Ein Städte-Hopping an der Nordseeküste

Ein stürmisches Wochenende an der Nordsee in St. Peter-Ording // Foto: MeerART / Ralph Kerpa

Wenn wir über die Nordsee schreiben, dann berichten wir in der Regel von der Küste selber. Doch der Norden hat natürlich noch viel mehr zu bieten als reinen Badeurlaub. Na, Lust auf ein kleines Städte-Hopping?

Führung mit Biologen Rainer Schulz von der Schutzstation Wattenmeer // Foto: MeerART

Ehrlich gesagt gibt es auch hier viel mehr zu sehen, als nur die, die wir euch heute vorstellen, aber wir dachten uns, wir gehen mal von denen aus, die zum ersten Mal an der deutschen Nordseeküste und Nordfriesland bzw. Eiderstedt Urlaub machen.

St. Peter-Ording steckt voller Überraschungen

Ein Wochenende im StrandGut Resort Hotel direkt an der Nordsee in St. Peter Ording im Dezember 2015 // Foto: MeerART

Einer der bekanntesten und zweifelsohne auch beliebtesten Seebäder an der deutschen Nordseeküste ist St. Peter-Ording mit seinem endlosen Sandstrand. Doch es lohnt sich auch ein wenig Zeit für den eigentlichen Ortskern zu nehmen. Dieser erstreckt sich allerdings auf vier Ortschaften: Böhl, Dorf, Bad und Ording.

Impressionen vom Strand an der Nordsee in St. Peter-Ording // Foto: MeerART

Der Ortsteil Dorf zum Beispiel ist ein Ort voller Geschichte. Nachgebaute Relikte wie das Brotbackhaus und der Eiskeller können auf einem inselähnlichen Freiluft-Areal besichtigt werden. Die Vergangenheit ist hier genauso präsent wie die Moderne.

Der Böhler Leuchtturm in St. Peter-Ording // Foto: MeerART

Liebevoll erhaltene Häuschen treffen auf geschmackvolle Neuzeitarchitektur. Schmale Gassen, eine Kirche und der Wochenmarkt strahlen Gemütlichkeit aus. Hübsche kleine Lädchen laden zum Shoppen ein und verschiedene Restaurants, untergebracht in alten Katen, lassen auch für das leibliche Wohl keine Wünsche offen.

Das kleine und gemütliche Hafenstädtchen Tönnig

Ebenfalls auf der Halbinsel Eiderstedt befindet sich das kleine Hafenstädtchen Tönning. Die kleine Hafenstadt liegt in der Eider-Treene-Niederung, direkt am Ufer der Eider. Der Käse – natürlich eingeführt von den Holländern – und der Kanal, sorgten einst für die Blütezeit der Stadt Tönning. Heute erinnert der ehemalige Speicher, das große Packhaus aus dem Jahr 1783, noch an die Zeit des Eider-Kanals.

Tönning der Bade- und Luftkurort mit seinem historischen Hafen direkt an der Eider // Foto: MeerART

Hier lohnt es sich wirklich einmal die Zeit zu nehmen, um jeden Winkel des Hafens zu erkunden. Auf der einen Seite gibt es jede Menge niedliche Häuser zu entdecken, in denen meist Hotels, Pensionen und Cafés untergebracht sind, während die andere Seite mehr noch an die Handelszeit erinnert.

Impressionen aus Tönning an der Nordseeküste // Foto: MeerART

Dazu zählt neben dem Packhaus zum Beispiel die „Alte Fischereigenossenschaft“, in der man lecker Fisch und Krabben bekommen kann. Zu erwähnen wäre da noch die seit 1740 konzessionierte kleine Holzschiffswerft an der Südwestecke. Diese Werft war früher ein wichtiger Betrieb für Neubauten und Reparaturen der einheimischen Fischkutterflotte.

Das Eidersperrwerk an der Mündung der Eider in die Nordsee bei Tönning // Foto: MeerART

Zwei weitere Tipps haben wir noch für euch. Ein Besuch im Multimar Wattforum, welches eine perfekte Kombination von Naturschutz, Wissensvermittlung und Unterhaltung bietet oder das Eidersperrwerk, welches das größte deutsche Küstenschutzbauwerk ist.

Friedrichstadt – die Holländerstadt mit den vielen Grachten

Impressionen Friedrichstadt der schönen „Holländerstadt“ an der Nordsee // Foto: MeerART

Romantisch geht es auch jetzt weiter, denn wir hüpfen rüber nach Friedrichstadt. Wer sich gerne von Grachten, Brücken und Treppengiebelhäuschen verführen lässt, ist in Friedrichstadt genau richtig. Denn die Wurzeln der Holländerstadt – auch klein Amsterdam genannt – sind nicht zu übersehen. Daher sind auch die vielen Grachten, die sich wie eine kleine Wasserstraße durch den Ort ziehen, besonders schön.

