Das urbane Leben findet auf dem Land statt

Moin Lieblingsland - Kein Bock mehr auf Großstadtrevier // Foto: Alexander Babic

Diese Überschrift haben wir bisher eigentlich immer nur als Hashtag benutzt, um auf die tollen Aktivitäten auf dem Land und insbesondere in Nordfriesland hinzuweisen. Inzwischen sind wir selber zum Sinnbild für das urbane Leben auf dem Land geworden.

Weder Ralph noch ich hätten jemals im Traum daran gedacht, dass unsere Gesichter eines Tages mal auf einem Großplakat zu sehen sein würden und dazu auch noch mit der eigenen Geschichte. Ab dieser Woche hängen 55 Plakate an zentralen Stellen der Hansestadt Hamburg – vom Jungfernstieg über die Landungsbrücken bis hin zu den Bahnhöfen Altona und Dammtor. Zusätzlich zur Aktion in Hamburg werden auch in Lübeck und an ausgewählten Einfallstraßen des Kreises Nordfriesland Plakate zu finden sein u.a. auch direkt bei uns in Langenhorn.

Aus einem Traum ist mittlerweile eine Passion geworden

Dabei haben wir nichts anderes gemacht, als uns den Traum vom Leben auf dem Land zu erfüllen und in unserem speziellen Fall sogar den Traum vom Leben an der Nordsee. Als unser Umfeld damals von unseren Plänen erfuhr, haben sie ganz unterschiedlich reagiert. Die einen haben sich sehr für uns mitgefreut, da sie Nordfriesland aus vielen Urlauben lieben- und kennengelernt haben, die anderen haben uns eher skeptisch beäugt. Sie konnten nicht verstehen was wir auf dem Land und dazu noch so weit in der Pampa, wollen. Darauf, dass Nordfriesland weder die Pampa noch das Ende der Welt ist, machen wir in der Tat seit unseren Umzug an die Westküste aufmerksam.

Aus diesem Grund engagieren wir uns auch sehr für die Kampagne „Moin Lieblingsland“, denn Nordfriesland ist definitiv mehr als nur Watt, Schafe und Deich. Auch gibt es weitaus mehr als nur den Tourismus, die Landwirtschaft und die Windenergie. Wir haben so viele tolle und innovative Unternehmen, die von Nordfriesland aus in die ganze Welt agieren. Ganz zu schweigen von der hohen Lebensqualität, die sich den Bewohnern hier bietet. Und das Schöne ist, du hast wie in unserem Fall, die Möglichkeit, dein Umfeld aktiv mitzugestalten. Und das dank der Nähe zu Dänemark sogar grenzübergreifend.

Seitdem wir an der Westküste leben, haben wir so viele Dinge in Bewegung gesetzt, sei es durch Netzwerkveranstaltungen oder unsere Abende im Atelier, die sich schon nach kurzer Zeit für viele zu einem kulturellen Highlight etabliert haben. Darüber sind wir übrigens sehr dankbar, denn wir möchten mit den Abenden einfach nur weitergeben, was wir selber gerne mögen. Gesellige kleine Runden in gemütlicher Atmosphäre, die zum Informieren, Kennenlernen und Netzwerken einladen. Wir lieben es, Menschen zusammenzubringen, beruflich wie privat.

Abends im Atelier - Veranstaltung mit Marianne // Foto: MeerART

Des Weiteren organisieren wir auch die Nordfriesentreffen „Moin Nachbar“, die wir im Auftrag der Wirtschaftsförderung Nordfriesland und im Rahmen von Fit4Jobs@WaddenC ausrichten. Diese einmal im Monat und an verschiedenen Standorten stattfindenden Abende werden sogar durch Interreg Deutschland-Danmark mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.

Die Digitalisierung als Chance für ländliche Räume wie Nordfriesland

Dass wir die Stadt hinter uns gelassen haben und nun die Vorzüge des Landlebens genießen dürfen, haben wir der Digitalisierung zu verdanken. Denn nur durch sie konnten wir uns schon im Vorfeld ein Netzwerk aufbauen und mit MeerART viele für uns wichtige Türen aufstoßen, damit wir uns als Freiberufler, mit den Schwerpunkten Fotografie, Text und Contentproduktion auch im ländlichen Raum eine berufliche Perspektive aufbauen konnten.

Auftaktveranstaltung zum „Drievels-Festival 2019“ bei MeerART in Langenhorn // Foto: MeerART

Mit unserer Geschichte sind wir aber nicht allein, denn immer mehr gut qualifizierte, engagierte Selbstständige – häufig aus Kreativ- oder Digitalwirtschaft – zieht es an die Westküste, um dem Stress der überfüllten Metropolregionen zu entfliehen und um hier eine Existenz in landschaftlich reizvollen und vor allem bezahlbaren Regionen aufzubauen. Um das zu zeigen, haben wir gemeinsam mit Netzwerkfreunden das Drievels-Festival auf die Beine gestellt. Aus eigener Erfahrung wissen wir, welche Zukunftschancen sich aus dem demographischen Wandel bieten, wenn es gelingt, Akteure zu vernetzen, die die gemeinschaftliche Leidenschaft für die Region verbindet. Kurzum, wir möchten auch andere Menschen ermutigen, den Schritt Richtung Existenzaufbau im ländlichen Raum zu wagen.

Mehr zu unseren Veranstaltungen, Workshops etc. findet ihr auf MeerART för to Huus

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