Leuchttürme an der Mecklenburger Küste

Leuchtturm von Kap Arkona // Foto: MeerART

Da wir uns nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch länderübergreifend an Nord- und Ostsee aufhalten, möchten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, auch von dort Leuchttürme vorzustellen.

Der eine oder andere wird vielleicht ein paar der bekanntesten und beliebtesten Fotomotive vermissen, aber wir wollen ja nach und nach alle vorstellen. Anfangen möchten wir in diesem Fall mit einem, den es leider gar nicht mehr gibt.

Der Leuchtturm Wustrow

Der Leuchtturm Wustrow, auch bekannt als Nebelstation Wustrow, stand auf dem Gemeindegebiet von Wustrow, etwa zwei Kilometer südwestlich des Ortskerns. Aufgrund zahlreicher Schiffsunglücke an der Wustrower Küstenlinie wurde 1910 die Errichtung einer mit Dampf betriebenen Nebelhornanlage, deren Sirenentöne bis zu sechs Seemeilen weit hörbar waren, beschlossen. Darüber hinaus installierte man 1911 eine Vorrichtung, mit der ein Spiritusglühlicht am Schornstein des Maschinenhauses hochgezogen werden konnte.

Leuchtturm an der Ostsee Wustrow // Foto: MeerART

Ab 1972 wurden Leuchtfeuer und Nebelsignal auf automatischen Betrieb umgestellt. Das Nebelhorn wurde 1987 außer Betrieb genommen und das Leuchtfeuer wurde 2014 gelöscht und durch ein neues Sektorenfeuer auf der Seebrücke ersetzt. Weil man befürchtete, dass das Gebäude den Küstenschutz gefährde, entschied man sich für den Abriss. Ein Förderverein hatte noch versucht die Kosten für die benötigte Deichverstärkung durch Spenden zusammenzutragen, aber das hat wohl nicht geklappt. Schade.

Der Leuchtturm Buk in Bastorf

Der Leuchtturm steht oberhalb von Kap Bukspitze zwischen den Ostseebädern Kühlungsborn und Rerik, deshalb ist die nautisch korrekte Bezeichnung Buk. Mit seinen 20,8 Metern ist er zwar der kleinste deutsche Leuchtturm, topografisch gesehen, aber der höchstgelegene. Neben seiner Funktion als Orientierungsfeuer auf der westlichen Ostsee ist seine Hauptaufgabe die Warnung vor der Sandbank „Hannibal“.

Leuchtturm von Bastorf in einem Rapsfeld // Foto: MeerART

Bevor der Leuchtturm Anfang der 1960er Jahre als militärisches Objekt eingestuft wurde, war er schon mal ein beliebtes Ausflugsziel. Danach konnte er für mehrere Jahre nicht mehr betreten werden. 1979 beendete der letzte Leuchtturmwärter seinen Dienst. Die Leuchtfeuertechnik arbeitete nun automatisch und unterstand bis zur politischen Wende dem Seehydrographischen Dienst der DDR. Heute kann man den Turm wieder ganzjährig besuchen. Mehr Informationen dazu findet ihr auf der Internetseite vom Leuchtturm Bastorf.

Der Leuchtturm Warnemünde

Die Geschichte der Leuchtfeuer in Warnemünde geht bis in das 13. Jahrhundert zurück und ist ehrlich gesagt auch ein wenig lang für unsere kurze Zusammenfassung. Fakt ist, dass der Leuchtturm von Warnemünde, so wie wir ihn kennen, auch das Wahrzeichen des Seebades ist. Er wurde 1998 in Betrieb genommen und ist stolze 36,90 Meter hoch. Besucher nutzen den Aufstieg gern, um den Rundumblick über Warnemünde zu genießen.

Impressionen aus dem Seebad Warnemünde an der Mündung der Warnow in die Ostsee // Foto: MeerART

Romantiker haben auch hier wieder eine Anlaufstelle, denn der Verein bietet Leuchtturmhochzeiten an. Mehr dazu und zur Geschichte erfahrt ihr auf der Internetseite Warnemünde Leuchtturm.

Die Zwillinge an der Ost- und Westmole

Zwillinge sollen die Einheimischen auch gern zu ihren beiden Leuchtfeuern an der Mole sagen. Mit einer Feuerhöhe von 14 Metern sind sie nicht zu übersehen. Der eine rot-weiß gestreift und der andere grün-weiß gestreift. Gemeinsam weisen sie den Schiffen den sicheren Weg in den Hafen.

