Wie sich das Leben ändern kann

Eine grandiose InselAuszeit auf Amrum mit einer ganz besonderen Überraschung // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Manchmal steckt das Leben voller Überraschungen. Aus anfangs einem geplanten Neuanfang sind inzwischen drei geworden und unterschiedlicher hätten sie eigentlich nicht sein können.

Für viele Jahre war Geesthacht an der Elbe nun so etwas wie unser Zuhause. Mit uns meine ich in diesem Fall uns Zwei und natürlich meine Eltern. Allerdings bin ich die einzige, die auch hier geboren wurde. Alle anderen sind zugereist. Und trotzdem, so etwas wie Heimatgefühle sind hier nie aufgekommen. Jeder von uns schien innerlich auf der Suche zu sein.

Bootstour auf der Elbe von Hamburg-Moorfleet bis zur Elbinsel bei Geesthacht // Foto: MeerART

Jedem Neuanfang geht auch ein Abschied voraus

Jetzt sind es noch knapp sechs Wochen bis zu unserem Neuanfang an der Westküste. Was aber auch bedeutet, dass man sich unweigerlich mit seinem Hab und Gut auseinandersetzt. Was kommt mit, was bleibt hier bzw. wird ausgemistet? Dabei kommen allerlei Erinnerungen hoch und wie bei fast jedem gibt es auch immer noch Dinge aus der Kindheit zu verarbeiten.

Kleine Ferien- und Wochenendhäuser direkt an der Elbe in Over // Foto: MeerART

Meine Mom und ich haben uns schon oft gefragt, warum wir uns hier an der Elbe nie wirklich zuhause gefühlt haben. Die einzige Erklärung, die wir für uns gefunden haben ist, dass ihre Eltern – also meine Großeltern – Kriegsflüchtlinge aus Ostpreußen waren. Obwohl sich meine Großeltern hier ein neues Leben aufgebaut hatten, sind sie hier nie wirklich angekommen. Menschen, die ihre Heimat unfreiwillig verlassen müssen, scheinen entwurzelt.

Kleine Ferien- und Wochenendhäuser direkt an der Elbe in Over // Foto: MeerART

Ein seelenloses Gefühl, das so stark gewesen sein muss, dass es sich nicht nur nachhaltig auf meine Mom übertragen hat, sondern durch sie auch auf mich. Wenn wir uns über Heimat unterhalten haben, wusste eigentlich keiner so recht woran man die festmachen sollte. Bisher konnten wir es jedenfalls nicht an einem Ort festmachen, sondern nur an unserer kleinen Familie. Die war, die ist Heimat. Und jetzt?

Das Leben nimmt seinen Lauf

Tja, wie das Leben so spielt. Unsere kleine Familie hat es in alle MeerART-Himmelsrichtungen verschlagen. Mein Dad lebt nun schon seit einiger Zeit in Malente und meine Mom scheint ihren Platz an der Schlei gefunden zu haben.

Tour auf der Schlei, von Maasholm bis Lindaunis und zurück // Foto: MeerART

Letztes Wochenende waren wir zum ersten Mal dort, um uns ihr kleines Reich anzuschauen. Kurz bevor wir dort ankamen, standen wir an der Brücke in Lindaunis. Die war nämlich gerade dabei hochzugehen, um den Seglern die Durchfahrt zu ermöglichen. Ich stieg aus dem Auto aus und blickte auf die Schlei.

Tour auf der Schlei, von Maasholm bis Lindaunis und zurück // Foto: MeerART

Mich durchströmte ein merkwürdiges Gefühl. Vorfreude, Wehmut… ich kann es gar nicht recht beschreiben – wohl eine Mischung aus allem, verbunden mit der Tatsache, dass 2016 ein sehr krasses und emotionales Jahr war. Die Scheidung meiner Eltern, die Haussuche, Abschied nehmen, der Neuanfang. Dazu mischten sich neuere Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse an der Schlei. Unweit von hier hatten wir uns damals noch gemeinsam mit meiner Mom ein Haus angeguckt. Direkt neben dem berühmten Café vom Landarzt. Auch an unsere gemeinsame Bootstour auf der Schlei musste ich denken.

