Middelfart – Ein Neuanfang am Kleinen Belt

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Middelfart ist eine kleine Stadt auf der Insel Fünen und liegt direkt am Kleinen Belt. Bis vor kurzem wussten wir nicht mal, dass es diesen Ort gibt und nun können wir es kaum abwarten ihn bald wiederzusehen.

Ich glaube, es muss knapp ein Jahr her sein, dass der Name Middelfart zum ersten Mal an unsere Ohren drang. Eines Tages erzählte meine Freundin Jeanette, dass ihre Abteilung – bisher hatte sie in Tønder gearbeitet – nun nach Middelfart verlegt werden soll. Was bedeutet, dass sie, wenn das durch Corona bedingte Homeoffice endet, zukünftig dort arbeiten würde. Damit würde sich dann aber auch ihr Arbeitsweg verdoppeln, was eine weitere Entscheidung ziemlich schnell nachrücken ließ, und zwar, der Gedanke an einen Umzug. Gesagt getan. Es dauerte gar nicht lange und meine Freundin hatte ein Haus gefunden, das ihr zusagte und welches sie dann auch kaufte. Zack, weg war sie aus Deutschland. Und ich/wir nun mega gespannt darauf, wo sie abgeblieben ist.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Middelfart wir kommen

Ich muss zugeben, dass ich am Anfang ganz schön traurig über ihren Entschluss, zurück nach Dänemark zu gehen, war. Sich mal ebenso am Abend zu verabreden ist nun nicht mehr möglich. Aber der Gedanke, nun einen festen Ankerplatz in Dänemark zu haben, stimmte mich/uns schnell wieder zuversichtlich.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Da wir die Liebe zum Einrichten und zum Garten teilen, war ich gespannt wie ein Flitzbogen endlich ihr neues Zuhause zu sehen. Zumal ich bisher nur ein paar Fotos gesehen hatte. Jetzt endlich war es so weit und wir lernten ihr neues Heim und Middelfart zum ersten Mal kennen. Obwohl sie noch jede Menge Renovierungsarbeiten vor sich hat, zeigte sie uns sichtlich erleichtert und zufrieden ihr neues Heim. Am meisten glücklich ist Jeanette wohl darüber, dass sie endlich wieder einen Garten hat. Diesen hatte sie in den Jahren in Flensburg schmerzlich vermisst. Ich kann es verstehen, denn ohne Garten würde mir auch etwas sehr Wichtiges in meinem Leben fehlen.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Wie sehr Jeanette bereits jetzt in ihrem neuen Zuhause angekommen zu sein scheint, durften wir nach einem gemeinsamen Mittagessen erleben. Denn natürlich wollte sie uns auch Middelfart bei einem Spaziergang zeigen.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Traumhaftes Ambiente am Kleinen Belt

Ihr kleines Haus liegt nur einen Steinwurf vom Wasser entfernt. Da könnte man glatt neidisch werden. Keine fünf Minuten zu Fuß und Jeanette blickt auf ein traumhaftes Panorama, das am Horizont von zwei Brücken über den Kleinen Belt (Lillebælt) gesäumt wird. Beide sind wichtig für die Hafenstadt, denn sie verbinden die Halbinsel Jütland mit Fünen.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Über die alte Brücke „Lillebæltsbroen“ sind wir heute zum ersten Mal gefahren. Mit der Fertigstellung im Jahre 1935 soll Middelfart eine zentrale Rolle im dänischen Straßen- und Eisenbahnnetz eingenommen haben. 1970 entstand eine zweite wichtige Verbindung, und zwar die Autobahnbrücke „Ny Lillebæltsbro“, die ein bedeutendes Bindeglied im Verlauf der Europastraße 20 ist. Über die neuere waren wir bereits gefahren, als wir auf dem Weg nach Helnæs waren. Ganz schön hoch das Teil.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Bei der Überquerung beider Brücken streiften meine Blicke über den Belt. Vieles konnte ich erhaschen, aber ohne jeglichen Bezug. Jetzt wo wir hier am Ufer entlang gingen und ich die weißen Neubauten sah, hatte ich zum ersten Mal einen Bezug zu dem Ausblick. Überhaupt zeigt sich die kleine Hafenstadt von einer, wie ich finde, typisch dänischen Seite. Irgendwie schaffen die Dänen es mit ihrer Architektur immer wieder, altes und neues so zu kombinieren, dass es harmonisch und gut aussieht.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Nicht nur das herrliche Wetter sorgte für ein wenig Urlaubsstimmung, sondern auch die kleinen Boote im Hafen. Jeanette erzählte uns, dass Middelfart für eine dänische Kleinstadt unheimlich viele Cafés und Restaurants hat. Das sei eigentlich eher untypisch und liegt wohl daran, dass die Hafenstadt nicht nur für Einheimische attraktiv ist, sondern auch für zahlreiche Touristen.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Schweinswale im Kleinen Belt