Die beiden Leuchttürme auf den Molen vor dem Hafen von Warnemünde // Foto: MeerART

Der Leuchtturm von Timmendorf

Der über 140 Jahre alte Leuchtturm, der auch heute noch den Schiffen ihren Weg nach Wismar weist, ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch richtig schön. Kein Wunder, dass dieser mal eine Briefmarke der DDR-Post zierte. Der Turm wurde am 1. Oktober 1872 in Betrieb genommen und 1931 um 3,6 Meter auf seine heutige Höhe von 21 Metern aufgestockt.

Leuchtturm in Timmendorf auf der Insel Poel // Foto: MeerART

In den Jahren 1996 bis 1997 musste der unter Denkmalschutz stehende Backsteinturm stabilisiert und somit teilweise neu aufgemauert werden. Im Zuge dessen wurde auch die gesamte Leuchtfeuertechnik ersetzt. Die Insel hat aber noch einen weiteren Leuchtturm.

Der Leuchtturm von Gollwitz

Als wir ihn das erste Mal entdeckten, waren wir am Grübeln, ob es wirklich einer ist oder ob sich da jemand nur ein privates Domizil in Form eines Leuchtturms gebaut hatte. Wie sich dann aber herausstellte, wurde aufgrund der Gegebenheiten mit der Grundinstandsetzung des Bauwerkes im Jahre 1996 eine separate Errichtung des Leitfeuers Gollwitz auf einem 23,4 Meter hohen Stahlgittermast etwas westlich vom Standort des Leuchtturmes errichtet.

Ein schöner Wintertag im Februar 2015 auf der Insel Poel // Foto: MeerART

Gesehen hatten wir die auch, aber als solche beim Vorbeigehen nicht wahrgenommen und deshalb auch fotografisch nicht festgehalten.

Leuchtturm Kap Arkona

Als Leuchtturm Kap Arkona bezeichnet man zwei Seefeuer an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern. Sie befinden sich auf der Halbinsel Wittow an der Nordspitze der Insel Rügen. In Sichtweite befindet sich der Peilturm Kap Arkona. Beide Leuchttürme wurden Anfang der 1990er Jahre saniert und sind für Touristen zugänglich. Im alten Leuchtturm befindet sich heute das Museum mit einer Ausstellung zu Leuchtfeuern und Seenotrettung und eine Außenstelle des Standesamtes.

Leuchtturm von Kap Arkona // Foto: MeerART

Der kleinere der beiden, der sogenannte Schinkelturm, ist 22,45 Meter hoch und wurde 1826/27 erbaut. Der neuere Turm wurde 1902 erbaut und 1905 in Betrieb genommen. Er hat eine Höhe von 35 Metern. Mehr zu den technischen Details könnt ihr auf der Internetseite von Kap Arkona nachlesen.

Der dritte Turm, der Marinepeilturm, wurde 1927 in Ziegelbauweise erbaut und diente als Seefunkfeuer. Die technischen Einrichtungen des Peilturms wurden 1945 zerstört.

Peilturm von Kap Arkona // Foto: MeerART

Der in den 1990er Jahren wieder aufgebaute Peilturm am slawischen Burgwall gehört zu den markantesten Punkten an der deutschen Ostseeküste. Heute finden hier Ausstellungen, Vorträge und Vernissagen statt und unter der Glaskuppel befindet sich ein Sonnenschmuck-Atelier.

2 Kommentare zu „Leuchttürme an der Mecklenburger Küste“

  1. Harald Krabbe

    Hallo Ihr Beiden,
    darauf habe ich ja gewartet!
    Ein sehr schöner Artikel.
    Die Türme in Gollwitz sind beide in Betrieb. Auf dem Gittermast ist ein Sektorenfeuer und in dem Laternenhaus ist ein Präzisionssektorenfeuer. Sind beide in Betrieb!!!
    Ist für die Ostansteuerung Wismar, die ja recht intensiv genutzt wird, notwendig.
    So hat die kleine Insel Poel 3 Leuchtfeuer!!!
    Liebe Grüße Harald

    1. Moin Harald,

      schmunzel… das dachten wir uns.
      Eins müssen wir an dieser Stelle doch mal loswerden, wir freuen uns riesig, dass du uns so lange treu bist und uns mit so vielen Informationen fütterst. Das ist einfach großartig. Vielen Dank dafür.

      Ganz liebe Grüße auf die Insel,
      Claudia und Ralph

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