Impressionen Friedrichstadt der schönen „Holländerstadt“ an der Nordsee // Foto: MeerART

Bei einem Städtchen mit so wundervoller Atmosphäre ist es auch nicht verwunderlich, dass sich hier sehr viele Galerien angesiedelt haben. So schön wie Friedrichstadt in der Hauptsaison auch ist, leider hat der Ort es bisher nicht geschafft, seine reizvollen Ecken auch in die Nebensaison zu transportieren. Da herrscht hier nämlich absoluter Totentanz.

Husum – eine Hafenstadt mit jeder Menge Flair

Farbenfrohe Häuser und geschäftiges Treiben am alten Hafen in Husum // Foto: MeerART

Ganz anders in Husum. Husum hat etwas wovon andere Städte nur träumen können. Die Stadt im Gezeitenstrom bietet unendlich viele Möglichkeiten, die man unmöglich an nur einem Tag erfassen kann. In Husum gibt es jede Menge Sehenswürdigkeiten, die sich übrigens alle prima zu Fuß ablaufen lassen. Entweder man erkundet die Stadt auf eigene Faust oder man lässt sich die Attraktionen von einem der vielen Stadtführer erklären. Nähere Infos dazu gibt es bei der Tourist-Information.

Der Binnenhafen von Husum in Nordfriesland // Foto: MeerART

Als nordfriesische Hafenstadt hat Husum natürlich auch eine maritime Geschichte zu erzählen. Die lässt sich zum einen im Nordsee-Museum Husum im Nissenhaus erkunden oder aber im Schifffahrtsmuseum Nordfriesland. Während ersteres sich mit dem Mythos der in den Fluten versunkenen Siedlung Rungholt oder dem Thema Ebbe und Flut sowie dem Deichbau befasst, erzählt das Schifffahrtsmuseum von Zeiten des Walfangs, dem Schiffbau Nordfrieslands sowie der Küstenfischerei und der Seefahrt.

Seht ihr, an der Nordseeküste gibt es reichlich zu entdecken. 😉

Eventuell auch interessant: Dithmarschen – Zwischen Kohl und Küste

8 Gedanken zu „Ein Städte-Hopping an der Nordseeküste

  1. Moin, liebe Claudia,

    wunderschöne Bilder! Die Orte kenne ich ja auch alle, aber mit Euren Augen sieht alles nochmal wieder anders schön aus.

    Schönes Wochenende
    und ganz liebe Grüße an Euch beide
    Karin

  2. Oh, fast meine Route aus dem letzten Jahr. Nur Friedrichstadt kenne ich noch nicht. Nur einer von vielen Gründen bald wieder in den Norden zu fahren. Tolle Bilder! Sonnige Grüße, Jutta

    1. Liebe Jutta,

      ich bin mir sicher es gibt noch viel mehr Gründe, den Norden erneut zu besuchen.
      Es ist vor allem nicht so voll und so laut wie im Süden. 😉

      Ebenfalls sonnige Grüße,
      Claudia

      1. Trifft es auf den Punkt : ) Schönes Wochenende für euch! Wir warten gerade auf die Kinder, die heute aus Bremen zurückkommen und morgen geht es dann los in den vollen, lauten Süden! LG, utta

  3. Hallo Ihr Beiden,
    mal wieder ein schöner Artikel, bis auf St. Peter-Ording kenne ich das eigentlich alles…..
    Wenn Ihr nachher im Norden sesshaft werdet müsst Ihr mal die Gegend weiter nördlich erkunden.
    An der dänischen Nordsee – und Ostseeküste gibt es wundervolle Orte und Städte mit eindrucksvoller Geschichte.
    Aber Ihr habt ja noch ein bisschen Zeit.
    Bei uns stürmen die Urlauber die Insel…….aber das ist ja im September auch wieder vorbei…..
    Liebe Grüße von der Insel Poel
    Harald

    1. Moin Harald,

      vielen Dank. Genau das ist unser Plan. Kennenlernen möchten wir mit der Zeit alles was mit der Nord- und Ostsee zu tun hat und auf Dänemark freuen wir uns schon ganz besonders. Bisher haben wir uns allerlei Inspiration durch Bilder und Dokumentationen geholt, aber es live ist zu erleben ist viel schöner.

      St. Peter-Ording solltet ihr euch unbedingt mal angucken, schon allein wegen dem Strand. Der ist so traumhaft und groß genug, dass man den Menschenmassen gut aus dem Weg gehen kann. Der Ortsteil Böhl würde euch bestimmt gefallen.

      Ganz liebe Grüße,
      Claudia

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