Frostig schöne Aussichten am Brunsnæs Strand

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Warum es für Nordlichter kein schlechtes Wetter gibt – und warum sich ein Ausflug zum Gendarmenpfad am Brunsnæs Strand auch im Winter lohnt – möchten wir euch mit diesem Beitrag zeigen.

Da wir es lieben, in der Nebensaison auf Entdeckungsreise zu gehen, finden viele unserer Touren natürlich auch im Winter statt. Nur so einen knackigen Winter wie diesen hatten wir in der Tat schon länger nicht mehr. Als wir an unserem Zielort aus dem Auto stiegen und uns der eisige Ostwind um die Ohren fegte, fragte ich mich für einen Moment schon, ob wir vielleicht doch ein bisschen verrückt sind.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Die meisten Menschen haben es sich in ihren warmen Buden gemütlich gemacht und wir lassen uns hier an der Flensburger Förde vom Wind treiben. Dieser Gedanke verflog aber recht schnell, denn zu einem waren wir muckelig warm angezogen und zum anderen wird einem in der Bewegung dann doch recht schnell warm. Nur die Finger brauchten trotz Handschuhen eine ganze Weile, bis sich sie an die Kälte gewöhnt hatten.

Auf der Mole fiel unser Blick erst einmal auf das gegenüberliegende Ufer. Auch wenn die Sicht heute alles andere als klar war, war Holnis ganz gut zu erkennen. Wenn man heute hier am Ufer von Brunsnæs steht und hinüber ans andere Fördeufer blickt, ahnt man kaum, dass hier über Jahrhunderte hinweg eine Fährverbindung bestand.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts setzten Boote regelmäßig über die Förde, nachdem das Rüde-Kloster gegründet worden war. Da das Kloster eng mit der Kirche in Broager verbunden war, gehörte die Überfahrt für die Mönche zum Alltag.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Mit dem Fortschritt der Zeit änderten sich jedoch die Wege. Der Bau der Eisenbahn nach Flensburg und weiter in den Norden machte die Fähre zunehmend entbehrlich, bis der Betrieb schließlich im Jahr 1865 eingestellt wurde. Heute zeugen nur noch unscheinbare Steinbuhnen an beiden Ufern von der einst wichtigen Verbindung.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Dennoch ist die Idee nicht ganz verschwunden. In den letzten Jahren wurde immer wieder darüber nachgedacht, die historische Fährlinie neu zu beleben – zumindest für Fußgänger und Radfahrer.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Schnee und Eis am Brunsnæs Strand

Der Brunsnæs Strand befindet sich im Broagerland in Sønderjylland und ist bequem mit dem Auto erreichbar. Es gibt einen großen Parkplatz, von wo aus man auf Entdekungstour gehen kann.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

In dieser Ecke waren wir schon öfters mal unterwegs, aber noch nie hatten wir es direkt zum Strand geschafft. Meist waren wir eher auf Stippvisite nahe des alten Ziegeleimuseums Cathrinesminde oder in anderen Teilen des Broagerlands unterwegs. Diesmal wollten wir uns bewusst Zeit für den Brunsnæs Strand nehmen, denn auch hier führt eine beeindruckende Etappe des Gendarmenpfades (dk. Gendarmstien) entlang.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Zuhause hatten wir uns zwar grob eine Richtung ausgeguckt, und zwar wollten wir von der Mole – dort, wo wir unser Auto geparkt hatten – weiter nach Busholm Strand laufen. Der Gendarmenpfad verläuft hier zunächst direkt am bzw. beinahe auf dem Strand entlang.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

So ganz genau konnte man das allerdings nicht erkennen, denn sowohl Strand als auch Weg waren mit Schnee bedeckt und teilweise ziemlich vereist. Zudem ist der Naturstrand hier nicht besonders breit. Und das Wenige, was heute begehbar war, war mit vereistem Seetang bedeckt. Der Wind ließ die Wellen der Förde gegen das Ufer schwappen, während Möwen und Krähen lautstark auf Futtersuche gingen.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Wir stapften tapfer weiter am Gendarmenpfad entlang. Der Wind fegte eisig über die Felder und wir mussten, wenn wir uns ansahen, ein wenig über unsere roten Wangen schmunzeln. Jedes Mal, wenn Ralph anhielt, um ein Foto zu machen, war das eine kleine Herausforderung – denn sobald man stehen blieb, spürte man die Kälte in jedem einzelnen Knochen.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Wir folgten dem Gendarmenpfad bis zur Häuserreihe am Kejserdom. Ab dort verläuft der ehemalige Grenzkontrollweg ein Stück weit ins Landesinnere, um ein Feld herum. Dort wären wir dem Wind noch stärker ausgesetzt gewesen. Daher entschieden wir spontan, diesen Abschnitt heute nicht weiterzugehen, und kehrten um. Das war eine gute Entscheidung, denn das Dorf bot uns doch ein wenig mehr Schutz vor dem Wind.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Der kleine Ort Brunsnæs

