Auf Entdeckungsreise im IMMH

Von der Entdeckung der Welt bis zum Dienst an Bord

Schiffsschraube vor dem Maritimen Museum in Hamburg // Foto: MeerART

Das Internationale Maritime Museum Hamburg (IMMH) ist die reinste Schatzkammer und ein Muss für Liebhaber der maritimen Welt. Warum? Das verraten wir euch hier.

Schon von außen ist das Internationale Maritime Museum Hamburg eine Augenweide, aber was für eine Schatzkammer sich im inneren befindet, hätten wir uns nicht träumen lassen.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Das Foyer überrascht mit einer sehr offenen und maritimen Atmosphäre, die alles andere als spießig ist. Meeresrauschen und Vogelstimmen sind das Nächste, was die Sinne wahrnehmen und machen richtig Lust auf Entdeckungsreise zu gehen.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Zwei gastronomische Betriebe befinden sich direkt im Gebäude. Das Restaurant „Catch of the Day“ und die „Alte Liebe“.

Das Internationale Maritime Museum Hamburg ist in neun Decks aufgeteilt, die alle völlig unterschiedliche Themen behandeln. Damit ist dann schon mal eins garantiert, dass hier wirklich jeder auf seine Kosten kommt, ganz egal was für ein maritimes Faible er hat. Zudem finden regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen statt.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Natürlich können wir euch in unserem Beitrag nur einen ganz kleinen Bruchteil vorstellen, dafür ist es einfach viel zu viel. Außerdem sollt ihr ja selber auf Entdeckungsreise gehen. 😉

Deck 1 – Die Entdeckung der Welt

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Auf diesem Deck dreht sich im Internationalen Maritimen Museum Hamburg (IMMH) alles um Navigation und Kommunikation. Die Weite des Ozeans stand schon immer sinnbildlich für die menschlichen Sehnsüchte, Neues zu erobern und Unbekanntes zu erforschen.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

So verwundert es auch nicht, dass sich der Mensch bei seinen Welteroberungsversuchen nur zu gern auf dem Wasser fortbewegt hat. Dass es dafür nicht nur Schiffe, sondern auch Instrumente zur Navigation brauchte, ist schon fast selbsterklärend.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Wirklich faszinierend ist, was im Laufe der Zeit alles erfunden wurde, um die Seefahrt sicherer zu machen. Karten, Sextanten, Morsegeräte und Signalbücher, um nur einige zu nennen. Ganz besonders wichtig waren Naturbeobachtungen. Wer den Himmel lesen konnte, der konnte zumindest in der Nacht mit Hilfe der Sterne navigieren.

Inzwischen kann die Seefahrt auf modernste Techniken wie Radar-, Echolot- und GPS-Systeme zurückgreifen.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Wer schon immer wissen wollte, wie es sich anfühlt ein ca. 300 Meter großes Containerschiff zu lenken, kann unter den fachkundigen Augen der Kapitäne das Ruder der „Tokyo Express“ übernehmen und durch die verschiedenen Reviere steuern. Der Schiffsführungssimulator zählt ganz bestimmt zu den Highlights auf diesem Deck. Aber Achtung, wer das erleben möchte, sollte sich vorher nach den Tagen und Zeiten erkundigen.

Deck 2 – Mit dem Wind um die Welt

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Hier dreht sich alles um die Geschichte der Seefahrer unter Segeln. Es ist wirklich erstaunlich was es alles für Schiffe gibt oder gab. Eines haben sie aber alle gemein, egal ob Drachenboote der Wikinger oder Schiffe der Hansezeit, sie wirken sehr imposant.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Man kommt aus dem Stauen überhaupt nicht mehr raus. Auch die unterschiedlichen Segeltypen werden gezeigt. Alles Dinge, um die man sich als Laie vorher nie einen Kopf gemacht hat.

Der Mensch hat sich schon immer allerlei Hilfsmittel einfallen lassen, um sich das Leben leichter zu machen. Zu diesen zählt auch das Seil. Das gibt es in diversen Stärken und ist uns ein ständiger Begleiter, nicht nur in der Seefahrt.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

So wie die Reeperbahn. Schelm ist, wer jetzt an St. Pauli denkt. 😉 Die Reeperbahn, um die es sich hier dreht, ist der Arbeitsplatz eines Reepschlägers. Reepschlagen bezeichnet nämlich die Herstellungsart von Tauwerk.  Auf ihr werden Reepe zu Drossen verarbeitet. Da diese meist eine erhebliche Länge hatten, waren die Reeperbahnen bis zu 400 Meter lang.

Ein Bereich auf diesem Deck hat mir den puren Schauer über den Rücken laufen lassen. Ganz besonders, als ich das Podest mit den menschlichen Umrissen und die Sklavenketten sah. Mit der Eroberung der amerikanischen Kolonien kam die Macht und mit ihr wuchs auch der Bedarf an billigen Arbeitskräften. Der Sklavenhandel war geboren.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Brandenburger, Portugieser und Spanier machten den Anfang. Die Engländer perfektionierten das System. Im 16. Jahrhundert belief sich die Zahl der verschleppten afrikanischen Sklaven noch auf ca. 4.000 jährlich. Im 18. Jahrhundert waren es bereits geschätzte 74.000 pro Jahr. Viele verstarben schon auf der Überfahrt, nicht nur wegen der strapaziösen Bedingungen.

