Leuchttürme an der deutschen Nordseeküste

Ein sonniger Sommervormittag an der Nordsee im Watt und auf der Sandbank vor Westerhever // Foto: MeerART

Einige der vielen Leuchttürme an der deutschen Ostseeküste haben wir euch schon präsentiert. Daher möchten wir euch in diesem Beitrag mal ein paar von der deutschen Nordseeküste vorstellen.

Am liebsten hätten wir euch gleich alle Leuchttürme von der Westküste gezeigt, aber leider fehlen uns da noch welche in unserem Repertoire, so dass wir einfach sporadisch ein paar schöne Exemplare rausgesucht haben. Anfangen möchten wir mit dem wohl bekanntesten, nämlich dem Leuchtturm von Westerheversand.

Der Leuchtturm Westerheversand

Er ist nicht nur der bekannteste, sondern von vielen auch der beliebteste Leuchtturm in Schleswig-Holstein. Auch wir zählen zu seinen Fans. Das liegt wohl auch an den vielen tollen Erinnerungen, die wir mit diesem Leuchtturm verknüpfen. Zum Beispiel unser Erlebnis-Wochenende, darüber berichteten wir bereits ausführlich, oder auch die vielen Tagesausflüge dorthin.

Impressionen aus dem wunderschönen und idyllischen Westerhever // Foto: MeerART

Er wurde 1907 in Tübbingbauweise errichtet und auf Holzpfählen gegründet. Eine Besonderheit ist, dass sich zwischen dem Turmsockel und der Gründung eine Hohlkammer (Stahlbeton) befindet. Diese diente früher dem Leuchtturmwärter und seiner Familie als Wasservorratskammer. Die Bauwerkshöhe liegt bei 40 Meter über dem Gelände und die Feuerhöhe liegt 41 Meter über MThw.

Seminarwochenende der Schutzstation Wattenmeer am Leuchtturm Westerhever // Foto: MeerART

Hein Geertsen war der letzte aktive Leuchtturmfeuerwärter auf Westerheversand. Oft trifft man ihn noch am Turm, denn auch heute noch führt er Besucher hinauf und erklärt mit Leib und Seele den Leuchtturm und wie das Leben damals war. Die Aussicht von oben ist ein Traum.

Seminarwochenende der Schutzstation Wattenmeer am Leuchtturm Westerhever // Foto: MeerART

Für Verliebte: Heiraten ist auf diesem Leuchtturm natürlich auch möglich, nur der Fußweg dorthin ist halt ein wenig weiter als zu anderen Leuchttürmen. 😉

Der Leuchtturm St. Peter-Böhl

Der etwas unscheinbare Leuchtturm steht an der Südseite der Halbinsel Eiderstedt und wurde 1892 erbaut. Die Laterne wurde allerdings erst 1914 installiert. Der Turm selbst wurde mit Hartbrandklinkern gemauert. Die Konstruktion des Laternenhauses besteht aus Gusseisen und die Verkleidung aus Stahlblech, während das Dach aus Kupfer ist. Seine Bauhöhe beträgt 18,40 Meter über Gelände und die Feuerhöhe 23 Meter über MThw.

Der Böhler Leuchtturm in St. Peter-Ording // Foto: MeerART

So unscheinbar ist der Leuchtturm eigentlich gar nicht. Aufgrund des imposanten Strandes von St. Peter-Ording wird er oft nur nicht recht wahrgenommen.

Der Amrumer Leuchtturm

Nun machen wir einen Sprung auf die Nordseeinsel Amrum. Amrum hat mit seinen Quermarkenfeuern eigentlich drei Leuchttürme, aber der bekannteste ist auch der größte und eines der Wahrzeichen der Insel. Dieser wurde 1875 erbaut und ist damit nicht nur der älteste deutsche Leuchtturm, sondern mit einer Feuerhöhe von 63 Metern über MThw. auch der höchste an der deutschen Nordseeküste. Der Turm selbst ist 41,8 Meter hoch.

Der Leuchtturm auf Amrum, eines der Wahrzeichen der wunderschönen Nordseeinsel // Foto: MeerART

Im Sommerhalbjahr ist er für Besucher geöffnet. Wer sich nicht davor scheut, die rund 197 Stufen hochzulaufen, um zum Aussichtsbereich zu gelangen, wird mit einen fantastischen Blick über die Insel belohnt. Und auch hier gilt wieder für alle Verliebte, auch auf diesem Leuchtturm ist es möglich sich das Ja-Wort zu geben.

Der Büsumer Leuchtturm

Dieser 1913 erbaute Leuchtturm ist übrigens der einzige in Dithmarschen. Er steht in der Nähe des kleinen Fischerei-, Museums- und Seezeichenhafens. Sein Sockel ist als gemauerter Treppenaufgang ausgebildet und der Turmschaft besteht aus verschraubten gusseisernen Metallplatten.

