spuki, aber wir haben es dieses Jahr einfach mal ausprobiert. Richtig erklären können wir es uns zwar nicht, aber  irgendwie hatten wir das Gefühl, dass in unseren Räumen auch noch ein wenig negative Energie steckt. Also haben wir am Silvestertag unser komplettes Haus ausgeräuchert und im Anschluss, nachdem wir den Energieaustausch vollzogen hatten, sogar noch mit (Kräuter)-Wasser besprüht. Wie ich gelesen hatte, kann man das nämlich auch machen. Je nachdem welchess Element einem mehr liegt. Doppelt hält besser dachte ich mir. Ihr werdet jetzt vielleicht lachen, aber während wir das Prozedere durchführten – ganz besonders zu dem Zeitpunkt, als wir alle Fenster und Türen öffneten, um die negative Energie entweichen zu lassen und der positiven Platz zu machen – fing auf einmal an die Sonne draußen zu scheinen. Und das, obwohl für diesen Tag überhaupt keine Sonne angesagt war. Davor und danach war auch wieder alles trübe. War hier doch Magie mit im Spiel?

Ein nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph KerpaEin nebliger Wintertag am Strand bei Lakolk auf der dänischen Wattenmeerinsel Rømø // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Egal, ob man an altes Brauchtum glaubt oder nicht. Die Chance, die Rauhnächte zum eigenen Wohlbefinden zu nutzen und Jahrhunderte alte Weisheiten neu zu beleben, kann auf diesee Art ganz sicher nicht schaden. Uns persönlich hat das Ausräuchern als symbolischen Akt zum Jahreswechsel gefallen und wir werden von nun an in unser Silvesterriutal mit aufnehmen. Genau wie das bewusste Nutzen der Rauhnächte, einfach zur Entspannung und zu einem besinnlichen Zusammensein mit den Menschen, die wirklich wichtig sind. Innerlich aufgeräumt und ausgeruht kann dann das neue Jahr kommen.

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15 Kommentare zu „Die Magie der Rauhnächte“

  1. Moin Ihr Lieben,
    ein sehr spannender Beitrag. Rauhnächte kannte ich auch nicht. Aber es macht Sinn. So wie vieles aus vergangenen Tagen, als die Menschen noch mit der Natur statt gegen die Natur, gelebt haben.
    Wir haben es ein Stück weit tatsächlich verloren, im hier und jetzt mit den Tages- und Jahreszeiten zu leben.
    Die Natur zieht sich im Winter zurück um Kraft zu sammeln für den Frühling und das Erwachen. Wir sollten uns ein Beispiel nehmen und uns auch ein wenig Ruhe und Rückzug gönnen.
    Ich finde es super, dass Ihr das macht und schafft. Hier in der Stadt, in der es von Jahr zu Jahr voller und enger wird, besteht mein Rückzug aus Verweigerung der Innenstadt den ganzen Dezember. Das ist nämlich gar nicht hyggelig dort, sondern schrecklich im Dezember. Konsum statt Stille. Dunkle Nächte gibt es hier in der Stadt leider auch nicht.
    Ich übe weiter jedes Jahr aufs Neue den Rückzug und innere Einkehr. Gar nicht leicht. Ob das auf dem Land etwas einfacher wäre?
    Übrigens gefällt mir Eure neue Webseite sehr gut. Auch die ist jetzt schön aufgeräumt, klar und übersichtlich. 🙂
    Ihr Lieben, ich wünsche Euch, dass Eure Erholung, das Ausruhen lange anhält und Euch Kraft gibt für ein spannendes neues Jahr.
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Hej meine Liebe,

