Zu Besuch im sAILaRTsTUDIO

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Viele haben schon die kunstvollen alten Segel bei uns im Atelier bewundert. Zeit die begnadete Künstlerin einmal selbst vorzustellen. Dafür haben wir Inés Neumann in ihrem sAILaRTsTUDIO besucht.

Kennengelernt haben wir Inés über einen kleinen Umweg, nämlich über ihre Kinder. Die waren damals mit an Bord, als wir 2018 Kristian Dittmann, den Müllfischer von der Schlei, für eine Reportage begleiteten. Wie das dann heutzutage so ist, vernetzt man sich über die sozialen Netzwerke, kommt näher in Kontakt, trifft und versteht sich auf Anhieb.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph KerpaZu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Ihre Art auf alten Segeln zu malen, haben wir schon lange bewundert. Zudem passen sie von der Ideologie perfekt zu MeerART. Von daher haben wir uns riesig gefreut, dass wir ein paar Segel von ihr auch bei uns im Atelier präsentieren und zum Kauf bereitstellen können. Das allein ist nämlich schon eine Herausforderung, denn die Segel, die Inés normalerweise bemalt, sind in der Regel gut drei bis vier Meter hoch. Extra für uns hat sie sich ans Werk gemacht und kleinere produziert.

Eine ganz besondere Reise

Wenn wir Menschen vorstellen, dann nicht nur wegen ihrer Arbeiten, sondern auch, weil sie spannende Geschichten zu erzählen haben. Über die Neumänner, wie wir die Familie liebevoll nennen, gibt es in der Tat viel zu erzählen.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Bereits als Kind hat die Künstlerin viel und gerne gemalt. Und dennoch startete sie beruflich erstmal als Rechtsanwalts- und Notargehilfin. Die kreative Ader hat sie aber nie losgelassen und so probierte sie vieles aus. Eine Zeitlang hat sie in Berlin alte Möbel restauriert. Einige davon ebenfalls schon kunstvoll bemalt. Ihr war es nicht nur wichtig die Möbel zu restaurieren, sondern sie sollten auch ihre Handschrift tragen – einen Teil ihrer Persönlichkeit ausdrücken. Nachdem Inés ihren Mann Björn kennengelernt hatte, packte beide die Abenteuerlust. Bereits ein halbes Jahr später sind die beiden nach Österreich ausgewandert. Einfach nur, um ein anderes Land kennenzulernen. Dort gründeten sie eine Familie und kauften im alten Weinviertel einen Resthof, den sie liebevoll restaurierten.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Im Einklang mit der Natur

Nicht nur die eigenen Kinder, sondern auch die autarke Lage, brachte die junge Familie dazu, sich viele Gedanken über ihre Umwelt und wie sie leben wollen, zu machen. Sie bauten vieles selber an, lernten von einheimischen Bauern viel über die ursprüngliche Landwirtschaft und Viehhaltung. Den Sommer über lebte die Familie quasi komplett autark. Auch das Malen spielte weiterhin eine Rolle in ihrem Leben. Zu der Zeit fing Inés an auf Töpferware zu malen.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Die Kinder wurden größer und die abgeschiedene Lage zunehmend ein Hindernis, um sich künstlerisch weiterzuentwickeln. Nach 12 Jahren Österreich packte sie erneut das Bedürfnis nach Veränderung. Diesmal sollte es das Meer sein. Die Familie pickte sich ein paar Punkte auf der Landkarte heraus, checkte Immobilien und zogen kurzerhand, ohne jemals wirklich hier gewesen zu sein, nach Kappeln. Ein Neustart und die Geburtsstunde von sAILaRTsTUDIO, denn in Kappeln ist die Idee geboren, auf alten Segeln zu malen. Segel, die mit ihren Eignern auf den Meeren unterwegs waren und nach dem Abtakeln eigentlich im Müll landen würden.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Und genau das ist die Idee, hinter der nicht nur das sAILaRTsTUDIO, sondern die ganze Familie steht. Upcycling und das möglichst so, dass nichts Neues die Umwelt belasten oder schädigen könnte. Danach wählt Inés auch ihre Farben aus.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Stumme Zeitzeugen

Die ersten Arbeiten, die wir aus dem sAILaRTsTUDIO gesehen haben, waren Portraits. Gesichter von Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Stumme Zeitzeugen, die wie die Segel, auf der ganzen Welt zu Hause sind. Die Ausstrahlung der Portraits ist einfach genial. Ich finde es großartig, wenn man die Gabe hat, Gesichtern eine derartige Ausstrahlung zu geben. Und dann noch auf einem Material, das ganz sicher nicht einfach zu bearbeiten ist. Wenn man vor den Segeln steht und in die Augen schaut, hat man das Gefühl, als blicke man direkt in die Seelen der Menschen. Einfach grandios.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Inzwischen haben schon viele Segel durch Inés eine neue Wertigkeit erfahren und egal, ob die Künstlerin nun Gesichter oder Tiere malt, allesamt sind genial umgesetzt. Unikate, die für mich in die großen Galerien der Welt gehören.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Diese Reise geht weiter

Als wir ihr heute über die Schulter schauen durften, war sie gerade dabei ein Projekt für die eigene Familie umzusetzen. Ein Motiv zum Thema fantastischer Realismus nach einer Vorlage von der französischen Künstlerin Catherine Chaulour. Diesmal wurden auch weitere Segelteile in das Bild mit hineingearbeitet. Die Ideen gehen der Künstlerin jedenfalls so schnell nicht aus.

Zu Besuch im sAIL.aRT.sTUDIO bei Inès Neumann // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Genau wie die Reise der Familie noch nicht beendet zu sein scheint. Von Kappeln an der Schlei hat es die Künstlerin und ihre Familie 2021 vorerst nach Nordfriesland verschlagen. Pläne, nächstes Jahr nach Dänemark auszuwandern, stehen bereits im Raum. Wo immer es die Familie und das sAILaRTsTUDIO hintreibt – wir wünschen viel Glück.

Wenn du mehr über die Arbeiten von Inés Neumann erfahren möchtest, dann schau gerne bei uns im Atelier oder auf ihrer Internetseite sAILaRTsTUDIO vorbei.

2 Kommentare zu „Zu Besuch im sAILaRTsTUDIO“

  1. Liebe Claudia, lieber Ralph,
    vielen lieben Dank für das tolle Shooting. Ich bin hin und weg, wie schön dieser Artikel geworden ist. Es ist wirklich ein ganz besonderes Gefühl, sein Leben so von außen zu betrachten.
    Ein wunderbarer Tag mit euch, der unglaublich viel Freude und Inspiration brachte.
    Vielen Dank für alles, Inés

    1. Liebe Inés,

      sehr, sehr gerne. Es hat uns ebenfalls sehr viel Freude gemacht. Es ist immer wieder schöne, wenn wir über spannende Menschen berichten dürfen. Von eurer Idiologie, können sich noch ganz viele Menschen etwas abgucken und wir wünschen dir von Herzen, dass du ganz bald auch in großen Galerien zu sehen bist. 😉 Deine Arbeit hätte es verdient. Vor allem freue ich mich sehr, dass auch wir eines deiner Werke bei uns hängen haben dürfen.

      Wir freuen uns schon auf unser nächstes Treffen und senden ganz liebe Grüße,
      Claudia und Ralph

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