Alter Holzkarren im Hafen // Foto: MeerART

Das Laternenhaus selbst ist eine Stahlkonstruktion mit Stahlblechverkleidung und einem Dach aus Kupfer. Die Bauwerkshöhe liegt 21,40 Meter über Gelände und die Feuerhöhe beträgt 22 Meter über MThw. Der heute rot-weiß gestrichene Turm war früher einmal schwarz angestrichen.

Das Nordseeheilbad Büsum // Foto: MeerART

Sein Vorgängerbau war ein 1878 errichtetes hölzernes Bauwerk mit einer Ölleuchte, die hinaufgezogen werden musste. Im Zentrum von Büsum steht ein Nachbau davon.

Der Helgoländer Leuchtturm

Der Helgoländer Leuchtturm hat eine ziemlich bewegte Geschichte hinter sich. Der jetzige Leuchtturm wurde 1941 als Flakleitstand erbaut und 1952 als Leuchtfeuer in Betrieb genommen. Er befindet sich auf dem Oberland von Helgoland.

Impressionen von der Hochseeinsel Helgoland (Deät Lun), einer Nordseeinsel in der Deutschen Bucht rund 70 km vom Festland entfernt // Foto: MeerART

Dieser ersetzt den im Krieg zerstörten alten Leuchtturm, der bereits 1811 unter der englischen Seezeichenverwaltung „Trinity House“ errichtet wurde. Der sogenannte „Englische Leuchtturm“ war in der Spitze 67 Meter über Normalnull hoch.

Der neue Leuchtturm wurde 1902 von der Königlich-Preußischen Bauverwaltung in Auftrag gegeben und war ein gemauerter runder Turm. Er versah seinen Dienst von 1902 bis 1945. Bei dem britischen Luftangriff vom 18. April 1945 wurde der Turm zum Einsturz gebracht. Dabei kam der Leuchtturmwärter ums Leben. Bereits 1941 ließ die Wehrmacht als Flakleitstand einen viereckigen, aus dickem Stahlbeton bestehenden Turm errichten, der als einziges Helgoländer Gebäude den Krieg und die versuchte Sprengung der Insel Helgoland durch die British Army und die Bombenzielwürfe der Royal Air Force schwer beschädigt überstand. Der heutige Leuchtturm Helgoland wurde zunächst provisorisch 1952 in dem Flakturm in Betrieb genommen. Seit einem Umbau im Jahre 1965 hat er sein heutiges Aussehen erhalten. (Quelle: Wikipedia)

Ein ganz paar Leuchttürme sind ja schon zusammen gekommen und wir freuen uns schon darauf, auch noch die anderen kennenzulernen und darüber zu berichten.

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10 Kommentare zu „Leuchttürme an der deutschen Nordseeküste“

  1. Ihr Lieben,
    tolle Leuchttürme, ich kenne leider nur wenige. Aber Ihr kennt ja meine lange Wunsch-Urlaubsliste…. 😉
    Liebe Grüße
    Martina

    1. Moin du Liebe,

      ein dickes Dankeschön an dich für die immer so lieben Worte an uns.
      Wie du siehst, fehlen uns auch noch so viele.
      Aber wie war das noch gleich… wenn man nur so könnte wie man wollte?! 😉
      In diesem Sinne füllen wir unsere Wunschliste und träumen weiter.

      Herzlichst,
      Claudia

  2. …wäre bestimmt auch eine coole Hochzeitsnacht im Westerhever-Leuchtturm. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass man da wegen des Windes ganz schön unruhig schläft… Schöne Bilder wie stets… Markus.

    1. Moin Markus,

      danke dir.
      Eigentlich nicht wirklich. Wir haben dort bereits genächtigt (zwar nicht im Turm, sondern im Seminarhaus) und es war toll. Allerdings mögen wir auch wenn es stürmt, aber trotzdem… alles halb so wild. Ehrlich. 😉

      Liebe Grüße zu euch beiden.
      Claudia

      PS: Freu mich schon so auf Morgen.

  3. Guten Morgen du Liebe, ich bin überrascht, ich wusste gar nicht dass man im Westerhever Leuchtturm heiraten kann…sollte ich diesen Schritt noch einmal wagen, weiß ich wo *lach*…einen schönen sonnigen Tag wünsche ich euch :-* <3

    1. Moin Sonnenschein,

      cool, oder? Allerdings hat man dann auch den Fußmarsch vor sich, aber dafür beste Aussichten und eine Location im Paradies. 🙂

      Also, worauf wartest du… ?! 😉

      Liebe Grüße,
      Claudia

      1. Der Fußmarsch wäre mir egal meine Liebe 🙂 worauf ich warte…ich bin seit 17 Jahren Single…:-) da muss man erstmal schauen 😉 :-* <3

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