Impressionen von der Hamburger Hallig in Nordfriesland // Foto: MeerART

Schon komisch, aber wenn Ralph und ich im November nach Langenhorn an die Westküste ziehen, dann ist Geesthacht für unsere kleine Familie endgültig Geschichte. Das klingt jetzt zwar ein wenig traurig, ist es aber gar nicht. Das Leben verändert sich und mit ihm die Menschen. Wir sind jedenfalls voller Vorfreude auf den Neuanfang und obwohl wir noch auf gepackten Koffern sitzen, fühlt es sich sogar schon ein wenig wie Heimat an.

22 Gedanken zu „Wie sich das Leben ändern kann

  1. Hallo Ihr Lieben,

    Ihr kennt das sicher – oft kommen Botschaften aus dem Nichts und sind dann in dem augenblicklichen Moment genau richtig.
    So geht es mir gerade mit Eurem Post. Ich kenne dieses Gefühl nur zu gut, nicht richtig verwurzelt zu sein, obwohl ich hier schon seit meiner Geburt lebe. Meine Großeltern haben dieses Anwesen gekauft und seitdem lebe ich an einem der schönsten Plätze Vorarlbergs, unsere Parzelle heißt sogar Paradies, und trotzdem ist immer eine latente Aufbruchstimmung in mir. Aber meine Vorfahren kommen auch nicht von hier, vielleicht lässt es sich damit erklären.

    Ich glaube, ganz verlassen möchte ich unser Zuhause hier nicht, es leben ja auch unsere Kinder da. Aber vielleicht ist es irgendwann möglich, zwei Welten zu verbinden, die See und den See, das wäre für mich/uns das Idealmodell.

    Wie schön ist es dann, Menschen wie Euch zu „begegnen“, die der Aufbruchstimmung so viel Raum gegeben haben, damit Neues entstehen kann und Ihr einen neuen Ort zu Eurer eigenen Heimat machen könnt.

    Alles Liebe und eine gute Abschiedszeit für Euch
    Veronika vom Bodensee

    1. Hallo du Liebe,

      und wie wir das kennen. 😉 Und ich glaube sogar daran.
      Es gibt so viel mehr in unserem Universum, als wir vermuten und nicht umsonst heißt es, der „Glaube versetzt Berge“. Damit meine ich keine Religion, sondern den Glauben an sich. Wenn man an sich oder eine Sache glaubt, dann gelingt es in der Regel auch. Auch und gerade weil man damit etwas ins Universum verströmt, dass andere – Gleichgesinnte – erreicht.

      Als ich den Beitrag geschrieben habe, kamen mir allerlei Erinnerungen hoch. Wie oft sind wir in meiner Kindheit umgezogen und was hat es mit mir gemacht? Anfangs habe ich mich auch total entwurzelt gefühlt, mittlerweile sehe ich es als Bereicherung. Ich durfte viel kennenlernen wovon andere vielleicht nur träumen. Alles im Leben ist eine Reise… wir haben uns darüber schon in einem anderen Beitrag ausgetauscht.

      Ich finde es großartig, wenn man die Fähigkeit erlernt, bewusst zu leben und zu genießen, dann kann man aus allem eine Wertschöpfung ziehen. Oh man.. was schreibe ich hier… aber ich glaube du weißt was ich meine. Es steckt oft ganz viel Kraft in den kleinsten Dingen, man muss sie nur sehen und für sich zu nutzen wissen.

      Auch wenn für uns die Westküste nun unser Zuhause wird, bin ich mit meiner Seele irgendwie im ganzen Norden Zuhause und vielleicht sogar nicht nur da. Mein Stammbaum ist eine Mixtur, genau wie das Leben. Irgendwie großartig.

      Ich bin immer ganz begeistert, wenn ich Zeilen von dir lese, denn dann weiß ich, dass ein Austausch mit Gleichgesinnten einfach großartig ist. Ganz gleich wo auf dieser Erde. Das Internet macht es möglich.

      Von Herzen alles Liebe für eure/deine Reise.
      Claudia

      1. Oh ja ja , genau das ist es.
        Ich habe auch gelernt, das was ist, anzunehmen und zu genießen. Schlussendlich wäre es ungerecht dem Leben gegenüber, es nicht zu tun.

