Der Darßer Weststrand – wild, rau und charmant

Strandabschnitt am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop auf Fischland-Darss // Foto: MeerART

Bisher hatten wir uns immer nur die malerische Seite vom Fischland-Darß-Zingst angeguckt, mit Orten wie Ahrenshoop, Wustrow oder Prerow. Heute sollte es die wilde Seite sein. Entwurzelte Baumreste, urwüchsige Kiefernwälder und kilometerlange Sandstrände. Eine der schönsten und abwechslungsreichsten Küstenlandschaften an der Ostsee und wir mitten drin.

Strandabschnitt mit Kiefern am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Morgens mussten wir wieder früh hoch, denn bis zum Darß sind es von uns aus gut drei Stunden Fahrt. Die Autofahrt verlief reibungslos und so konnten wir nach einem kurzen Stopp in Nierhagen beim „Hohen Ufer“ – hier wollten wir unbedingt einen Blick auf die Überreste des alten NVA-Bunkers werfen – unser Auto auf einem Parkplatz bei Born abstellen und unsere Entdeckungstour starten.

Teile eines alten NVA-Bunkers in der Ostsee am Steilufer bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Etwas enttäuscht waren wir von den vielen Autos auf dem Parkplatz, denn die offizielle Ferienzeit war vorbei und wir erwarteten eigentlich, um uns schönen Motiven widmen zu können, wenig Publikum. Da das Gebiet hier recht weitläufig ist, hofften wir, dass sich die Urlauber an dem 60 Kilometer langen Sandstrand schon verlaufen werden.

Kiefernwald am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Ein Blick auf die Umgebungskarte verriet uns, dass wir durch den traumhaft schönen Wald Richtung Weststrand gehen müssen. Der Darßer Weststrand gehört zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft.

Kiefernwald am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Völlig beeindruckt von dem Duft und dem Aussehen des Waldgebietes, merkten wir trotz Ausschilderung gar nicht, dass wir eine Abzweigung verpasst hatten. Die zahlreichen Wege sind bestens ausgeschildert und es lohnt sich wirklich, diese mit dem Fahrrad zu erkunden. Ein echtes Paradies für Naturliebhaber. Wir hielten uns auf dem Weg, der Richtung Darßer Ort führen sollte und hofften auf eine Abzweigung zum Strand.

Strandabschnitt mit Kiefern am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Ganze vier Kilometer waren wir einsam unterwegs, bis wir einen Zugang zum Strand gefunden hatten. Wir trauten unseren Augen kaum. Von Einsamkeit war hier keine Spur. Haufenweise Fahrräder parkten rechts und links des Waldweges und man konnte sich schon ausmalen, dass wir den Tag ganz gewiss nicht alleine am Strand verbringen werden.

Strandzugang an einem Strandabschnitt am Weststrand bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Ehrlich gesagt, ich hätte es nicht vermutet, zumal wir uns auch für einen Abschnitt entschieden hatten, der recht weit zu Fuß vom Parkplatz entfernt schien. Doch die Rechnung hatten wir nicht mit den ganzen naturbegeisterten Urlaubern gemacht. Zu jedem Fahrrad gab es auch eine Strandmuschel am Strand. Sie wirkten wie von der See ausgespuckte bunte und viel zu große Bonbons am Strand, gespickt mit Urlaubern, die den Tag in vollen Zügen genossen.

Strandabschnitt am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop auf Fischland-Darss // Foto: MeerART

Etwas enttäuscht der Fotomotive wegen, aber doch glücklich hier zu sein, flogen als erstes unsere Schuhe in den Rucksack und wir genossen das peelende Fußbad im Strand. Ich fühl´mich immer so lebendig, wenn ich barfuß durch den Strand laufen kann.

Strandabschnitt am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop auf Fischland-Darss // Foto: MeerART

Der Himmel war strahlend blau und das Wasser glatt wie ein Kinderpopo. Apropos Kinder, die gab es hier am Strand fast gar nicht. Ich schätze für Urlaub mit Kindern am Strand ist der Weg vom Auto dann doch zu weit. Ein perfekter Strand für all´ diejenigen, die keinen Bock auf Kindergekreische beim Sonnenbad haben.

Strandabschnitt mit Kiefern am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Der Kiefernwald ist echt atemberaubend, wie bizarr die Kronen teilweise vom Wind geformt wurden. Nach jedem Sturm dürfte die Natur ein anderes Bild zeigen.