Das Leben auf See war auch für die Besatzung kein Zuckerschlecken. Die Fahrten dauerten oft monatelang und das auf völlig überfüllten Schiffen. Die Lebensmittel wurden knapp oder verdarben. Skorbut und Gelbfieber waren häufigste Todesursache. Im 19. Jahrhundert setzten sich erste Vorschriften durch, die regelten, dass auch Medikamente mit an Bord genommen wurden.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Dies hier ist eine originalbestückte Bordapotheke, die das IMMH von Prof. Dr. Nobert M. Meenen für die Ausstellung geschenkt bekommen hat.

Deck 2 beschäftigt sich auch mit spannenden Geschichten rund um das Kap Hoorn. Zwei Dinge sind mir ganz besonders im Gedächtnis geblieben. Zum einen die Sturmfahrt der „Susanna“ und zum anderen die originalen Briefe, die mit der Flaschenpost versandt wurden. Im Gegensatz zu heute haben die nichts Romantisches an sich, vielmehr waren es Hilferufe.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Natürlich dürfen auch die Piraten nicht fehlen, allen voran der bekannteste Pirat -Störtebecker. Es könnte sogar sein, dass hier sein Schädel ausgestellt ist. Ganz genau weiß man das allerdings nicht. Auch nicht, ob alle Sagen des berühmt-berüchtigten Piraten wahr sind.

Deck 3 – Geschichte des Schiffsbaus

Dieses Deck dürfte ein Paradies für Technik-Freaks sein, denn hier dreht sich alles um die Geschichte des Schiffsbaus. Da ich von den anderen Decks schon recht viel verraten habe, halte ich mich hier etwas kürzer. Aber eines möchte ich euch nicht vorenthalten, und zwar geht es um das älteste Ausstellungsstück im Museum – einen Einbaum.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Einbäume gehören zu den ältesten aus Holz gefertigten Wasserfahrzeugen. Das finde ich deshalb so spannend, da wir selber einen haben und weil das hier gezeigte Exemplar in meiner Geburtsstadt in Geesthacht an der Elbe gefunden wurde. Es stammt, gemäß einer Radiocarbon-Datierung, aus der Zeit des frühen Mittelalters um 650 n. Chr.

Deck 4 – Dienst an Bord

Auf diesem Deck dreht sich alles um das Leben an Bord eines Schiffes, die Arbeitsabläufe und Hierarchien.

Besuch des IMMH in der HafenCity im Januar 2016 // Foto: MeerART

Ausgestellt sind jede Menge Uniformen und Orden, wer also ein Faible dafür hat, ist hier genau richtig. Allerdings geht es auch um allerlei Waffen, was mir persönlich ein wenig Unbehagen bereitet.

Spannender ist für mich dann doch eher der Blick in die Kabinen. Die Offizierskabine ist erwartungsgemäß geräumiger als die Mannschaftskabine, schlafen musste der Offizier aber dennoch auch nur in einer Hängematte. 😉 Rückenleiden sind wohl nicht nur ein Phänomen der Neuzeit.

Im nächsten Teil nehme ich euch mit auf die anderen Decks und ich kann euch versprechen, langweilig wird es nicht.

2 Gedanken zu „Auf Entdeckungsreise im IMMH

  1. Hallo Ihr Lieben,
    was für ein tolles Museum mit diesem urigen, rustikalen Ambiente. Sehr interessant und wieder einmal bin ich froh und dankbar, dass ich im hier und jetzt lebe…. Das waren ganz schön raue Zeiten und die armen Sklaven! Woher kommt eigentlich der Begriff „Menschlich“, niemand ist so grausam wie der Mensch….
    Danke schön für den ersten Teil, jetzt bin ich sehr neugierig, auf die nächsten „Decks“.
    Liebe Grüße in den Norden
    Martina

    1. Liebe Martina,

      das sagst du was. Von dem Museum waren wir völlig überrascht. Ich hätte mir gar nicht träumen lassen, dass sich dahinter so ein Schatz verbirgt.

      In den besagten Zeiten hätte ich auch nicht leben wollen. Obwohl man doch auch zur heutigen Zeit die eine oder andere Parallele findet. Ich sage nur billige Arbeitskräfte. 🙁 Ein Thema was in der heutigen Zeit derart präsent ist.
      Außerdem fand ich ganz spannend, jetzt mal in Bezug auf den Sklavenhandel, dass auch andere Nationen ganz schön viel Mist gebaut haben. Nur wird das gerne unter den Teppich gekehrt.

      Ich sende dir von Herzen winterliche Grüße,
      Claudia

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