In dem heutigen Beitrag möchten wir euch eine weitere Etappe vom Gendarmstien vorstellen, und zwar entlang der Dybbøl Mark. Dieser Abschnitt lädt nicht nur zum Spazieren und Verweilen ein, sondern wer mag, kann sich hier auch mit spannenden Geschichten alter Zeiten versorgen.

Die Frühlingssonne hat uns nach draußen gelockt, und die wollten wir für eine längst vorgehabte Etappe auf dem Gendarmstien (Gendarmenpfad) nutzen. Im Winter hatten wir bereits inspirierende Etappen am Broager Land absolviert, und jetzt zum Frühling haben wir uns unter anderem für den Bereich zwischen Sønderborg und Viermose entschieden.

Das Schöne am Gendarmstien ist, dass man ihn als Entspannungsurlaub in einer Etappe mit mehreren Übernachtungen erkunden kann – oder so wie wir in kleinen Abschnitten. Kleine MeerPAUSEN im Alltag sozusagen.
Dybbøl Strand
Der Dybbøl Strand ist dafür ein schöner Ausgangspunkt. Hier kann man seinen PKW bequem auf dem Strandparkplatz abstellen und hat, falls nötig, auch eine öffentliche Toilette zur Verfügung. Von hier aus kann man den Gendarmstien in zwei Richtungen ablaufen: einmal naturverbunden entlang der Dybbøl Mark – oberhalb der Steilküste vom Dybbøl Strand – oder geschichtsträchtiger quer durch Sønderborg.

Wir haben uns für heute für die Naturrunde entschieden. Hinter den Häusern, die an den Strand angrenzen, führt der Gendarmenpfad oberhalb der Steilküste entlang. Von diesem Teil des Gendarmstien hat man nicht nur einen traumhaften Blick auf den Als Sund, sondern kann auch auf die Anhöhen der Dybbøl Banke blicken, die im April 1864 Schauplatz der Schlacht bei Düppel waren.


Obwohl diese Schlacht für die Dänen ein absolutes Desaster war, halten sie die Geschichte lebendig. Zahlreiche Ausstellungen und auch ein aktiv genutzter Schauplatz erinnern an damals.
Einfach sein
Was besonders schön ist: Entlang des Pfades finden sich immer wieder einzelne Sitzgelegenheiten, die zum Verweilen einladen. Heute, bei dem traumhaften Frühlingswetter, macht es besonders viel Freude, hier entlangzulaufen. Die Büsche und Naturkräuter beginnen zu blühen, und überall stimmen Vögel verheißungsvoll auf den Frühling ein.

Einige der Sitzplätze liegen recht nah an der Steilkante und erlauben einen weiten Blick über den Als Sund. Ein Anblick, an dem wir uns heute gar nicht sattsehen konnten. Immer wieder blieben wir eine Weile sitzen oder stehen und ließen den Blick schweifen. Einfach so. Man spürt richtig, wie Seele und Geist zur Ruhe kommen.
Die Natur als Lehrmeisterin des Wandels
Wandel zeigt sich hier nicht als Verlust, sondern als Teil eines größeren Ganzen. Entlang des Gendarmstien, mit Blick auf den ruhigen Als Sund, liegen Bäume am Strand – vom Sturm die Steilküste hinabgerissen. Was einst fest verwurzelt war, ist gefallen, gezeichnet von Wind und Zeit. Und doch wirkt die Szenerie nicht zerstört, sondern verwandelt. Zwischen Ebbe und Stille, zwischen Bruch und Weite entfaltet sich eine stille Kraft: nicht im Standhalten, sondern im Weitergehen. Das Meer bleibt und mit ihm die leise Erinnerung daran, dass Wandel kein Ende ist, sondern Teil des Gleichgewichts.

Da wir uns für kleinere Etappen am Gendarmstien entschieden haben, führt uns unser Weg auch wieder zurück über dieselben Pfade. Doch was auf den ersten Blick vertraut erscheint, wirkt beim zweiten Hinsehen überraschend neu. Das Licht hat sich verändert, der Blick wird weiter, Details treten hervor, die zuvor verborgen blieben.


Vielleicht ist es genau das, was uns diese Wege lehren: dass sich Dinge wandeln, wenn wir ihnen mit neuen Augen begegnen – und dass selbst Bekanntes plötzlich neue Antworten bereithalten kann.

Und so nehmen wir dieses Gefühl von Weite und Ruhe mit – hinein in die nächste Etappe, die noch tiefer eintaucht in das, was MeerPAUSEN und Wandel für uns bedeuten können.