Strandabschnitt am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop auf Fischland-Darss // Foto: MeerART

Viele Urlauber hatten sich entwurzelte Baumreste und Äste geschnappt und Strandmuscheln daraus gebaut. Was sich nicht bewegen ließ, wurde kurzerhand zu Wäscheständern umfunktioniert, um die nassen Badesachen zu trocknen. Das nenne ich mal kreative Nachhaltigkeit. 🙂

Strandabschnitt am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop auf Fischland-Darss // Foto: MeerART

Soweit das Auge reichte, Strand, Urlauber und jede Menge bizarre Formen aus Baumresten. Die Hoffnung noch irgendwo ein menschenleeres Fleckchen aufzutun, konnten wir getrost vergessen.

Strandabschnitt am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop auf Fischland-Darss // Foto: MeerART

Egal wie weit wir am Strand lang liefen, überall das gleiche Bild. Das fand ich schon echt erstaunlich. Im Westen kann man eher beobachten, dass, je länger der Weg zum Strand ist, desto leerer ist er auch. Hier ganz und gar nicht. Also hauten wir uns auch in den Strand und plünderten unseren Proviant. Die Stärkung nach dem Fußmarsch konnten wir gebrauchen, zumal wir den ganzen Weg ja auch wieder zurück mussten.

Strandabschnitt am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop auf Fischland-Darss // Foto: MeerART

Als wir unseren Rückweg antraten, hatte sich schon manch eine Lücke zwischen den Strandmuscheln aufgetan, so dass wir wenigstens den einen oder anderen Schuss machen konnten. Selbst auf dem Weg zurück zum Auto waren wir nicht unglücklich über unseren unfreiwilligen Umweg durch den Wald.

Strandabschnitt mit Kiefern am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Die Abwechslung von Wald und Strand ist einfach einmalig. Unsere Bilanz für den Tag waren sechs Stunden Autofahrt für den Hin- und Rückweg, sowie gute 20 Kilometer, die wir zu Fuß gelaufen waren. Total kaputt, aber überglücklich über so einen tollen Tag, fielen wir völlig erschöpft ins Bett.

Strandabschnitt mit Kiefern am idyllischen Weststrand bei Ahrenshoop // Foto: MeerART

Tipp: Fahrräder sind echt ein Muss. Entweder man leiht sich vor Ort eines oder man nimmt sie direkt mit. Das lohnt sich auf alle Fälle.

4 Gedanken zu „Der Darßer Weststrand – wild, rau und charmant

  1. Ein schönes Fleckchen Erde! Und ich finde die Handtücher an den abgestorbenen Baumstämmen ziemlich fotogen! Beim „Kindergekreische“ musste ich lachen. Ich kann das verstehen, obschon wir ja auch einen (inzwischen 14-jährigen) Sohn haben. Wenn man gerade nicht in der Mama-Papa- oder Oma-Opa-Phase ist, sehnt man sich schon häufiger nach Stille. Alles hat eben seine Zeit : )

    1. Liebe Jutta,

      vielen Dank für deine Zeilen. Die Handtücher fanden wir auch noch fotogen, aber nicht, dass der ganze Strand voll war. Zumindest nicht wenn man Landschaftsaufnahmen plant, außerdem gilt ja auch den Respekt und die Privatsphären der Urlauber zu wahren. Da muss man schon ganz schön kreativ sein, will man nicht ganz mit leeren Händen nach Hause. 😉
      Und sorry an alle Mamis, aber es ist weniger das Kindergekreische an sich, als der ständige Lärmpegel, der von überall (besonders in der Stadt) auf einen einprasselt. Da sehnt man sich nach Ruhe.
      Dir einen schönen und sonnigen Tag.

      Liebe Grüße,
      Claudia

  2. Liebe Claudia,

    so was habe ich ja noch nie gesehen. Sieht ja fast aus wie Robinson Crusoe. Irgendwie als wollten sich die Leute dort für längere Zeit häuslich niederlassen.

    20 km Fußmarsch ist schon eine Leistung. Alle Achtung…………………..

    1. Liebe Ilona,
      irgendwie schon, da hast du recht. Am liebsten hätte ich das eine oder andere Stück Holz gern mitgenommen, aber das wäre wohl Hausfriedensbruch. 😉
      Wir waren hinterher auch ganz schön kaputt, aber glücklich kaputt. 😉 Kann ich jedem nur empfehlen…
      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

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