      danke für deine Zeilen.
      Da gebe ich dir absolut recht, wir sollten wieder mehr lernen mit der Natur zu leben. Klar sagt sich das immer so einfach, denn die Uhren der Wirtschaft drehen sich immer schneller, aber genau deshalb sollten wir zumindest im privaten versuchen uns ein wenig Ruhe zu gönnen und dann nicht auch immer noch auf Krampf auf Zack sein.
      Mir ist, gerade nach dem letzten Jahr wohl bewusst, dass es auf dem Lande ein Stück weit leichter ist als in der Stadt. Zumal hier die Uhren einfach noch anders ticken. Vor allem ist es viel viel ruhiger. Wie angenehm das für das Wohlbefinden ist, durften wir das ganze letzte Jahr erfahren. Lärm bedeutet in der Tat Stress und macht nervös. Zumindest hat es uns das.
      Dennoch gibt es sicherlich auch in der Stadt viele Möglichkeiten zur inneren Einkehr. Ein ausgedehnter Spaziergang in einem Park oder Fluss ist mindestens genauso erholsam. 😉
      Die Innenstädte haben wir zur Weihnachtszeit auch immer gemieden. Das ist wirklich kein Spaß mehr, sondern nur noch purer Stress.

      Ganz haben wir es dieses Jahr leider noch nicht geschafft, denn wir hatten tatsächlich nur die Tage zwischen den Tagen frei. Das war sehr nett, aber doch zu kurz. Kaum hatten wir uns daran gewöhnt nicht arbeiten zu müssen, war die Zeit auch schon um. Trotzdem bemühen wir uns noch mehr Freiraum in den Alltag einzubinden und sei es nur für einen ausgedehnten Spaziergang am Deich – bei Wind und Wetter. 😉

      Trotz Urbanität wünschen wir euch einen schönen Start in das neue Jahr.
      Herzliche Grüße,
      Claudia

  2. Guten Morgen ihr Lieben☺️

    Danke für diesen sehr interessanten Beitrag.
    Da wir jetzt einen Hund haben, blieb uns gar nichts anderes übrig, als auch diese Jahreszeit schätzen zu lernen und tatsächlich haben wir schon viele magische Momente in der Natur erleben dürfen. ️️

    Liebe Grüße aus dem sonnigen Kiel und ein schönes Wochenende

    1. Moin meine Liebe,

      das freut mich zu lesen. Dann könnt ihr ja frisch gestärkt ins neue Jahr starten. 😉

      Ganz liebe Grüße von der Westküste,
      Claudia

  3. Hallo liebe Langenhorner,
    es freut mich zu lesen, dass auch ihr euch mit den Rauhnächten beschäftigt. Schon seit einigen Jahren haben wir in unserer Familie ein liebgewonnenes Ritual für diese Nächte. Wir schreiben 13 Wünsche für das neue Jahr auf kleine Zettel, falten diese zusammen und geben – jeder für sich natürlich – die Zettelchen in ein Behältnis.
    Ab dem 25.12. verbrennst du jeden Abend einen der Zettel, ohne zu wissen, welcher Wunsch darauf steht. Den letzten Wunsch verbrennst du in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar. D.h. 12 Wünsche werden verbrannt. Das machst du am besten draußen und bittest das Universum, die Geister, den lieben Gott oder wer auch immer für die Magie der Rauhnächte zuständig ist, dir bei der Erfüllung des Wunsches behilflich zu sein.
    Der 13. Wunsch, den du am 6. Janaur noch übrig hast, ist der, um den du dich im neuen Jahr selbst kümmern musst. Bislang muss ich sagen, sind viele Dinge in Erfüllung gegangen, warum auch immer.
    Ich finde es gar nicht so einfach, 13 Wünsche zu formulieren. Und immer sollte man bedenken, worum man bittet, es könnte einem gewährt werden.
    Darüber hinaus ist es sehr hilfreich, klar und präzise zu formulieren. Eine Freundin, die verwitwet ist, wünschte sich, einen neuen Mann kennenzulernen. Das tat sie auch, aber er war verheiratet 😉
    Wie auch immer, ich finde die Zeit „zwischen den Tagen“ einfach nur schön und besonders. Diese dunkle Zeit hat schon eine besondere Magie, um so schöner, wenn wir uns dessen wieder mehr bewusst werden.
    Herzliche Grüße aus der Hattstedter Marsch
    Ellen

    1. Hallo liebe Ellen,

      das ist in der Tat nur einem Zufall geschuldet. Hätte eine liebe Freundin nicht diesen Artikel gepostet, dann wären die Rauhnächte auch in diesem Jahr an uns vorübergehuscht ohne dass wir sie gehuldigt hätte. Zumindest nicht bewusst. 😉