Der Ort ist relativ überschaubar und dürfte zum Großteil aus Feriendomizilen bestehen. Der Gendarmenpfad verläuft hier entlang der Straße, die heute ziemlich vereist war.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Das Dorf war der Jahreszeit und dem Wetter entsprechend wie ausgestorben. Bis auf ein oder zwei Autos ist uns niemand entgegengekommen. Doch – ein Jogger. Da haben wir uns allerdings gefragt, ob das so eine gute Entscheidung war, denn auf vereisten Straßen zu laufen empfanden wir als ziemlich gefährlich.

IIm Sommer zeigt sich der Ort jedenfalls von einer quirligeren Seite. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Wassersport zu betreiben, und kinderfreundlich ist der Brunsnæs Strand auch.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Für Naturliebhaber, Wanderer, Radfahrer oder Kulturinteressierte bietet dieser Ort einen schönen Ausgangspunkt für viele Ziele. Zudem ist der Bereich zwischen der Mole und den südlichen Sandbänken ein bekannter Spot für Angler.

Eine verträumte Winterlandschaft

Während wir hier am Ufer entlangliefen und unsere Blicke immer wieder über die Förde streiften, waren wir fasziniert von den Lichtstimmungen.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Viele hätten bestimmt gesagt: Was für ein grauer, trüber Tag – aber mitnichten. Trotz des dichten Himmels zeigte sich die Landschaft für uns facettenreich. Der Schnee, die Farbe des Wassers und auch der Himmel mit seinen verschiedenen Grautönen tauchten alles in ein fast magisches Licht, wie man es nur im Winter kennt.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Wir blieben oft stehen, um das einfach nur anzuschauen. Es auf uns wirken zu lassen. Ganz besonders, als wir zu den alten Fischerhütten kamen, die uns schon im Sommer immer so idyllisch erscheinen. Alles wirkte so friedlich und still – einfach nur traumhaft.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Besonders weit waren wir heute zwar nicht gekommen, aber dafür haben wir viele tolle Eindrücke mitnehmen können. Zurück am Auto haben wir uns erst einmal mit heißen Tee wieder aufgewärmt.

Warum lohnt sich ein Ausflug im Winter an den Brunsnæs Strand?

Warum sollte man gerade im Winter an den Brunsnæs Strand fahren?
Weil der Strand dann eine ganz besondere Ruhe ausstrahlt. Keine Menschenmassen, kein Trubel – nur Wind, Wellen und diese stille Wintermagie.

Was macht den Brunsnæs Strand in der kalten Jahreszeit so besonders?
Die Lichtstimmungen! Selbst an grauen Tagen wirkt die Landschaft unglaublich facettenreich. Schnee, Eis und die Förde tauchen alles in ein fast märchenhaftes Licht.

Aber ist es nicht einfach nur kalt und ungemütlich?
Klar, der Ostwind kann ordentlich pfeifen, aber mit der richtigen Kleidung wird aus der Kälte schnell ein echtes Abenteuer. Und Bewegung hält wunderbar warm.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Was nimmt man von so einem Winterausflug mit nach Hause?
Vor allem Eindrücke, die bleiben, inkl. rote Wangen, klare Luft im Kopf und das Gefühl, etwas ganz Besonderes erlebt zu haben.

Für wen lohnt sich ein Winterspaziergang am Brunsnæs Strand besonders?
Für alle, die Ruhe suchen, Natur lieben und auch außerhalb des Sommers gern auf Entdeckungstour gehen – egal ob Wanderer, Fotografen oder einfach Wintergenießer.

Teilstück des Gendarmstiens am Brunsnæs Strand // Foto: MeerART

Unser Fazit
Der Brunsnæs Strand zeigt auch im Winter seine schönsten Seiten. Wer sich traut, rauszugehen, wird mit einer Landschaft belohnt, die still, rau und gleichzeitig einfach traumhaft ist.

Meer, Wohnen & Genießen

Verliebt in den Norden - weil der Norden glücklich macht.

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