        Wir leben hier wirklich paradiesisch und das kann ich nun auch für meinen Seelenfrieden nutzen. Es macht überhaupt keinen Sinn, sich dauernd in einer Sehnsucht zu baden, die im Moment nicht realisierbar ist.

        Was gibt es denn wirklich schöneres und bereicherndes, als sich mit den Menschen auszutauschen, die im Herzen nahe sind. So nutzen wir auch diese Möglichkeiten, die uns geboten werden, früher ist das alles nicht gegangen.
        Zu jeder Zeit das Gute zu beanspruchen und den anderen Mist einfach nicht beachten ist die Herausforderung dieser Zeit.
        Siehste – meine Meer-Nord-Sehnsucht hat mich zu Eurem Blog geführt.

        Ich habe auch das Gefühl, dass die Antwort, wo denn eine zweite Heimat für uns sein kann, noch nicht zur Gänze geschrieben ist. Wir sind ja mittlerweile schon ein großes Stück weiter in den Norden gerückt. Und Norwegen und co kennen wir ja noch gar nicht. Das wird spannend.
        Auf alle Fälle sind unsere Seelen irgendwo in den Jagdgründen des Nordens, der Wikinger, der Leere und der großen Natur zu Hause.

        Übrigens ist glaube ich auch eine Antwort auf Eure „Hochzeit“ auf Amrum untergegangen. Da kommt dann noch ein Kommi von mir nach:)

        Lasst es Euch gut gehen. Ich freue ich schon auf Eure Berichte vom neuen Zuhause.

        Herzensgrüße
        Veronika

      2. Ach man, das mit dem verloren gegangen Kommentar ist ja blöd. Verstehe gar nicht warum. Dabei freue ich mich immer so, wenn sie direkt auf dem Blog landen und nicht bei Facebook im Nirwana verschwinden.

        Das ist auch wirklich die richtige Einstellung von euch. Manche Dinge brauchen Zeit und bis sie an der Reihe sind, sollte man das genießen was da ist. Sonst macht man sich das Leben nur selber schwer. Vor vielen Jahren hatte mir mal eine ehemalige Arbeitskollegin gesagt, dass ich doch mal versuchen sollte das Wörtchen „wenn“ genauer unter die Lupe zu nehmen. WENN ich groß bin… WENN ich dies habe, dann… WENN ich erstmal, dann… usw. Die Zeit, die man bis zum besagten „wenn“ verstreichen lässt ist kostbare Lebenszeit, die dir niemand wieder zurück bringt. 😉

        Jetzt haben Ralph und ich ein anderes Wort am Wickel, dass wir versuchen aus unserem Sprachschatz zu verbannen oder zu ersetzen. Das Wort „muss“! Und glaube mir, das ist gar nicht so leicht. Immer wieder ertappen wir uns, dass wir dieses Wort benutzen, dabei löst es nur Druck aus. Druck, den man einfach nicht haben möchte. Du musst dies, du musst das… usw. Schon krass.

        Was du mit der zweiten Heimat schreibst, das ging mir lange Zeit auch so. Irgendwie habe ich meine Wurzeln immer im Süden gesehen. Ausgelöst dadurch, dass man in der Pubertät eh meint, erstmal von alldem was man kennt wegzulaufen. In unserer Familie gibt es ganz entfernt Wurzeln zu einer spanischen Oma. Wir haben sie zwar nie kennengelernt, aber es gab halt immer den Wunsch anders/besonders zu sein. Als Kind haben wir auch eine Weile in Brasilien gelebt, da habe ich dann auch reichlich südliche Prägung mitbekommen.

        Der Norden erwachte in mir erst viel später. Mit Ralph und mit MeerART. An der Nordsee habe ich einen innerlichen Frieden gefunden, den ich nicht erklären kann. Ich habe ihn einfach nur angenommen, daher glaube ich auch, dass der Schritt an die Westküste zu gehen richtig ist. Ob wir dort alt werden, steht in den Sternen. Wer weiß, vielleicht zieht es auch uns irgendwann weiter in den Norden. Alles ab der dänischen Grenze aufwärts will erst noch erkundet werden. 😉

        Danke, du dir auch. Und ich freue mich schon darauf von oben berichten zu können.