      Euer Ritual haben wir aufmerksam gelesen und uns gleich für die nächsten vorgemerkt. Das ist ja wirklich ein cooles und vor allem sehr bewusste Umgehen mit Wünschen und den Rauhnächten. Da gebe ich dir recht, nicht nur an den Rauhnächten, sondern auch im Alltag ist es manchmal gar nicht so einfach seine Wünsche klar und präzise zu formulieren. Darin üben wir uns nun schon eine ganze Weile. Manchmal mit mehr und manchmal leider auch noch mit weniger Erfolg.
      13 Wünsche, das wird in der Tat ganz schön hart. So viele habe ich, glaube ich, gar nicht, aber nun habe ich ja erstmal ein paar Monate Zeit mir darüber Gedanken zu machen. Lach…
      Danke, dass du dieses Ritual mit uns geteilt hast… So wie es aussieht werden die nächsten Rauhnächte nicht nur ruhig, sondern irgendwie auch geschäftig… Wünsche, Räuchern… da kommt was auf uns zu.

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

  4. Ich habe mich mal während des Studiums (Europäische Ethnologie) damit befasst. Übergänge und Grenzen wie Geburt und Tod, aber auch von einem Jahr zum anderen, galten im Volksglauben immer als besonders kritisch. Da musste man sich an strenge Regeln halten, um nicht von bösen Mächten behelligt zu werden.

    Das Silvesterfeuerwerk hat damit übrigens nichts zu tun. Das hat seinen Ursprung einfach nur in der barocken Freude am Feuerwerk an Adelshöfen. Es ist ein farbenprächtiges Salutschießen zur Begrüßung des neuen Jahres und keineswegs ein Vertreiben böser Geister.

    Beim einfachen Volk war es nämlich umgekehrt. Wenn Frau Holle oder der wilde Wod (die altgermanischen Totengötter Hel und Wotan) in den Rauhnächten mit Sturm und Braus daherzogen, hieß es: in Deckung gehen, Türen und Fenster verschlossen halten und das Totenheer auf keinen Fall aufhalten oder provozieren. Wer der dämonischen Jagd etwas hinterherrief oder gar in ihr „Hooho-hehe“ einstimmte, wurde mitgenommen und konnte von Glück sagen, wenn er zerschunden irgendwo anders abgeworfen wurde. Nicht einmal hinterherschauen sollte man ihnen. Dann sah man womöglich sich selbst in der Schar der Toten über den Himmel jagen, was so viel hieß, dass man im neuen Jahr sterben würde. So erzählen es die alten Volkssagen.

    Was nichts damit zu tun hat, mir aber bei den Stichworten „Übergang“ und „im Einklang mit der Natur leben“ einfällt, ist die „Dämmerstunde“ am Ende des Tages. Das war früher die Zeit, als das Tageslicht für intensive Arbeiten nicht mehr ausreichte, aber im Hause auch noch kein Licht angezündet wurde. Also eine Phase, wo man sich mal etwas Ruhe gönnen, vielleicht plaudern und Tee trinken konnte. Im harten Alltag der Bauern eine kostbare Zeit. Vielleicht etwas, an das wir uns wieder erinnern sollten.
    Liebe Grüße
    Peter

    1. Moin Peter,

      deine Zeilen klingen ja schauderhaft. Aber sie passen zu dem was man sich im Kopf ausmalt, wenn man Geschichten darüber hört oder an Filme denkt, die das Fernsehen gerne aus alten Zeiten zeigt und glauben machen möchte.
      Danke für den Hinweis bezüglich Silvester. Da haben wir wieder etwas gelernt. Also mal wieder die Schönen und Reichen, die für reichlich Krach und Belustigung gesorgt haben. Das hat sich bis heute ja irgendwie nicht geändert.

