Friedrichskoog-Spitze und der Trischendamm

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Nachdem wir den Hafen von Friedrichskoog verlassen hatten und uns Richtung Friedrichskoog-Spitze aufmachten, ahnten wir nicht, dass uns dort eine böse Überraschung erwarten würde.

Gut gelaunt fuhren wir auf den Parkplatz, als ich aus dem Augenwinkel auf einem Bulli-Dach eine Tiertransportkiste entdeckte. In dem Moment sagte ich noch zu Ralph, da wird doch wohl kein Tier drinnen sein?!

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Leider doch und ich kann nicht leugnen, dass mich die blanke Wut packte!! Als ich die Kiste vom Dach nahm, entdeckte ich drei kleine Kaninchen, die zusammengepfercht in der Box – dazu noch ohne Wasser – auf dem Autodach der prallenden Mittagshitze ausgesetzt waren. Wie verantwortungslos sind Menschen eigentlich? Und vor allem… wie viele Menschen sind bitteschön an dem Auto vorbeigegangen ohne zu handeln?

Nur noch Wut im Bauch

Während ich die Tierchen in den Schatten verbrachte, verständigte Ralph fix die Polizei. Die war glücklicherweise gerade vor Ort und konnte den Fall schnell aufnehmen. Während wir versuchten, die Tiere erstzuversorgen, kam dann auch die Besitzerin angelaufen und ging uns sofort an. Was uns einfällt, sie hätte die Tiere wie manch ein anderer doch immerhin nicht im Auto gelassen und überhaupt sei sie sich keiner Schuld bewusst.

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Als einer der Beamten dann noch zu ihr sagte, ob ihr bewusst sei, dass die Tiere bei der Hitze auf dem Dach regelrecht gegrillt werden, fing die erst richtig an zu pöbeln. Das sind Draußenkaninchen und denen passiert nichts, was geht uns das eigentlich an?! Außerdem wird man doch wohl mal an den Strand gehen dürfen! Und und und…

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

In dem Moment bedauerten wir erst richtig, dass diese verantwortungslose Person überhaupt dazugekommen ist. Am liebsten hätten wir ihr die Tiere weggenommen und an einen sicheren Ort verbracht. Aber leider darf man das nicht so einfach. Zumal, so wie das augenscheinlich aussah, die Familie samt Kaninchen in dem Bulli gehaust hat und die armen Tiere dann anscheinend auch die ganze Zeit über zusammengepfercht in der Box verbringen müssen.

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Ich möchte jetzt noch schreien, so wütend bin ich. Genau aus diesem Grund musste ich diesem Vorfall auch Platz in diesem Beitrag einräumen, in der leisen Hoffnung, dass bei dem einen oder anderen vielleicht vorher darüber nachgedacht wird, wie und wo man seine Haustiere während der Urlaubszeit unterbringt.

Ein ganz besonderer Weg ins Meer

Unsere Laune war nach diesem Zwischenfall regelrecht auf dem Tiefpunkt, als wir uns in Richtung Trischendamm aufmachten. Zumindest geht so etwas an uns nicht spurlos vorüber. Nicht mal jetzt, wo ein paar Tage vergangen sind. Trotzdem möchten wir euch natürlich auch noch ein wenig über die schöne Gegend rund um den Trischendamm berichten.

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Das Küstenschutzbauwerk Trischendamm wurde in den Jahren 1934/1936 in mühevoller Handarbeit erbaut und dient als Schutzwall gegen die heranströmende Nordsee. Der Damm selbst ist gut 2,2 Kilometer lang und führt auf einem schmalen, aber befestigten Weg, mitten in die Nordsee. Was ihn für uns so besonders macht ist, dass er nicht nur einfach in die Nordsee geleitet wird, sondern den Besucher an den herrlichen Salzwiesen entlang führt.

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Für uns immer ein wahrer Augenschmaus. Für alle, die sich noch nicht so auskennen, helfen die zahlreichen Hinweis-Tafeln entlang des Weges weiter. Sie informieren über das Wattenmeer, die Salzwiesen und seine Bewohner.

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Wir hatten heute Glück bei Hochwasser hier zu sein und das Wechselspiel zwischen Ebbe und Flut wieder live mitzuerleben. Dabei ließen sich auch zahlreiche Vögel in den Salzwiesen beobachten. Ich glaube, ich habe das schon oft erwähnt, aber uns geht dann immer das Herz auf. Diese Art von Landschaft – nicht Meer und nicht Land – strahlt eine ganz besondere Anziehungskraft aus.

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Am Ende des Dammes ließen wir uns für eine ganze Weile nieder und hielten unsere Füße in die Nordsee. Der Blick auf die Ölplattform Mittelplate löst zwar irgendwie immer Unbehagen aus, aber davon wollten wir uns nicht weiter beeindrucken lassen. Für heute hatten wir schon genug mit dem Zwischenfall am Parkplatz zu tun.

Von daher genossen wir es einfach nur hier zu sein. Den Moment, das Plätschern der Nordsee gegen den Damm, das herrliche Wetter und die Tatsache gesund und glücklich zu sein.

Der Trischendamm an der Nordsee bei Friedrichskoog-Spitze // Foto: MeerART

Ein wenig haben wir sogar die Zeit vergessen. Da wir, wie ich im vorherigen Beitrag bereits schrieb, quasi über Nacht Sommer bekommen hatten und der Körper damit kaum Zeit hat sich auf die neuen Bedingungen einzustellen, haben wir von diesem herrlichen Sommertag in Friedrichskoog nicht nur viele Eindrücke, sondern leider auch den ersten Sonnenbrand mit nach Hause gebracht.

Tipp: Von April bis November werden regelmäßig Trischendamm-Wanderungen angeboten. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Seite vom Tourismus Service Friedrichskoog.

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2 Kommentare zu „Friedrichskoog-Spitze und der Trischendamm“

  1. Regine Katholy

    Liebe Claudia, ich habe mit großem Interesse deinen Beitrag über Friedrichskoog Spitze gelesen. Wir, mein Sohn und ich, verbringen seit vielen Jahren unsere Urlaubstage in Ditmarschen und seit vielen Jahren erkunden wir dieses schöne Fleckchen Erde mit einem Tandem. Friedrichskoog Spitze ist in jedem Jahr dabei, nur den Trischendamm haben wir noch nicht geschafft dafür jedoch Helmsand. Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr den Trischendamm erkunden werden. Ich habe heute eure Seite entdeckt und ihr habt nun eine neue Berliner Followerin. Es grüßt Regine

    1. Moin liebe Regine,

      danke für deine Zeilen und willkommen auf unserem Blog. Freut uns, dass wir dich als Leserin gewinnen konnten und wir hoffen, du hast noch viel Freude an unseren Beirägen und an der Küste im Norden.
      Urlaub mit Tandem, das klingt aber auch sehr spannend. Wir selber haben das noch nie probiert. Wäre mal eine Idee.

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und sende dir
      liebe Grüße von der Westküste,
      Claudia

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