        Herzlichst,
        Claudia

      3. Du schreibst mir immer richtig aus der Seele liebe Claudia. Das ist echt schön.

        Ich kann die Anläufe, das Wort „muss“ zu verbannen, gar nicht mehr zählen. Und es ist immer noch in meinem Sprachgebrauch. Das finde ich auch krass, zumal wir ja wissen, welche Macht Worte haben. Da heißt es immer wieder aufs Neue, den Moment bewusst zu erleben.

        Ich lese so viele Berichte hier von Menschen, die auch ihre Heimat suchen, weil sie schon so oft umgezogen sind und nicht wissen, wo sie hingehören.

        Also ich bin noch nie umgezogen, nicht einmal mehr wie 100 Meter von meinem Elternhaus entfernt wohne ich nun schon seit 25 Jahren und trotzdem fühle ich nicht, dass es meine Herzensheimat ist. Seltsam ist das. Ich habe mich in unserem Dorf auch nie als eine von ihnen empfunden und wenn ich ehrlich bin, wollte ich es auch gar nicht.

        So gesehen stellt sich mir die Frage, ob wir nicht gar von einem anderen Heimatplaneten kommen. Das wäre ja krass.

        Bis ich das irgendwann mal weiß oder auch nicht, leben wir hier so gut es geht, so bewusst es geht und fahren so oft es geht dorthin, wo wir uns heimisch fühlen. That’s it.

        Ein wundervolles Wochenende und bis demnächst. Es gibt noch einen Kommi und zwar zu Eurem Thema der „Mithilfe“. Ich bin auf alle Fälle dabe.

        Herzlichst Veronika

      4. Hallo du Liebe,

        ich bin ganz gerührt davon, dass es so vielen so geht wie mir bzw. uns. Das hätte ich nicht vermutet.
        Manchmal muss man, glaube ich, auch gar nicht selber davon betroffen sein, um sich nicht zugehörig zu fühlen. Es reicht, wie in meinem Fall, wenn es die Eltern schon nicht tun. Das verlagert sich auf’s Kind. Fühlen sich deine Eltern denn dort heimisch?

        Oh je.. da sagst du echt was. Diese blöde Wörtchen „muss“. Da merkt man mal wieder wie stark es im Unterbewusstsein verankert ist. Alles nur, weil es die Eltern und Lehrer schon so gemacht haben und letztendlich auch die Gesellschaft mit ihren ach so tollen Sprüchen. Wir haben uns in den letzten Jahren mal vermehrt damit auseinandergesetzt was uns als Kind alles so vermittelt wurden und was es mit einem gemacht hat. Dabei objektiv zu bleiben und den Eltern nicht die Schuld zu geben ist dann nicht immer leicht. Aber in den seltensten Fällen haben sie schuld, denn auch sie wussten es oft einfach nicht besser.

        Sein Leben selbst in die Hand zu nehmen ist genauso eine Aufgabe, wie den Moment im hier und jetzt z u genießen. Die meisten scheitern leider daran und üben sich nur in Ausreden. Spannend, einfach spannend…. mal gucken vielleicht verfasse ich dazu auch mal einen Beitrag.

        Zum letzteren komme ich gleich im nächsten Kommentar. 🙂

        Herzlichst,
        Claudia

  2. Moin Claudia,

    Wunderschön geschrieben!
    Einer meiner Kommentare ging irgendwie verloren. Daher an dieser Stelle nochmal:
    Ich habe ganz oft das Gefühl, dass wir sehr ähnlich ticken und ich mich in Vielem dass du schreibst wiedererkenne.
    Vielleicht lernen wir uns ja mal persönlich kennen. Das würde mich sehr freuen.

    LG und einen schönen Tag
    Sabine

    1. Moin Sabine,

      danke dir.
      Ach, das ist ja blöd. Habe keinen weiteren Kommentar von dir erhalten/gesehen.

      Das freut mich zu lesen. Wie ich gerade Veronika schon geschrieben haben, glaube ich einfach daran, dass sich Menschen, die sich suchen auch finden. Egal wie weit sie voneinander entfernt sind. Schicksale und Erlebnisse verbinden.

