Brutzeit im Nationalpark Wattenmeer

Es ist wieder soweit – Brutzeit im Nationalpark Wattenmeer

Die Nebensaison auf der nordfriesischen Insel Amrum // Foto: MeerART

Der Frühling ist im vollen Gange und das trotz anhaltender Kälte. In den heimischen Gärten kann man die Vögel schon lange beim Balzen und Nester bauen beobachten. Das gleiche trifft natürlich auch im Nationalpark Wattenmeer zu.

Vom widrigen Wetter der vergangenen Wochen lassen sie sich nicht beeindrucken: Die Brutvögel im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer widmen sich derzeit, je nach Art, der Partnersuche, der Nest- und Koloniebildung – oder bereits der Pflege des Nachwuchses. „Trotz der niedrigen Temperaturen liegt das Brutgeschehen bei den meisten im Zeitplan“, hat der Nationalpark-Ranger Martin Kühn beobachtet.

Martin Kühn // Foto: Susanne Kühn/LKN.SH

Mit als erste beginnen die Graugänse mit der Eiablage und führen darum bereits seit Anfang April Junge, vor einigen Tagen wurde der erste Kiebitznachwuchs gesichtet. „Auch bei den Sandregenpfeifern dürften sich in diesen Tagen Küken einstellen“, so der Vogelexperte der Nationalparkverwaltung Bernd Hälterlein.

Impressionen von der Hochseeinsel Helgoland (Deät Lun), einer Nordseeinsel in der Deutschen Bucht rund 70 km vom Festland entfernt // Foto: MeerART

Ranger Martin Kühn hat Mantelmöwen auf Nestern sitzen sehen, auch Silber- und Heringsmöwen haben fertige Gelege. Bei den Brandseeschwalben haben sich die Kolonien weitgehend formiert, andere Seeschwalbenarten sind noch mit dem Kolonieaufbau beschäftigt.

Warum hat die Witterung offenbar so wenig Einfluss auf das Brutverhalten der Vögel?

Die Antwort: Partnerwerbung, Nestbau und Eiablage werden im Wesentlichen von der Hormonausschüttung bestimmt, und die wiederum ist von der Tageslichtlänge abhängig.

Impressionen von der Hamburger Hallig in Nordfriesland // Foto: MeerART

Verschiedene Möwen- und Seeschwalbenarten, Sand- und Seeregenpfeifer, Austernfischer, Säbelschnäbler, Rotschenkel, Brandgänse, Eiderenten und, und, und …

Der Nationalpark wird zur Kinderstube

In den kommenden Monaten wird der Nationalpark zur Kinderstube für viele gefiederte Teilzeitbewohner, die in dieser sensiblen Zeit besonders auf Rücksichtnahme durch den Menschen angewiesen sind.  Insgesamt ziehen fast 100.000 Vogelpaare in den Salzwiesen, an Stränden und in den Dünen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ihren Nachwuchs groß.

Basstölpel nisten auf den Felsen der Hochseeinsel Helgoland // Foto: MeerART

Nehmt bitte während der Brutzeit Rücksicht auf die Vögel und seid vorsichtig wo ihr langgeht. Die Vögel halten sich natürlich nicht immer an die für sie ausgewiesenen Schutzflächen. Viele Nester und Küken sind naturgemäß super getarnt. Haltet auch bitte eure Hunde angeleint, damit wir uns noch lange an den vielen Vögeln im Wattenmeer erfreuen können. Danke. 🙂

Quelle: Landesbetrieb für Küstenschutz

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