Kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Manchmal braucht es gar nicht viel, um für ein paar Stunden aus dem Alltag auszusteigen. Ein bisschen Wind, das Rauschen der Nordsee und eine Hallig, auf der die Zeit irgendwie langsamer zu laufen scheint. Mit dem heutigen Beitrag möchten wir dich zu einer kleinen MeerPAUSE auf die Hallig Hooge einladen. Entdecke mit uns eine ganz wunderbare Natur abseits der Metropolen und inmitten der Nordsee.

Die Hallig Hooge liegt im Nationalpark Wattenmeer vor den Toren Schlüttsiels und ist nur mit der Fähre zu erreichen. Diese fährt in der Saison zweimal täglich – einmal morgens und einmal abends. Aber man sollte immer die Fährzeiten prüfen, denn es kommt oft vor, dass sich die Abfahrtszeiten aufgrund von Stürmen oder Niedrigwasser verschieben können.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Ein Tagesausflug auf die Hallig Hooge

Wir hatten heute Glück und die Fähre fuhr pünktlich um 10 Uhr los. Die Fahrt verlief ruhig. Nur das Wetter war ein wenig ungewohnt, denn gestern hatten wir noch über 30 Grad gehabt und heute auf einmal nur noch 19 Grad. Da brauchte der Körper erst einmal wieder, um sich einzugewöhnen.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Als wir auf Hooge ankamen, sind die meisten Gäste gleich in die Kutschen umgestiegen, um sich mit Pferdestärken zu den beliebten Touristenplätzen transportieren zu lassen. Wichtig: Sollte man eine Kutschfahrt einplanen, dann bitte vorher einen Sitzplatz buchen. Alternativ kann man sich auf der Hallig auch Fahrräder oder Scooter mieten.

Wir dagegen haben uns allein und zu Fuß auf den Weg gemacht, um genügend Zeit für Müßiggang und Ruhe zu haben.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Was uns an Halligen so fasziniert, ist, dass sie nicht nur von Wind und Wasser, sondern auch vom Wechsel der Gezeiten geprägt sind. Stürme und Überschwemmungen fordern dem Eiland, den Menschen und der Tier- und Pflanzenwelt immer wieder besondere Strategien zur Anpassung ab.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Wenn man über die Hallig läuft und es gerade so friedlich und ruhig zugeht, kann man sich kaum vorstellen, wie es aussieht, wenn die Sturmfluten hier wüten und die Hallig überfluten, sodass nur noch die Warften mit den Häusern herausschauen.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Einfach treiben lassen

Da wir uns wie immer treiben lassen wollten, hatten wir uns keine bestimmte Route überlegt. Nach der Ankunft mit der Fähre sind wir zuerst an der Backenswarft vorbeigekommen und haben auf dem Weg zum Seglerhafen die Kirchwarft gestreift. Bei der Kirchwarft hatten wir zwar kurz Halt gemacht, aber da zur selben Zeit eine Kutsche mit Touristen Halt gemacht hatte, haben wir uns weiter in Richtung Seglerhafen begeben.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Dem haben wir im Laufe des Tages gleich zweimal einen Besuch abgestattet: auf dem Hinweg bei Ebbe und auf dem Rückweg mit Wasser im Hafenbecken. Dieselbe Szene, aber zwei ganz unterschiedliche Stimmungen.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Eine Weile verweilten wir hier, denn bis auf den Wind war es so schön ruhig. Perfekt, um einmal den Alltag auszublenden. Was auf einer Hallig erstaunlich gut und schnell funktioniert.

Auch für uns war es ein guter Auftakt für unsere Urlaubswoche, denn bis gestern hatten wir noch mit Hochdruck an unseren Projekten gearbeitet. Nun den ersten Urlaubstag hier auf der Hallig, fernab von allem, beginnen zu können, hatte etwas Beruhigendes.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Was uns nach so vielen Jahren, die wir nun schon in Nordfriesland leben, immer noch beeindruckt, ist der Perspektivwechsel, der sich einem hier bietet. In der Regel blickt man vom Festland auf die Halligen oder die Inseln. Ist man dann aber auf dem Wasser unterwegs oder auf einer Hallig oder einer Insel, verschiebt sich jedes Mal der gewohnte Blick auf die eigene Heimat und ihre Umgebung.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Das ist etwas, was man im Binnenland so nicht erleben kann. Und von Hallig Hooge aus hatten wir wieder einen ganz anderen Blick auf das zurückliegende Festland, auf die Hallig Langeneß oder auf die Insel Föhr.