      Ganz bestimmt, spätestens eines Tages in unserem Atelier. 😉

      Herzliche Grüße,
      Claudia

  3. Liebe Claudia, lieber Ralph, das Gefühl der heimatlosigkeit,kenne ich seit einiger Zeit. Ich bin unzufrieden mit allem und jedem und dann auch wieder nicht.Alles etwas konfus zur Zeit. Ich vermisse das Meer und die w
    Weite und fühle mich igendwie entwurzelt. Nur das ich nicht wie bei Euch diesen wunderbaren Neuanfang machen kann,ich bin leider hier angebunden. Aber heute scheint die Sonne,kann nur besser werden. Dankeschön für Euren ehrlichen und tröstenden Berichte. Alles Liebe für Euch

    1. Moin liebe Gerti,

      so eine Sehnsucht kann einen schon ganz schön zermürben. Wir drücken dir/euch feste die Daumen, dass ihr es bald mal wieder an die von euch so geliebt Nordsee schafft.

      Herzliche Grüße,
      Claudia

  4. Ich freue mich auf jeden Fall für Euch das Ihr etwas neues gefunden habt. Irgendwann kommt der Zeitpunkt wo man vergangenes hinter sich lassen muss.
    Freut Euch auf das was vor Euch liegt, ich denke Ihr habt Euch da ein wunderbares Plätzchen ausgesucht. Bald könnt Ihr mal eben auf die Halligen oder die Inseln schippern, da kommt schon etwas Neid auf. Ich wünsche Euch das Ihr jetzt endlich das gefunden habt was Ihr schon solange gesucht habt! Gruß Dirk

    1. Moin lieber Dirk,

      vielen Dank.
      Das stimmt, der Zeitpunkt Vergangenes hinter sich zu lassen ist schon lange da und wir freuen uns nicht nur so riesig auf den Neuanfang, sondern auch auf die vielen neuen Möglichkeiten. Ja, nicht nur die Insel und Halligen liegen dann vor unserer Tür, auch Dänemark rückt näher und das alles zu erkunden wird ganz sicher aufregend.

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

  5. Ihr Lieben,

    nun wohnen wir jahrelang im selben Städtchen, teilen die Begeisterung für die See und haben uns leider nie kennengelernt. Und nun? Ziehen wir beide weg – denn auch wir kehren Geesthacht nach 15 Jahren den Rücken zu und werden Ende des Jahres geb Norden ziehen unser Zuhause wird Garding werden, endlich Eiderstedt ich freue mich schon sehr und doch ist da auch ein kleiner Kloß im Hals, denn wir haben hier Menschen lieb gewonnen und auch die Elbe werde ich vermissen… aber so ist das nunmal, hat halt alles seine 2 Seiten…

    1. Moin Annett,

      das ist ja krass. 😉 Auch nach 15 Jahren, wie bei uns. 🙂 Der Norden zieht halt die Seeverrückten an, ganz besonders wenn die Liebe zur Nordsee da ist. Na wer weiß, vielleicht schaffen wir es dann ja mal oben uns zu sehen. Wünschen euch auf alle Fällle alles Liebe für euren Neuanfang. 🙂

      Liebe Grüße,
      Claudia

  6. Moin liebe Claudia

    Dieser Bericht ist mir doch glatt durch die Lappen gegangen und ich bin sehr sehr froh darüber dass ich ihn noch entdeckt habe.
    Du weisst gar nicht, wie mich deine Worte tief ins Herz getroffen haben. (Schluck)
    Auch meine Grosseltern und Eltern mussten aus ihrer Heimat Ostpreussen flüchten, wir alle kannten das Gefühl von Heimatlosigkeit und Entwurzelt-sein.
    Ich bin zwar NRW geboren, wir sind dann aber aus beruflichen Gründen an den Mittelrhein gezogen, wo ich aufgewachsen bin. Immer hatte ich das Gefühl, nicht zugehörig zu sein, bin immer wieder umgezogen und konnte nirgends wirklich ankommen. USA, Frankreich, verschiedene Orte in Deutschland und in der Schweiz, ich fühlte mich immer fremd und entwurzelt. Ich habe mich oft gefragt, ob das an der Entwurzelung meiner Eltern und Grosseltern liegt….heute bin ich mir sicher dass es so ist.
    In der Schweiz hat es sich immer total falsch angefühlt und als wir beschlossen das Land zu verlassen haben wir erstmal mit Süddeutschland angefangen und sind bei unserer Heimatsuche immer mehr Richtung Norden gekommen. Dort fing es an, sich richtig anzufühlen. Dass es Menschen gibt, die so ähnlich fühlen wie ich wusste ich nicht. Ich habe mich mit dieser Heimatlosigkeit immer sehr schwer getan und alle beneidet, die stolz und glücklich waren mit einer echten Heimat verbunden zu sein.
    Ich hoffe so sehr, dass ich im Norden – wenn auch erst spät – richtig zuhause sein werden darf. Danke für diesen tollen Bericht! Bei euch bin ich richtig, ihr seid wie ein kleiner Anker!