      Von der von dir angesprochenen Dämmerstunde haben wir auch schon mal gehört und ja, es wäre schön, wenn wir in der heutigen modernen Zeit (die wir auf keinen Fall verteufeln wollen) ab und an mal wieder ein wenig Platz für Müßiggang und echter Geselligkeit hätten. Davon würden wir sicher alle enorm profitieren.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  5. Interessant, der Bericht. Rauhnächte, schon mal gehört, ja. Das war’s.
    Vielleicht weiß einer der Mitleser, warum an den Rauhnächten keine Bettwäsche gewaschen und aufgehängt werden soll. Auch so eine Geschichte, die mir bis jetzt keiner erklären konnte. LG Tina

    1. Moin Tina,

      oha… davon habe ich auch noch nichts gehört. Da es ja heißt, dass in den Rauhnächten die Tore zu den Dämonen besonders weit auf sein sollen, vielleicht wollte man verhindern, dass die sich in der Bettwäsche verfangen, damit hier auf Erden bleiben und unheil anrichten..
      Vielleicht weiß Peter dazu mehr?

      Liebe Grüße,
      Claudia

    2. hallo ihr meerartigen, wikipedia (und meine oma früher) meinen zu der weißen wäsche:
      ‚Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benutzen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die Wilde Jagd verfangen könnte…..‘

  6. Axel Zellhöfer

    Hallo Ihr zwei. Wir wünschen Euch natürlich, wenn auch etwas verspätet, ein erfolgreiches und spannendes neus Jahr. Von den Raunächten hab ich auch noch nichts gewußt. Wieder etwas dazu gelehrnt. Ein toller Bericht. In der Vorweihnachtszeit, wärend der Zeit und zwischen den Jahren haben wir es auch ganz ruhig laufen lassen. Weg vom Einkaufswahn und der Hektik. Leider hatten wir nicht die schöne Landschaft wie Ihr. Ganz liebe Grüße aus Nürnberg.

    1. Moin ihr Zwei,

      liebe Dank. Schön von euch zu hören.
      Wie du lesen konntest wir vorher auch nicht, aber irgendwie ist das Thema total spannend.
      Ich bin mir sicher, dass ihr auch ohne den tollen Norden eine schöne Zeit hattet. Das Wichtigste ist doch, dass ihr euch habt und gemeinsam genießen könnt.

      Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen Norden,
      Claudia

  7. Ein wundervoller Beitrag. Auch wir kannten die Raunächte noch nicht. Allerdings, die Zeit zu zweit zu genießen und mit und in der Natur herunterzufahren, ist ein Grund warum wir uns im letzten Jahr für das Land zwischen den Meeren und speziell für Nordfriesland entschieden haben. Vielleicht spielt auch meine Affinität zur nordischen Mythologie mit darein. Wie auch immer. Wir werden sicher die Raunächte bewusster genießen und vielleicht das ein oder andere Ritual ausprobieren.
    Es ist schön, deine Geschichten zu lesen und wir sind dankbar dafür, euch kennen gelernt zu haben und zu sehen, ja genau so seid ihr.
    Liebe Grüße an euch

    1. Moin ihr Zwei,

      wir fanden es auch schön, euch kennengelernt zu haben. Und schön, dass dir der Beitrag gefallen hat. Es war tatsächlich purer Zufall wie ich auf die Rauhnächte gestoßen bin und ich fand es gleich total spannend. In diesem Jahr werden wir versuchen noch einige Rituale hinzuzunehmen und mal zu gucken, wie sich das anfühlt. In Zeiten von Corona gibt es zumindest nicht die Ausreden nicht zur Ruhe zu kommen. (lach)

      Ich freue mich immer zu lesen oder zu hören, wenn andere ebenso fühlen und von der Landschaft fasziniert sind. Nicht jeder kommt mit der Stille und den langen dunklen Nächten zurecht, aber wenn man es schafft sich darauf einzulassen und die faszinierende Landschaft für sich zu nutzen weiß, dann ist das ein Geschenk. Aber auch mal unabhängig von der Jahreszeit, die Küstenregion und vor allem Nordfriesland macht schon was mit einem. Nicht umsonst gibt es den Spruch von uns dass „die Ostsee uns im Sturm erobert hat, aber die Nordsee die Seele“… da ist schon echt was dran. Insbesondere in diesem ganz speziellen Jahr empfinden wir es als absolutes Privileg diese intensive Zeit genau hier er- und durchleben zu dürfen.

      Passt auf euch auf ihr Zwei, genießt die Rauhnächteu und bis ganz bald.
      Claudia

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