Mit dem Blick zum Horizont

Als wir unseren Blick weiter am Horizont schweifen ließen, entdeckten wir den Leuchtturm von Amrum. Der Blick und die zahlreichen Erinnerungen an die Insel Amrum haben uns sofort angezogen, weshalb wir uns, ohne weiter darüber nachzudenken, in Richtung Westerwarft begaben.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Ich weiß nicht warum, aber in diesem Teil der Hallig habe ich mich auf Anhieb wohlgefühlt – irgendwie geerdet. Der Wind wehte relativ stark herüber und ließ die Wellen tanzen. Es wirkte, als wollte er die noch vorhandenen Anspannungen des Alltags einfach davonwehen lassen.

Zu niedlich fanden wir auch den kleinen Naturstrand vor der Warft. Es gab sogar einen einzigen Strandkorb mit Blick zu den Inseln. Wir verweilten eine Weile und doch mussten auch wir, weil wir nur einen Tagesausflug geplant hatten, die Zeit ein wenig im Blick behalten.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Und da wir die einzelnen Etappen zeitlich nicht so ganz einschätzen konnten, wie lange wir für die jeweiligen Strecken brauchen würden bzw. wie lange wir an einem Ort verweilen wollten, liefen wir an der Wasserkante erst einmal zurück in Richtung Seglerhafen.

Hierfür ließen wir uns aber Zeit. Zeit zum Genießen und Zeit zum Ankommen.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Als wir dort ein zweites Mal ankamen, war das Wasser wieder in den Hafen gelaufen. Die dort ankernden Boote hatten also wieder Wasser unterm Kiel.

Die Hanswarft

Ein Blick auf die Uhr verriet, dass wir noch ein wenig Zeit hatten. Also schauten wir noch bei der Hanswarft vorbei, die nicht nur die Hauptwarft der Hallig Hooge ist, sondern auch wie eine kleine Welt für sich. Sie ist der Mittelpunkt des öffentlichen und touristischen Lebens auf der Hallig und beherbergt unter anderem das Gemeindehaus, den einzigen Supermarkt (Halligkaufmann), das Sturmflutkino, Gaststätten sowie den historischen Königspesel.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Im Verhältnis zum Rest der Hallig ist es hier relativ voll und doch gibt es kleine Ecken, die man so vielleicht nicht erwarten würde, wie den kleinen Teich inmitten der Warft. Umrahmt von großen Bäumen und ein beliebter Badeort für Wasservögel.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Nachdem wir dann doch die Heimfahrt mit der Nachmittagsfähre antreten mussten, hatten wir zahlreiche Eindrücke im Gepäck. Die Stille, die faszinierende Natur und das Runterkommen, das auf der Hallig sofort funktioniert. Sogar so gut, dass die Menschenmengen auf der Fähre nach so einem Tag schon wieder viel zu laut sind.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Manchmal braucht es eben gar nicht mehr als eine Hallig, ein bisschen Wind und ein paar Stunden Abstand vom Alltag.

Unser Fazit

Hallig Hooge lässt sich wunderbar für eine kleine MeerPAUSE nutzen, wenn man kurzfristig eine Auszeit braucht. Zum richtigen Runterkommen lohnt es sich, einen längeren Aufenthalt zu buchen.

Häufige Fragen zur Hallig Hooge

Kann man Hallig Hooge an einem Tag erkunden?
Ja, Hallig Hooge lässt sich wunderbar im Rahmen eines Tagesausflugs entdecken. Wer sich – so wie wir – einfach treiben lässt und zu Fuß unterwegs ist, kann dabei wunderbar zur Ruhe kommen. Natürlich wird man an einem Tag nicht jede Ecke der Hallig kennenlernen. Wenn es vor allem um Erholung und Entschleunigung geht, lohnt sich deshalb auch ein längerer Aufenthalt.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Wie kommt man nach Hallig Hooge und wie oft fährt die Fähre?
Hallig Hooge ist von Schlüttsiel aus mit der Fähre erreichbar. In der Saison gibt es in der Regel zwei Verbindungen täglich. Da sich die Abfahrtszeiten aufgrund von Wetter, Sturm oder Niedrigwasser verändern können, sollte man die aktuellen Fährzeiten vor der Fahrt unbedingt prüfen.

Eine kleine MeerPAUSE auf der Hallig Hooge // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Was kann man auf Hallig Hooge unternehmen?
Auf Hallig Hooge gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Hallig zu erkunden. Man kann beispielsweise eine Kutschfahrt unternehmen, Fahrräder oder Scooter mieten oder die Hallig zu Fuß entdecken. Für uns war genau das die schönste Möglichkeit: ohne festen Plan loszulaufen, den Blick über die Landschaft und das Wasser schweifen zu lassen und einfach einmal nichts zu müssen. Denn manchmal ist genau dieses Nichtstun die schönste Form einer kleinen MeerPAUSE.

MeerART

Verliebt in den Norden - weil der Norden glücklich macht.

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