    Dicker und sehr gerührter Knuddler aus der Schweiz
    Sabina 🙂

    1. Liebe Sabina,

      jetzt sind mir doch glatt ein paar Tränchen über die Wange gelaufen. Nicht nur, weil euch das selbe Schicksal eint, sondern auch wegen der lieben Abschlusszeilen.

      Wenn ich deine Zeilen so lesen, dann haben wir viele Parallelen. Ich bin zwar eine geborene Schleswig-Holsteinerin und damit ein waschechtes Nordlicht, aber auch wir, also meine Mom und ich, sind viel umher gezogen. Und ähnlich verstreut wie ihr, ich sage nur Wien, Brasilien, ja sogar auch NRW… und dazwischen immer wieder zurück in den Norden. 🙂
      Wenn Leute aus meinem Umfeld von z.B. Klassentreffen reden, dann habe ich dazu überhaupt keinen Bezug. Mehr wie zwei Jahre war ich nie auf ein und derselben Schule. Ich kann mich nicht mal mehr an Namen oder Gesichter erinnern. Heimat war also immer ein Fremdwort.

      Als ich dann langsam erwachsen wurde und nach eigenen Wurzeln gesucht habe, wollte ich immer in den Süden. Das exotische lag mir einfach – dachte ich zumindest. Ralph hatte ich damit angesteckt und wir begaben uns auf die Suche, welches Land passen könnte. Als Zwischenziel haben wir sogar an den deutschen Bodensee oder an die Schweiz gedacht. Aber wie bereits in andern Beiträgen geschrieben ist es nun völlig anders gekommen. Es war eine lange Reise und ganz besonders eine Innere, aber nun bin ich nur auf dem Papier ein echtes Nordlicht, sondern ich fühle mich auch so. Ich liebe diesen Menschenschlag einfach und, mag das herzliche, aber auch raue.

      Ich wünsche dir/euch von Herzen, dass ihr hier oben in Schleswig eure ganz persönliche Heimat findet.

      Ich knuddel dich zurück,
      Claudia

  7. Hallo Ihr zwei,

    ich kann Euer Gefühl gut nachvollziehen. Zwar bin ich in Bayern geboren und lebe immer noch da, aber Heimatgefühle habe ich hier nicht, nur Familiengefühle. Als ich das erste Mal auf Amrum war vor über 30 Jahren hatte ich endlich ein Heimatgefühl und es zieht mich immer wieder dort hin. Ich wollte wissen, woher das kam und fing mit Ahnenforschung an. Heraus kam, daß meine Vorfahren mütterlicher Seite von der Nordsee stammen und väterlicher Seite aus Ostpreußen. Also Nordsee und Dünen, das paßt. Ich bin davon überzeugt, daß unsere Gene auch diese Heimatgefühle weitergeben. Ich weiß, das klingt etwas pathetisch, aber ich empfinde es so. Ich wünsche Euch einen tollen Start in Langenhoorn, die Nordsee ist ja da nicht weit.

    1. Moin liebe Ute,

      daran glaube ich auch. Manchmal gibt es Dinge, die kann man nicht erklären, aber sie sind da. Ralph hat auf Amrum ein ganz ähnliches Gefühl. Die Insel bewegt ihn und auch hatte mal zu mir gesagt, dass er das Gefühl hat hier in einem anderen Leben schon einmal gelebt zu haben. Wer weiß?!