Wir flanierten weiter am Ufer entlang, kamen am alten Hafen vorbei – ich merke schon, hier warten noch viele Geschichten auf uns – und entdeckten ein kleines Schweinswalmuseum, das in einer alten Schiffskabine untergebracht ist. Kaum entdeckt fuhr ein Boot an uns vorbei, das wohl gerade auf Schweinswalsafari war. Schweinswale soll es laut Jeanette hier nämlich reichlich geben. Auf einigen ihrer Tauchgänge hätte sie bereits zahlreiche von den kleinen Tümmlern gesehen. Und nicht nur unter Wasser, sondern auch von Land aus. Sollten wir jetzt auch endlich mal Glück haben? So viele Jahre warten wir schon darauf, endlich mal einen lebenden Schweinswal zu sehen und nicht nur tot ans Ufer gespülte Kadaver.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Wir gingen weiter am Ufer entlang in Richtung alter Brücke. Direkt ans Wasser grenzt ein Buchenwald, dessen Blätter mit ihrer Herbstfärbung herrlich gold glänzen. Obwohl mein Blick weiterhin gebannt aufs Wasser starrte, in der Hoffnung einen Schweinswal zu sehen, merkte ich wie Ralphs Augen glänzten. Wald, Wasser, hügelige Landschaften. Middelfart hat all das, was er so liebt. Unter dem Brückenpfeiler wollte Jeanette uns eine Stelle am Wasser zeigen. Als wir unten ankamen, sahen wir in der Strömung tatsächlich unseren ersten Schweinswal.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Wir Mädels quietschten vor Freude. Ich, weil ich endlich den ersten sehen durfte und Jeanette, weil wir genau das Glück in diesem Moment hatten. Und das tolle war, es war nicht nur einer, sondern es waren ganz viele und ganz nah am Ufer. Mit der Strömung mussten Fische herbeigetrieben worden sein, die die kleinen Wale anlockten.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Je länger wir aufs Wasser guckten, desto mehr entdeckten wir. Besser noch, wir durften sogar miterleben, wie eine ganze Schule (so nennt man eine Schweinswalfamilie) auf Beutezug ging. Wir beobachteten, wie sie einen Blasenvorhang zogen, um die Fische einzukreisen. Alle drei standen wir völlig gebannt am Ufer und blickten minutenlang aufs Wasser. Was für ein Erlebnis.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Die Altstadt von Middelfart

Unsere kleine erste Sightseeingtour sollte noch nicht zu Ende sein. Jeanette wollte uns noch die Altstadt zeigen, also gingen wir durch diese zurück. Ich liebe diese alten zum Teil windschiefen Häuser, auch wenn ich niemals in einem wohnen möchte. Aus heutiger Sicht wäre mir das alles zu eng und zu dicht, aber wer weiß. Jünger werden wir alle nicht. (lach)

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Middelfart ist so viel ruhiger und entspannter als Flensburg. Dort waren jedes Mal Massen von Menschen auf den Straßen. Hier dagegen begegneten uns nur wenige. Alles wirkte so ruhig und verschlafen. Richtig hyggelig. Mehrfach haben wir Jeanette zu ihrer neuen Heimat beglückwünscht.

Middelfart - Ein Neuanfang am Kleinen Belt // Foto: MeerART

Ralph und ich haben in unserem Nordfriesland bereits das Gefühl, dort zu leben wo andere Urlaub machen, aber das hier ist nochmal ganz was anderes. Jeanette hat sich wirklich eine schöne neue Heimat ausgesucht und wir freuen uns schon jetzt auf weitere Besuche und jede Menge neuer Eindrücke.

2 Kommentare zu „Middelfart – Ein Neuanfang am Kleinen Belt“

  1. Ich würde Middelfart auch Tønder vorzieheln 🙂
    Vor vielen Jahren war ich regelmäßig beruflich hier. Und im Anschluss noch auf ein Bier in der kleinen Hafenkneipe mit einem Kollegen. Das ist eine wunderschöne Gegend.

    Ja, die kleinen Wale, bezaubernd. Ich habe diese Woche im Dunkeln bei uns an der Mole gesessen. Auf einmal schauften sie an mit vorbei. Zm greifen nah. Ich wollte gar nicht wieder nach Hause.
    Eurer Freundin einen tollen Start in einer ganz bezaubernden Umgebung.

    1. Moin Kai,

      wir waren zwar erst einmal dort, aber schon die Lage ist so vielversprechend, dass es ganz sicher ein Träumchen ist hier zu leben. Wir werden in Zukunft wohl noch öfters von hier berichten. 🙂

      Liebe Grüße nach DK,
      Claudia

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