      Vielen Dank für deine Glückwünsche. Die Nordsee ist in der Tat nicht mehr weit, nur noch ganze 10 Minuten und darauf freuen wir uns riesig.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  8. Liebe Claudia,

    ich bin bei Deinem Bericht ganz wehmütig geworden, und ich habe über den Begriff HEIMAT nachgedacht. Wo ist meine? Eigentlich weiß ich es gar nicht so genau.
    Meine Mutter stammte aus der Pfalz und ist nach dem Krieg meinem Vater nach Schleswig-Holstein gefolgt. Leider ist sie hier nie so ganz glücklich geworden. Sie hatte ständig Heimweh, und das kann ich gut verstehen – immer wieder, wenn ich mal wieder in der Pfalz bin. Zum Glück habe ich dort noch Verwandte, die ich besuchen kann.

    Ich bin in der Pfalz geboren, in Schleswig-Holstein aufgewachsen, zweimal in Hamburg gewohnt, dann wieder zurück nach Schleswig-Holstein, und nun steht mir wieder ein Umzug bevor, allerdings nicht weit weg – nach Elmshorn, wo ich von 1975 bis 2003 gewohnt habe.

    Heimat wird es für mich noch immer nicht werden, aber zumindest heimisch kann ich mir hier fühlen, weil mir die Stadt vertraut ist und ich hier viele Freunde habe – und vor allem, weil die Nordsee nicht weit ist. Ich bin doch ein Nordlicht geworden.

    Aber meine zweite Heimat ist und bleibt Hamburg.

    Gutes Gelingen für Euren Umzug. Ich bin sicher, Ihr habt alles richtig gemacht.

    Herzliche Grüße an Euch zwei
    Karin

    1. Liebe Karin,

      ich habe gar nicht gedacht, dass es so vielen so geht. Da merkt man erst wie sehr der Mensch sich doch nach Geborgenheit sehnt. Ganz gleich wie man Heimat auch definiert und woran man sie fest macht. Ob an einem Ort, eine Region oder an lieben Menschen.

      Ganz besonders traurig finde ich den Gedanken, dass wir und oft schon in der zweiten, dritten oder sogar vierten Generation nach dem Krieg befinden und viele von uns sich immer noch heimatlos fühlen. Das ist schon krass. Wie muss es dann erst den ganzen Menschen gehen, die jetzt aus ihrer Heimat fliehen müssen und noch nicht mal eine Perspektive haben.

      Ich wünsche dir von Herzen, dass du dich in deiner neuen Wohnung nicht nur heimisch, sondern auch geborgen fühlst.

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

  9. Hallo ihr lieben Nordlichter

    Ich bins nochmal….wo bitte kann ich denn den Kalender bestellen? Hab ich da einen button oder sonstwas übersehn?

    Ihr habt mit diesem Beitrag ganz offensichtlich sehr viele Herzen berührt und ich bin sehr dankbar, an den bewegenden Geschichten teilhaben zu dürfen.
    Offensichtlich zieht ihr Menschen aus allen Teilen Deutschlands an die ähnlich schwingen…
    ich jedenfalls verspürte beim Lesen eine wunderbare Energie. Ich freue mich, ein Teil von eurem kleinen Universum sein zu dürfen und auch in ein paar Monaten ein Teil von MeerArt.

    Herzensgrüsse aus der Schweiz
    Sabina

    1. Hallo du Liebe,

      mit dem Kalender hast du absolut nichts verpasst.
      Nächsten Dienstag gibt es die Kalendervorstellung auf dem Blog und dann kann er ganz offiziell per Mail bestellt werden. Deinen, wie auch die anderen Vorbestellungen habe ich schon beiseite gelegt, damit sie nicht unter den Hammer kommen. 😉

      Das scheint ganz so. Ich hätte mir nicht Träumen lassen, dass es so vielen Menschen so geht. Da merkt man mal wieder, was immer dich auch bewegt, du bist niemals allein damit. Irgendwo gibt es Menschen, die ähnlich fühlen wie du selbst. Schön, wenn sich diese Menschen dann auch finden und wenn es nur virtuell ist.

      An dieser Stelle auch an dich noch einmal ein ganz dickes Dankeschön. Mit Lesern wie dir macht der Blog gleich noch viel mehr Spaß. Er ist mit Leben erfüllt und wir freuen uns riesig über die Wertschätzung und dass auch du ein Teil von MeerART werden möchtest. Danke dafür.

      Herzliche Grüße in die Berge,
      Claudia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deine neusten Beiträge bewerben